Dies ist Teil 3:
Die Zeit von 1950 bis 1975

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Die bibliographischen Angaben
stammen aus
Sekundärliteratur

A*
Die so gekennzeichneten Publikationen
werden auch bei
Jürgen C. Aschoff
detailliert besprochen

Die bibliographischen Angaben
sind den Original-Publikationen
entnommen

Das neue Staatsgebiet der Volksrepublik China (Karte) 

Mit der Ausrufung der Volksrepublik China (Flagge) ist auch eine Neudefinition des Staatsgebietes verbunden. Nach dem Sturz der Kaiserdynastie der Qing (Flagge) hatte sich deren einstiges Großreich (Karte) mit der Gründung der Republik China (Flagge) im Jahr 1912 flächenmäßig um gut ein Drittel reduziert (Karte). Dies wollte die neue kommunistische Führung unter Mao Zedong 1949 so aber nicht hinnehmen:

  • Tibet (Flagge) hatte mit dem Sturz der chinesischen Kaiserdynastie 1911 und der Ausrufung der chinesischen Republik 1912 sofort alle kaiserlich-mandschurischen Besatzungstruppen vertrieben. Durch die Beendigung des alten chinesischen Kaisersystems fühlte sich die tibetische Regierung auch nicht mehr an die früheren historischen Abkommen gebunden, die mit dem chinesischen Kaiserhaus bestanden. So schien es legitim, nun erneut auf die eigene Unabhängigkeit zu verweisen und diese deshalb auch nochmals offiziell zu erklären (Karte). Die Republik China machte die nächsten Jahre auch keinerlei Gebietsansprüche geltend. Erst mit der neuen chinesischen Führung unter Mao Zedong entschied sich die Volksrepublik China dann im Frühjahr 1950 für den althergebrachten historischen Status Tibets als Teil Gesamtchinas und beauftragte die Volksbefreiungsarmee mit der militärischen Invasion Tibets. Da die Tibeter über keine nennenswerte Landesverteidigung verfügten, hatte die kampferprobte chinesische Armee leichtes Spiel und im unwegsamen Gelände Osttibets mehr mit logistischen als militärischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Tibet wurde 1965 zwar zur Autonomen Region Xizhang ("Westliche Schatzkammer") ernannt, aber der besonders national gesinnte Ostteil von Tibet wurde abgetrennt und mit Teilen der chinesischen Provinzen Gansu, Sichuan und Yunnan verschmolzen. Im Rahmen dieser Umstrukturierung entstand die neue chinesische Provinz Qinghai (Karte).
    (Geschichtlicher Abriss zur Unabhängigkeitsfrage Tibets)

  • Mongolei (Flagge). Komplizierter verhält es sich mit den chinesischen Gebietsansprüchen in der Mongolei. Mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen nach der Oktober-Revolution erklärte sich auch dieser Teil des alten Chinas zur unabhängigen Mongolischen Volksrepublik (Karte). Noch 1945 hatte Chiang Kai-shek dieser Selbständigkeit unter sowjetischer Schutzherrschaft zugestimmt (übrigens im Austausch für Waffenlieferungen zum Kampf gegen die chinesischen Kommunisten!). Da sich die chinesische Führung vier Jahre später keine Konfrontation mit der verbündeten Sowjetunion leisten konnte, musste Mao Zedong die Selbständigkeit der Mongolei im Treffen mit Stalin 1949 in Moskau widerwillig akzeptieren. Nur der bereits stark sinisierte südliche Randstreifen des einstigen mongolischen Großreiches verblieb unter der Bezeichnung Innere Mongolei (Karte) weiterhin bei der Volksrepublik China. 

  • Taiwan (Flagge). Der militärisch geschlagene Chiang Kai-shek hatte sich 1949 mit seinen Anhängern auf die Insel Taiwan zurückgezogen (Karte) und hielt diese mit den Resten seiner rund 1 Million Mann starken Armee quasi besetzt. Chiang Kai-shek forderte lange die internationale Anerkennung seiner Regierung als offizielle Exilregierung für ganz China. Da die Insel aber bereits seit 1683 zum chinesischen Staatsgebiet gehörte, mischte sich das Ausland hier nicht ein und wertete diese Auseinandersetzung als rein innerchinesische Angelegenheit. Die militärische Konfrontation zwischen der Volksrepublik China und Taiwan stand 1950 unmittelbar bevor, als der Ausbruch des Korea-Krieges am 25. Juni 1950 die Lage schlagartig veränderte. Um sich einen westlichen "Brücken-Kopf" in Ostasien zu sichern, ließ die USA die 7. US-Flotte schützend zwischen dem chinesischen Festland und Taiwan patrouillieren. Taiwan wurde fortan zum westlichen Verbündeten unter amerikanischem Schutz gegen die kommunistischen Staaten in Ostasien aufgebaut. Die Volksrepublik China reklamiert die Insel bis heute als offiziellen Teil Chinas. 
    (Geschichtlicher Abriss zum China-Taiwan-Konflikt)

Territorial leicht reduziert tritt die junge chinesische Volksrepublik keine leichte Zukunft an. (Karte)

1950
Nachdem die meisten Staaten des Ostblocks die junge Volksrepublik bereits im Vorjahr anerkannt haben, erklären mit Norwegen und Ceylon am 7. Januar die ersten "westlichen" Länder die staatliche Anerkennung. Stalin und Mao schließen einen militärisch-wirtschaftlichen Bündnispakt ("Freundschafts- und Beistandspakt") und die Sowjetunion gewährt eine Anleihe von umgerechnet 300 Millionen Dollar für Wiederaufbau und Bewaffnung. Zusätzlich werden rund 10.000 sowjetische Wirtschaftsexperten in die junge Volksrepublik entsandt.
1950

reist der Wiener Dr. Hans Grümm (*1919; biografische Angaben) als österreichischer Delegierter des Weltbundes der Demokratischen Jugend über Prag und Moskau nach China. Im Rahmen der von der Neuen Demokratischen Jugendliga Chinas ausgesprochen Einladung reisen 41 Funktionäre aus 32 Ländern mit dem Transsibirien-Express im Herbst gen Osten. Bei Tsitsihar [Qiqihar] in der Nord-Mandschurei passieren sie die chinesische Grenze und starten zu einer Rundreise, die sie über Mukden [Shenyang], Dalni [Lüshun], Peking, Nanking, Hangtschau [Hangzhou] und Shanghai bis nach Kanton [Guangzhou] führt.

. Publikation: l

China heute. Sechs Wochen im neuen China. Aus einem Reisetagebuch.

.
. Dr. Hans Grümm
Globus Verlag, Wien 1951
Mit 34 Fotografien, mehreren Holzschnitten und einer Karte.
134 Seiten
[Eine der "Aufbruch-Stimmung"-Publikationen aus den ersten Jahre des noch unkomplizierten, jungen kommunistischen Chinas - mit ebensolchem jugendlichen Pathos erzählt.]

1950    

kann der Franzose Marius Magnien, Mitarbeiter der französischen kommunistischen Zeitung L'Humanité, als erster westlicher Journalist zur Berichterstattung in die gerade gegründete Volksrepublik China reisen. Von Juni bis September besucht er mit Eisenbahn und Flugzeug von Pékin [Beijing] aus das Industriegebiet in der südlichen Mandschurei, Kaifeng am Gelben Fluß, Tchoungking [Chongqing] am Mittellauf des Yanzi, Hankéou [Wuhan], Changhaï [Shanghai] und die Provinz Hunan, mit dem Geburtsort von Mao-Tsé-Toung.

. Publikation: l

Au Pays De Mao-Tsé-Toung

.
.   Marius Magnien
Éditions Sociales, Paris 1952
Mit einer Karte. 352 Seiten

1950 - 53    

verbringt die Amerikanerin Peter Lum (*1911, 1983; biografische Angaben) zweieinhalb Jahre mit ihrem englischen Ehemann in Peking, der dort im diplomatischen Dienst tätig ist. Bereits von 1922 bis 1940 hatte Peter Lum ihre Kindheit in Peking verbracht und beobachtet die nun völlig verwandelte Situation vor dem Hintergrund ihrer Erinnerungen.

. Publikation: l

Peking 1950-1953

.
.   Peter Lum
Robert Hale Limited, London 1958
Mit 13 Abbildungen. 190 Seiten

1951

besucht Franz Carl Weiskopf (*1900, 1955; biografische Angaben), tschechischer Botschafter in Peking, mit dem Zug die südchinesische Hafen- und Handelsstadt Kanton [Guangzhou].

. Publikation: l

Die Reise nach Kanton. Bericht · Erzählung · Poesie und weitere Bedeutung.

.
.   Franz Carl Weiskopf
Dietz Verlag GmbH, Berlin 1953
149 Seiten
[Stark politisch motivierter Bericht.]

1952

nimmt die Neuseeländerinn Margaret Garland am Internationalen Friedenskongress teil, der auf Einladung der chinesischen Regierung in Peking [Beijing] stattfindet. Die Anreise erfolgt über Hong Kong [Xinaggang] mit Zwischenstopp in Canton [Guangzhou] und Hangchow [Hangzhou]. Auf der Heimreise besucht die neuseeländische Delegation Mukden [Shenyang], Nanking, Yangchow [Yangzhou] und Shanghai.

. Publikation: l

Journey to New China

.
. Margaret Garland
The Caxton Press, Christchurch 1954
Mit 14 Abbildungen. 200 Seiten

1952



                    1953

reist die australische Malerin Elizabeth Vassilieff (*~1917, 2007; biografische Angaben) zur großen Internationalen Friedenskonferenz nach Wien. Für den Hinweg wählt sie Anfang November den Zug von Hong Kong über Canton nach Peking, von wo aus sie ihr Ziel mit dem Flugzeug erreicht. Die Rückreise erfolgt Mitte Januar
durch die Sowjetunion mit dem Transsibirien-Express durch die Mandschurei über Peking, Nanking, Shanghai und Hangchow [Hangzhou]. Beide Male ist sie Gast des China Peace Committees und besucht so auch zahlreiche staatliche Einrichtungen.

. Publikation: l

Peking Moscow Letters. About a four-months' journey, to and from Vienna, by way of People's China and the Soviet Union.

.
.

 

Elizabeth Vassilieff
Australaisian Book Society Pty. Ltd., Melbourne 1953
296 Seiten
[Ein Reisebericht aus den optimistischen Anfangsjahren der Volksrepublik, als selbst Gefängnisse noch belehrend statt strafend ausgelegt waren und unter dem Aspekt humanitärer Psychologie statt politischer Dogmatik geleitet wurden.]

1953
erhält China von der Sowjetunion materielle und personelle Unterstützung für 156 chinesische Großprojekte. Mit dem ersten Fünfjahresplan wird nach dem Vorbild der UdSSR vor allem der Aufbau der Schwerindustrie gefördert.
1953

kann der deutsche Schriftsteller Stephan Hermlin (*1915, 1997; biografische Angaben) die junge Volksrepublik China besuchen. Von Beijing aus bereist er die Städte Shanghai, Hanchow [Hangzhou] und Kanton [Guangzhou].

. Publikation: l

Ferne Nähe

.
.
Stephan Hermlin
Aufbau-Verlag GmbH, Berlin 1954
133 Seiten
[Ein eher spröde wirkender, recht ideologischer Reisebericht des Ostberliner Autors.]

1953 - 54

gibt das Staatliche Volkskunstensemble der DDR mehrere Gastauftritte in der Volksrepublik China. 190 Personen reisen so im Dezember mit der Transib über Moskau zur nordchinesischen Grenzstation Mandschuria [Qiqihar] und weiter nach Beijing. Über die viermonatige Tournee berichtet der Chronist Karl-Heinz Schleinitz (*1921; biografische Angaben), deren Verlauf nach Shanghai, Kanton [Guangzhou], Wuhan, Mukden [Shenyang] und Charbin [Harbin] führt.

. Publikation: l

Reisebilder aus China

.
.
Karl-Heinz Schleinitz
Kongress-Verlag, Berlin 1956
Mit 57 Fotografien, mehreren Abbildungen und einer Karte.
191 Seiten
["Unsere innigen deutschen Volkslieder, die anmutigen Tänze unserer Heimat und die kämpferischen Gesänge aus Vergangenheit und Gegenwart sollten den chinesischen Bruder erkennen lassen, wer sein Gefährte im Kampf um den Weltfrieden ist." Eine der Zeit entsprechende, kultur-politisch motivierte Austauschreise.]

1953 - 55

begleiten der Journalist Vladimír Sís (*1889,1958) und der Fotograf Josef Vanis (*1927,2009) als Mitglieder einer tschechoslowakischen Filmexpedition den Bau der neuen Verbindungsstraße aus der westchinesischen Provinz Si-k'ang [Sichuan] nach Lhasa. Quer durch die östlichen Randgebirge Tibets treibt China sein aufwändiges Straßenprojekt mit großem materiellen und technischen Aufwand voran, um das besetzte Neuland verkehrstechnisch besser anzubinden. Im Herbst 1954 erreichen die ersten Bautrupps Lhasa. Die bislang noch nie gesehenen Lkws erhalten von den Tibetern die Bezeichnung "eiserne Kühe".

. Publikation: l

Der Weg nach Lhasa. Bilder aus Tibet.

A*
.
Vladimír Sís und Josef Vanis
Artia, Prag 1956
Mit 223 teils farbigen Abbildungen. 224 Seiten
[Ein ausgesprochen schöner Bildband, der seinen Wert nicht nur aus den mittlerweile historischen Aufnahmen bezieht - sondern auch durch die Pastellfarben der seinerzeit verwendeten Ost-Farbfilme (sicherlich VEB Filmfabrik Agfa Wolfen). Ein bibliophiles Schmuckstück!]

1954
reist die tibetische Parlamentsdelegation zur Tagung des Nationalen Volkskongresses nach Beijing, wo es zum Treffen des Dalai Lama und des Pantschen Lama mit Mao Zedong kommt. Der zuerst noch positive Eindruck von den neuen sozialen Errungenschaften der Kommunisten wird jedoch bald zerstört, als Mao die Religion als "Gift für das Volk" bezeichnet. Die nächsten 16 Monate verbringen die beiden Religionsführer mit ihrem großen Gefolge auf einer langen Rundreise durch das chinesische "Mutterland". Eine Lösung des schwelenden Konflikts wird nicht gefunden.

Im gleichen Jahr erfolgt die Anerkennung Tibets als Teil der Volksrepublik China durch Indien - bezeichnenderweise genau in jenem Augenblick, als Indien mit Beijing einen größeren Handelsvertrag abschließt ...

Unter der chinesischen Bevölkerung herrscht Aufbruchstimmung, man ist voller Idealismus und voller Zuversicht in auf eine bessere Zukunft. Nach den zurückliegenden chaotischen Jahren des Bürgerkriegs scheint unter Maos Führung alles möglich. Man verfolgt gemeinsame idealistische Ziele. Noch haben sich die hehren sozialistischen Planungen nicht als Illusion erwiesen.

Der Nationale Volkskongress verabschiedet eine neue Verfassung, in der die absolute Vormachtstellung der Kommunistischen Partei Chinas klargestellt wird und Peking die Zentralregierung von den bislang relativ autonomen sechs Regionalverwaltungen übernimmt. Mao Zedong wird zum Staatspräsidenten gewählt.

1954

erhält der Journalist Mark James Walter Cameron (*1911,1985; biografische Angaben) endlich sein lang ersehntes Visum für die Volksrepublik. Zwei Monate darf er sich in China umsehen und diese Chance nutzt der gebürtige Schotte auch weidlich. Vom Bahnhof in Hongkong geht es mit dem Zug über die berühmte Grenzübergangsbrücke Schum-Tschun nach Kanton [Guangzhou], von dort mit dem Flugzeug weiter nach Beijing, wo er später dem Dalai Lama auf einem Empfang begegnet. Cameron kann seine Reiseziele selber bestimmen und so stehen Mukden [Shenyang], Shanghai, Tschungking [Chongqing], Hankau [Wuhan] und Tschang-scha [Changcha] auf dem Reiseplan, insgesamt über 10.000 Kilometer.

. Publikation: l

Mandarin Red. A journey behind the 'Bamboo Curtain'.

.
.
James Cameron
Michael Joseph, London 1955
8 Fototafeln. 287 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
Mandarin Rot. Blick hinter den Bambusvorhang.
Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart [1955]
279 Seiten
[Ein Reisebericht aus der Zeit, bevor die Ideologie ihre Blüten trieb, als das kommunistische China noch versöhnlich, tolerant und vielversprechend schien. Sehr unterhaltsam erzählt, mit wachem Blick und mit viel trockenem britischen Humor. Lesenswert!]

1954

kann Bodo Uhse (*1904, 1963; biografische Angaben) zwei Monate lang durch die Volksrepublik China reisen und sich mit Künstlern und Literaten besprechen. Von  Berlin aus trifft er mit dem Flugzeug in Peking ein und reist über Hankau [Wuhan] nach Tschangscha [Changsha] und Kanton [Guangzhou], danach von Hangzhou über Shanghai und Nanjing nach Tientsin [Tianjin] und Mukden [Shenyang].

. Publikation: l

Tagebuch aus China

.
. Bodo Uhse
Aufbau-Verlag, Berlin 1956
Mit Zeichnungen von Werner Klemke. 175 Seiten

1954

wird eine Delegation der englischen Labour Party zu einem Besuch der Volksrepublik China eingeladen. Mit dem Transsibirien-Express geht es via Ulan Bator nach Peking. Die Mitglieder der achtköpfigen Delegation sowie sieben begleitende Journalisten, darunter George Stafford Gale vom Manchester Guardian, treffen Zhou Enlai und Mao Zedong und informieren sich über die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes auf ihrer Fahrt nach Mukden [Shenyang], Shanghai, Hangchow [Hangzhou], Canton [Guangzhou] und Hong Kong.

. Publikation: l

EAST meets WEST. A pictorial story of the Labour Party Delegation to the Soviet Union and China.

.
. Morgan Phillips
Lincolns-Prager Publishers Limited, London 1954
Mit 66 Fotografien. 96 Seiten
[Kleines Bändchen mit überwiegend Fotografien] 

. l No Flies In China .
.   George Stafford Gale
(Englische Erstausgabe:)
George Allen & Unwin Ltd., London 1955
166 Seiten
(Amerikanische Erstausgabe:)
William Morrow & Company, New York 1955
191 Seiten





1954

reist der schwedische Schriftsteller Artur Lundkvist (*1906, 1991; biografische Angaben) durch China. Mit dem Flugzeug ist er über Irkutsk in Peking angekommen, besucht erst Mukden [Shenyang] und schlägt dann einen weiten Bogen durch Chinas Süden, um sich in Sian [Xian], Sutschou [Suzhou], Nanking, Shanghai, Hangtschou [Hangzhou], Kanton [Guangzhou], Wuhan und Tschöngtu [Chengdu] umzuschauen und über Land und Leute in dem völlig verwandelten Land zu informieren.

. Publikation: l

Den förvandlade draken. En resa i Kina.

.
.
Artur Lundkvist
Tidens förlag, Stockholm 1955
Illustriert. 281 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
Der verwandelte Drachen. Eine Reise durch das neue China.
VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1956
Mit 32 Abbildungen und einer Karte. 306 Seiten





1954

reist der österreichische Journalist Anton Emmerich Zischka von Trocnov  (*1904, 1997; biografische Angaben) von Japan aus mit dem Schiff nach Nordchina ein. Er befindet sich auf Reportage zur aktuellen politisch-wirtschaftlichen Situation in Fernost und bereist auch Japan, die Philippinen, Burma, Indien und die Sowjetunion.

. Publikation: l

Welt in Angst und Hoffnung. Eine Weltreise zu den Brennpunkten des Zeitgeschehens.

.
. Anton Zischka
C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1955
Mit 43 Abbildungen.28 Seiten
[Weniger ein Reisebericht als ein politisch-wirtschaftlicher Report mit vielen Zahlen und Analysen, der sich heute eher trocken liest.] 

1954

lädt die chinesische Frauenvereinigung zahlreiche internationale Frauen-Delegationen zum chinesischen Nationalfeiertag nach Beijing ein. So reist auch Monique Berlioux (*1923; biografische Angaben) Ende September als Mitglied der französischen Delegation in die Volksrepublik. Mit der Einladung verbunden ist eine Chinarundreise und so besichtigt sie Moukden [Shenyang], Nankin [Nanjing], Hang Tchéou [Hangzhou] sowie Shanghai und berichtet über ihre Eindrücke

. Publikation: l

Mon séjour chez Mao-Tsé-Toung

.
.   Monique Berlioux
Ernest Flammarion, Paris 1955
236 Seiten

1954

kann der englische Zeichner und Illustrator Paul Hogarth (*1917, 2001; biografische Angaben) auf Einladung des chinesischen Künstlerverbandes mit dem Flugzeug nach Peking [Beijing] reisen und von dort aus zu einer China-Rundreise starten. Nach dem Besuch der südlichen Mandschurei mit Shenyang, Anshan und Fushun geht es in einer großen Schleife über Xian und Chungking [Chongqing] bis in den Süden nach Canton [Guangzhou] und von dort über Hangzhou und Shanghai nach Hankou am Yangzi, um von dort mit der Eisenbahn zum Ausgangsort zurückzukehren. Von den gesehenen Veränderungen und der zu dieser Zeit noch ungebrochen euphorischen Aufbruchsstimmung im Land beeindruckt, zieht Hogarth eine sehr positive Bilanz.

. Publikation: l

Looking at China. With the Journal of the Artist.

.
. Paul Hogarth
Lawrence & Wishart, Londons 1956
Mit zahlreichen Zeichnungen des Autors. 90 Seiten

1954

besucht der englische Architekt und Schriftsteller Sir Hugh Maxwell Casson (*1910, 1999; biografische Angaben) im Herbst mit einer britischen Delegation die Hauptstadt der chinesischen Volksrepublik. Vier Wochen lang ist die Reisegruppe Gast der chinesischen Regierung und besichtigt Peking und Umgebung.

. Publikation: l

Red lacquer days. An illustrated journal describing a recent visit to Peking.

.
. Hugh Maxwell Casson
Lion and Unicorn Press, London 1956
Mit zahlreichen Zeichnungen des Autors.
Auflage in nur 200 Exemplaren. Unpaginiert

1955
Auf der Bandung-Konferenz (Solidaritätskonferenz afro-asiatischer Staats- und Regierungschefs in Bandung/Java) erklärt Chinas Außenminister Zhou Enlai im April den Wunsch Chinas nach "gutnachbarlichen Beziehungen" und einer Politik der "friedlichen Koexistenz".
Um die politische Isolation zu durchbrechen, Vorurteile abzubauen und Brücken der Verständigung zu schlagen, geht die chinesische Regierung in diesem Jahr dazu über, westliche Personen des öffentlichen Lebens nach China einzuladen: Politiker, Schriftsteller, Journalisten, aber auch Professoren und Künstler.

China beendet den Kriegszustand mit Deutschland offiziell erst am 7. April dieses Jahres und schließt gleichzeitig einen Freundschaftsvertrag mit der DDR.
Erst in diesem Jahr erfolgt die Rückgabe der Hafenstadt Port Arthur an die Volksrepublik China. Die in der Südmandschurei gelegene Industriestadt befand sich bis dahin noch unter russischer Leitung, der Städtename wird nun auf Chinesisch Lüshun geändert.

Die ersten Jahre der Volksrepublik sind wegen ihres progressiven und ungewöhnlichen Ansatzes bemerkenswert. Doch der Westen ignoriert und übergeht die Volksrepublik weitestgehend. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges sind kommunistische Länder generell suspekt.

1955

wird der deutsche Journalist Paul Distelbarth (*1879, 1963; biografische Angaben) noch im hohen Alter von 76 Jahren vom Komitee des chinesischen Volkes zur Wahrung des Weltfriedens zu einer Rundreise durch China eingeladen. Ausschlaggebend hierfür dürfte sein kurz zuvor erschienenes Buch über die Sowjetunion gewesen sein, in dem Distelbarth sachlich und durchaus bewundernd über die dortigen sozialen und wirtschaftlichen Erfolge berichtete. Gleiches erhoffen sich die Gastgeber wohl im Stillen auch vom jetzigen Besuch. So reist er von September bis November in Begleitung seines Sohnes durch das Reich der Mitte. Nach der Landung und einem ersten Aufenthalt von zehn Tagen in Beijing geht es mit der Eisenbahn über Tschöngtschou [Zhengzhou] nach Hankou [Wuhan], von dort nach Nanking (wo gerade die große Yangtse-Brücke im Entstehen ist), Shanghai und Hangtschou [Hangzhou]. Nach dem zweiten Aufenthalt in Beijing wird noch das "chinesische Ruhrgebiet" in der Mandschurei in der Nähe der Stadt Mukden [Shenyang] besucht, bevor die Rückreise mit dem neuen Schlafwagenzug Peking-Moskau in siebeneinhalb Tagen nach Europa erfolgt.

. Publikation: l

Blüte der Mitte. Eine Reise in das grösste Land alter Kultur und neuen Lebenswillens.

.
. Paul Distelbarth
Union Verlag, Berlin 1957
Mit 6 Farbphotographien, 88 s/w-Bildseiten und 2 Karten
340 Textseiten.
[Der Reisebericht erfüllte sicherlich die Hoffnungen der Gastgeber, Distelbarth schildert die positiven Fortschritte und die zu jenem Zeitpunkt (und nicht mehr lange) herrschende liberale politische Staatsführung.] 

1955

bereist der englische Journalist Alan Winnington (*1910, 1983; biografische Angaben) Tibet. Bereits 1948 kam er als Korrespondent der kommunistischen Tageszeitung Daily Worker nach China und half der neu gegründeten Volksrepublik beim Aufbau ihrer internationalen Nachrichtenagentur Xinhua. Nun nutzt er die ihm gebotenen Möglichkeiten als "Freund des chinesischen Volkes" und reist im Herbst 1955 auf der neu erbauten Verbindungsstraße von Tschöngtu [Chengdu], der Haupttstadt der chinesischen Provinz Sichuan, quer durch die tibetischen Randgebirge hinauf ins Hochland von Tibet. Per Lkw überquert er dabei nicht nur Pässe von über 5.000 Metern sondern ebenso, tief eingeschnitten, Asiens größte Ströme, den Yangzi, den Mekong und den Saluen. Über die neue Situation in Tibet berichtet er ausführlich, schildert die Landreform und die gravierenden sozialen Veränderungen und reist über Schigatse [Xigaze] und Gjangtse [Gyangze] bis zum südlichsten Ende der neuen Autostraße an der tibetisch-indischen Grenze nach Jatung [Yadong].

. Publikation: l

Tibet - Record of a journey

.
.
Alan Winnington
(Englische Erstausgabe:)
Lawrence & Wishart Ltd., London 1957
Mit farbigem Frontispice, 27 Abbildungen und einer Karte.
235 Seiten
(Amerikanische Erstausgabe:)
International Publishers, New York 1957
Mit farbigem Frontispice, 27 Abbildungen und einer Karte.
235 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
Tibet. Ein Reisebericht.
Verlag Volk und Welt, Berlin 1960
"Mit 20 Fotos des Autors" und einer Karte. 324 Seiten
[In seiner späteren Autobiographie "Breakfast with Mao", die 1989 auch auf Deutsch erscheint (Von London nach Peking), äußert er sich kritischer zu dem, was er in Tibet sah => biografische Angaben.]











A*

1955

macht sich Marius Magnien, Mitarbeiter der französischen kommunistischen Zeitung L'Humanité, im August/September für insgesamt 28 Tage auf die 2000 Kilometer lange Reise von Kangding nach Lhasa. Als erster französischer Journalist berichtet er aus dem "befreiten Tibet" und erhält auch eine Audienz beim Dalai Lama. "Les soldats d'Armée populaire de libération étaient porteurs de perspectives nouvelles, de progrès et d'indépendance; ils arrivaient pour aider les Tibétains á se libérer pacifiquement des intrigues des compagnies étrangères." Unter diesem Blickwinkel erscheint ihm vor Ort alles sehr positiv.

. Publikation: l

Le Tibet sans mystère

.
.
Marius Magnien
Éditions Sociales, Paris 1959
Mit 11 Abbildungen. 196 Seiten
[Weniger ein Reisebericht im klassischen Sinne als eine allgemeine Landeskunde mit politisch korrekter Wiedergabe der offiziellen chinesischen Sicht. Die Publikation dürfte nicht von ungefähr erst 1959, nach dem Aufstand in Lhasa, für nötig befunden worden sein, denn im Anhang werden gleich drei diesbezügliche offizielle Erklärungen der chinesischen Regierung beigefügt.]

1955

unternimmt der deutsch-dänische Karikaturist Hans Christian Herluf Bidstrup (*1912, 1988; biografische Angaben) eine Reise durch China und hält seine Eindrücke in vielen Zeichnungen fest. Von Peking aus geht es über Hankou [Wuhan] in den Süden nach Kanton [Guangzhou] und zurück über Hangtschou [Hangzhou], Schanghai und Tientsin [Tianjin] in die südliche Mandschurei mit Schenyang, Fushun und Anschan.

. Publikation: l

Kinarejse. Indtryk og tegninger fra en rejse gennem Kina februar-april 1955

.
. Herluf Bidstrup
Tidens Forlag, København 1955
Mit zahlreichen Zeichnungen
(Deutsche Ausgabe:)
Chinareise. Eindrücke und Zeichnungen von einer Reise durch China vom Februar bis April 1955.
Verlag der Kunst, Dresden 1956
Mit zahlreichen Zeichnungen und einer Karte. [173 Seiten]
[Ungewöhnlicher Reisebericht aus über 300 Zeichnungen mit Text.]






1956
Ab diesem Jahr beginnen sich Chinas Beziehungen zur Sowjetunion etwas einzutrüben, nachdem der sowjetische Regierungschef Chruschtschow auf dem XX. Parteitag Stalin als brutalen Diktator verurteilt und den Personenkult des Führers durch eine kollektive Führung ersetzt.

In China wird die Privatindustrie beschlagnahmt. Die Besitzer erhalten als Entschädigung 10 Jahre lang eine Zahlung von 5% des investierten Kapitals.

Beginn der Kollektivierung der Landwirtschaft, der Industrie und des Handels. Der bisherige Besitz des Einzelnen sowie seine Arbeitsleistung werden dem Dienst im Kollektiveigentum unterstellt. Die Entlohnung der Kollektivmitglieder erfolgte ausschließlich nach dem Bedürfnisprinzip.

'Hundert-Blumen-Bewegung'. Gemäß der von der UdSSR propagierten Liberalisierung der kommunistischen Politik ruft Mao Zedong in einer Rede ebenfalls dazu auf, Kritik am Stalinismus, der Parteiführung und den Kadern zu üben. Nachdem eine Resonanz in der Bevölkerung ausbleibt, übt die Parteiführung beispielhaft selber Kritik. Daraufhin erhebt sich ein Sturm an Kritik, allerdings auch gegen die Parteiführung und gegen den Kommunismus an sich. Die Intellektuellen fordern sogar Freiheiten wie Demokratie und echten Parlamentarismus. Draußen in den Dörfern entlädt sich der Unmut noch drastischer: Parteikader werden von der empörten Bürgerschaft angegriffen und Polizeistationen gestürmt. Verschreckt reißt Mao Zedong das Steuer herum und lässt seine 'Kampagne gegen die Rechte' folgen. Etwa eine Million Menschen, die sich kritisch zu Wort gemeldet hatten, werden nun von Seiten des Staates verfolgt, in Arbeitslager verschleppt oder bestenfalls mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze und empfindlichen Lohnkürzungen bestraft. Nun heißt es offiziell, die Blumen seien Giftkräuter, und "Giftpflanzen kann man bequemer ausreißen, wenn man sie erst hat wachsen lassen." Jahrzehntelang führt diese Finte bei allen chinesischen Intellektuellen zum völligen Vertrauensbruch mit der Parteiführung.

1956

beantragt der Schweizer Journalist Peter Schmid ein Visum für China. Der chinesische Außenminister Tschu Enlai hatte kurz zuvor auf der Bandung-Konferenz Chinas friedliche Absichten im Hinblick auf Ostasien unterstrichen und erklärt, jeder der wolle sei gerne eingeladen, sich China genauer anzusehen. Das lässt sich der Journalist nicht zweimal sagen. Für rund 4 Monate reist er durch China, erst über Hong Kong nach Kanton [Guangzhou] und von dort im Expresszug nach Norden. Nach einem Aufenthalt in Peking erfolgt die Rückreise über Schanghai.

. Publikation: l

China, Reich der neuen Mitte

.
. Peter Schmid
Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 1957
Mit zahlreichen Abbildungen. 205 Seiten
[Interessanter Reisebericht mit vielen Fotografien des Autors aus den ersten Jahren der Volksrepublik.]

1956

reist Simone de Beauvoir (*1908, 1986; biografische Angaben) mit Lebensgefährten Jean-Paul Sartre auf Einladung der chinesischen Regierung für sechs Wochen durch China. Sie erlebt dort ein politisch und gesellschaftlich noch recht liberales Land in Aufbruchsstimmung, das seine kommunistischen Reformen erst noch durchführen wird und noch voller Ideale ist. Fast wirkt die gesellschaftliche Situation demokratisch. Von Peking führt sie das Reiseprogramm über Nanking, Shanghai und Hang-chou [Hangzhou] nach Süden bis Canton [Guangzhou].

. Publikation: l

La Longue Marche. Essai sur la Chine.

.
.
Simone de Beauvoire
Librairie Gallimard, Paris 1957
484 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
China. Das weitgesteckte Ziel.
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1960
506 Seiten
[Ein etwas kühl und trockener Bericht, der aber von jener kurzen Zeitspanne berichtet, in der die kommunistische Politik noch mehr pragmatisch als ideologisch war.]





1956

reisen Eva Siao (*1911, 2001; biografische Angaben) und Harald Hauser (*1912, 1994; biografische Angaben) von Lantschou am Gelben Fluss über die neue nordöstliche Fernstraße nach Lhasa. Noch können sie im unreformierten Tibet mit adeligen Landbesitzern und "Leibeigenen" sprechen, mit tibetischen Beamten, Arbeitern und Mönchen. Auch eine Audienz beim jungen 14. Dalai Lama wird gewährt. Sie berichten über die sich anbahnenden Änderungen und Modernisierungen im privaten und öffentlichen Leben und fahren dann von Lhasa aus weiter nach Schigatse [Xigaze] zum Pantschen Ngoerhtehni in seinem Kloster Taschi-Lunpo. Die Ausreise nach Indien erfolgt südwärts über Gjangtse [Gyangze], Pali und Yadung.

. Publikation: l

Tibet

A*
.
Eva Siao, Harald Hauser
VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig [1957]
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte.163 Seiten
[Vier Jahre später erscheint vom gleichen Autorenteam und im gleichen Verlag eine Art abgespeckte Neuauflage im Kleinformat "Sterne über Tibet". Obwohl Eva Siao 1959 erneut nach Tibet reist, handelt es sich hier nicht um einen neuen Reisebericht. Anlaß für die Publikation dürfte der Volksaufstand 1959 in Tibet gegeben haben, der zu einem harten Durchgreifen seitens der Chinesen führte. Der Neuauflage sind deshalb einige neue "politisch korrekte" Fotos hinzugefügt und auch der Text von Harald Hauser ist in politisch aggressivem Ton gehalten, mit dem ganzen ideologischen ABC des Kalten Krieges: Imperialisten, Sklavenhaltern, reaktionären Cliquen und der guten Volksbefreiungsarmee.]

.....






                   1956

"Es ist kein leichter Entschluß, ein Land zu besuchen, dessen Regierungssystem man von vornherein ablehnt ... Fast zwei Jahre lang habe ich mich mit dem Gedanken herumgeschlagen, ob ich ein Visum für Peking beantragen sollte. Schließlich siegte in mir die Überzeugung, daß es eigentlich die Pflicht langjähriger Ostasien-Korrespondeten ist, sich mit der imposanten Realität, die das neue China bedeutet, zu befassen." Und so macht sich die Schweizer Journalistin Lily Abegg (*1901,1974) im Jahr
auf, um das Versäumte nachzuholen. Als Berichterstatterin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und drei Schweizer Tageszeitungen reist sie unter der Organisation von Intourist von April bis Juni durch die junge Volksrepublik. Möglich ist dies nur, weil die Schweiz zu den ersten europäischen Staaten zählt, die das neue China anerkannt hat. Von Hongkong aus geht es mit der Eisenbahn nach Canton und von dort aus weiter nach Peking. Es folgen die Reisestationen Sian [Xian], Chungking [Chongqing],
Wuhan, die Mandschurei, Lanzhou im Westen und Tientsin [Tianjin] im Osten.

. Publikation: l

Im neuen China

.
.
Lily Abegg
Atlantis Verlag, Zürich und Freiburg i. B. 1957
Mit 22 Abbildungen und 2 Karten. 285 Seiten
[Ein recht sachlicher Reisebericht, der eher eine fachlich liberale Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Situation Chinas im Jahr 1956 darstellt.] 

1956

erreicht der italienische Schriftsteller Curzio Malaparte (Pseudonym; eigentlich: Kurt Erich Suckert *1898, 1957; biografische Angaben) im Oktober China. Er bereist Tatung [Datong], Urumtschi [Urumqi], Lantschou [Lanzhou], Sian [Xian] und Tschunking [Chongqing]. Ein dortiger Schwächeanfall wird erst für eine Tuberkulose-Erkrankung gehalten, erweist sich jedoch als Lungenkrebs. Dreieinhalb Monate verbringt Malaparte in chinesischen Krankenhäusern und wird dann auf Kosten Chinas, als dessen Gast er eingereist war, nach Italien geflogen. 

. Publikation: l

Io, in Russia e in Cina

.
Curzio Malaparte
Vallechi Editore, Florenz
(Deutsche Ausgabe:)
In Russland und China
Stahlberg Verlag GmbH, Karlsruhe 1959
284 Seiten 
[Posthume Veröffentlichung eines nur bis zum Entwurf ausgearbeiten Buches des Autorss, zuletzt nur noch aus Tagebuchfragmenten bestehend.]





1956

erhält der französische Journalist Adalbert de Segonzac (*1874, 1966; biografische Angaben) ein Visum für China und zählt damit zu den ersten politisch neutralen Journalisten, die die junge Volksrepublik bereisen dürfen. "I don't seek in these pages to express my views on Communist China, butrather to present a true account of what I saw, a picture of a gigantic country which I do not pretend to have been able to understand after only a two months' visit." Im Auftrag seiner Zeitung, der France-Soir, fliegt er nach Hong Kong, überquert dort im Zug die Grenze nach Canton [Guangzhou] und reist weiter nach Beijing. Neben dem Industriegebiet um Shenyang besucht er Shanghai, Chongqing, Wuhan und Changsha.

. Publikation: l

Visa pour Pékin

.
. Adalbert de Segonzac
Gallimard, Paris 1956
Illustriert. 285 Seiten

1956

erhält eine Gruppe Neuseeländer eine offizielle Einladung nach China, darunter auch der Professor der Universität von Wellington James Munro Bertram (*1910, 1993; biografische Angaben). Nach Überwindung einiger innerpolitischer Widerstände kann die Gruppe Ende April zur 1.Mai-Feier nach Peking reisen. Mit dem Zug geht es von Hong Kong aus nach Canton [Guangzhou] und dann in einer dreitägigen Fahrt über Wuhan nach Peking. Auf der Rückreise werden Nanking, Shanghai und Hangchow [Hangzhou] besucht.

. Publikation: l

Return to China

.
.
James Munro Bertram
William Heinemann Ltd., London/Melbourne/Toronto 1957
Mit 23 Abbildungen. 251 Seiten
[Der Verfasser trifft Zhou Enlai, Mao Zedong und Soong Qingling, die Witwe von Sun Yatsen, sieht die sozialen und wirtschaftlichen Fortschritte gegenüber seinen früheren Besuchen in China, bleibt dem kommunistischen System gegenüber jedoch skeptisch.]

1956

reist der rüstige "Rote Dekan von Canterbury" Hewlett Johnson (*1874, 1966; biografische Angaben) im Alter von 72 Jahren zusammen mit seiner Frau und den 14 und 16 Jahre alten Töchtern über Moskau und Kasachstan nach China ein. Er möchte sich ein Bild von den Veränderungen seit seinem letzten Besuch im Jahr 1932 machen und bereist dazu die Städte Urumchi [Urumqi], Lanzhou, Sian [Xian], Chungking [Chongqing], Kunming, Hankou [Wuhan] und schließlich Peking. Wie viele Besucher seiner Zeit ist der überzeugte Kommunist von der Situation in China hellauf begeistert. Während seiner Reise kommt es zum Ungarn-Aufstand.

. Publikation: l

The Upsurge of China

.
.   Hewlett Johnson
New World Press, Peking 1961
Mit mehreren Zeichnungen und drei Karten. 373 Seiten
[Die im zweiten Teil des Buches ebenfalls noch beigefügten Anmerkungen zu einer Reise im Jahr 1959 nach China stellen keinen Reisebericht dar.]

1956

wird Rubeigh James Minney (*1895, 1979; biografische Angaben) aus Anlaß des 100. Geburtstags des irischen Schriftsteller George Bernhard Shaw überraschend vom chinesischen Schriftstellerverband zu einem Vortrag nach Peking eingeladen. Kurze Abstecher führen ihn sowohl in die Mandschurei wie nach Shanghai und Hangzhou.

. Publikation: l

Next Stop - Peking. Record of a 16,000 mile journey through Russia, Siberia and China.

.
. Rubeigh James Minney
George Newnes Limited, London 1957
Mit 6 farbigen und 79 s/w Abbildungen sowie einer Karte im Vorsatz. 192 Seiten

1956

fliegt Anton Emmerich Zischka von Trocnov  (*1904, 1997; biografische Angaben) von der Sowjetunion aus mit einer TU-114-D in die Autonome Uighuren-Region Sinkiang [Xinjiang] ein. Von deren Hauptstadt Urumtschi [Urumqi] besucht er die neu gegründete Kommune Taiho am Rand der Wüste Takla Makan und fährt im Lkw-Konvoi 1200 Kilometer weiter nach Osten bis Lantschau [Lanzhou]. Mit dem Zug geht es anschließend nach Sian [Xian] und schließlich auf der neu erbauten Fernstraße von Tschengtu [Chengdu] nach Lhasa.

. Publikation: l

Asiens Wilder Westen. Die Wandlungen West-Chinas und Tibets, der Mongolei und Sibiriens.

A*
. Anton Emmerich Zischka von Trocnov
Sigbert Mohn Verlag, Gütersloh 1959
Mit 58 Abbildungen und neun Karten. 349 Seiten
[Äußerst nüchterner und zahlenlastiger Reisebericht, eher ein Sachbuch.]

1956

erhält Michael Croft (*1922, 1986), Gründer des englischen National Youth Theater, das überraschende Angebot, im Hochsommer an einer internationalen Delegation nach China teilnehmen zu können. Vertreter von 25 Jugendorganisationen sind von der chinesischen Regierung zu einer Rundreise durch das Land der Mitte eingeladen und Croft zögert nicht lange. Mit der Eisenbahn reist er bis Prag, von dort geht es mit dem Flugzeug weiter nach Peking.

. Publikation: l

Red Carpet to China

.
.
Michael Croft
Longmans, Green and Co., London/New York/Toronto 1958
278 Seiten
[Während der Reise kommt es zum ungarischen Volksaufstand und zu dessen schneller Niederschlagung durch sowjetische Truppen. Chinas Solidarität mit der Sowjetunion in diesem Punkt gibt Crofts offener Bewunderung für die geleistete chinesische Aufbauarbeit und ihren sozialen Errungenschaften einen merklichen Dämpfer.]

1956

kann der kanadische Journalist William Kinmond (*1915) im Auftrag der Toronto Globe and Mail die Volksrepublik China bereisen. Von Ende April bis Ende Juni reist er mit einem Übersetzer von Harbin im Norden über Lanchow [Lanzhou] im Westen bis ins südliche Canton [Guangzhou].

. Publikation: l

No Dogs in China. A Report on China Today.

.
.
William Kinmond
(Kanadische Ausgabe:)
University of Toronto Press, Toronto 1957
Mit 32 Abbildungen und einer Karte. 211 Seiten
(Amerikanische Ausgabe:)
Thomas Nelson & Sons, New York 1957
Mit Abbildungen. 211 Seiten
[ Buch online ansehen => Link Online-Datei ]


 
 
 
 

1957
Mit dem zweiten Fünfjahresplan (1958-63) konzipiert die Führungsgruppe um Mao Zedong unter der Parole "Großer Sprung nach vorn" die forcierte Modernisierung Chinas. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften werden zu Groß-Kommunen zusammengefasst, gigantische Bewässerungs-, Terrassierungs- und Bauprojekte in Angriff genommen und die Bevölkerung dazu motiviert, in kleinen Hochöfen aus allem verfügbaren Eisen Stahl zu schmelzen. Maos Schlagwort vom "mehr, schneller, besser, billiger" soll eine Produktionssteigerung durch Massenmobilisierung bringen. Doch schon nach kurzer Zeit wird offensichtlich, dass die Maßnahmen überstürzt und unqualifiziert durchgeführt wurden, ein Strohfeuer, das viele Ressourcen verschwendete und 1958/59 zu einer ernsthaften Hungernot führt. 
Auch gegenüber den Tibetern führt die Zeit des Großes Sprung nach vorn zu einer Verhärtung der Fronten, weil die Chinesen zunehmend arrogant und ignorant auftreten. Die Spannungen wachsen.

Außenpolitisch schließt China mit der Sowjetunion am 15. Oktober den "Vertrag über neue Technik für die nationale Verteidigung", der China in die Lage versetzen soll, eigene Atomwaffen herzustellen. Mao verkündet: "Der Ostwind wird über den Westwind siegen."

1957

nutzt der englische Journalist Alan Winnington (*1910, 1983; biografische Angaben) seinen sich immer deutlicher dem Ende nähernden Aufenthalt in China zu einer letzten großen Reise: "Ich war bei den "schwarzknochigen" Norsu-Sklavenhaltern, besuchte die als Kopfjäger bekannten Wa und weilte in einem Dschungeldorf der Jingpo. Diese Völkerschaften bewohnen die entlegensten Gegenden Chinas im Grenzgebiet der Provinz Jünnan. Niemand wird sie mehr so antreffen, wie ich ihnen begegnete."  Was vielleicht nicht von Nachteil ist, denn Winnington erlebt noch die kultische Menschenjagd der Wa und bei den Norsu war es Brauch, in chinesisches Nachbargebiet einzufallen und deren Bewohner - egal ob Mann, Frau oder Kind - als Sklaven nach Hause zu verschleppen. Winningtons Reise ist nicht nur lang und beschwerlich, durch unwegsames Gebiet, zu Pferd und zu Fuß, sondern kommt auch einer Zeitreise gleich.

. Publikation: l

The Slaves of the Cool Mountains

.
Alan Winnington
Lawrence & Wishart Ltd., London, 1959
Illustriert. 223 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
Die Sklaven der Kühlen Berge
Verlag Volk und Welt, Berlin 1961
"Mit 36 Fotos des Autors" und zwei Karten. 300 Seiten
[Sehr ausführliche, nahezu ethnologische Studie über die Bergvölker in Yunnan]





1957

wird der deutsche Journalist Hans Ulrich Kempski (*1922) von der Süddeutschen Zeitung nach China entsandt, um "vom neuen China, über das bisher aus vielerlei politischen Blickwinkeln so widersprechende Urteile in die Welt gesetzt wurden, ein unbestechlich wahres Bild zu erlangen." Das ist ein hoher Anspruch, nicht nur im Allgemeinen, sondern erst Recht im Speziellen für ein Land wie China und zudem noch in dieser Zeit des Neubeginns auf allen Ebenen. Doch Kempski ist kein gewöhnlicher Journalist und wird es später bis zum politischen Chefkorrespondenten seiner Zeitung bringen. Er besucht die Metropolen Peking, Wuhan und Shanghai und skizziert die Situation im Land.

. Publikation: l

Rote Sonne über gelber Erde. Meine Reise durch China und Japan.

.
. Hans Ulrich Kempski
Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg und Hamburg 1957
Mit 18 Fotografien und einer Karte. 167 Seiten

1957

bereist der Franzose André Migot (*1892) China nach zehn Jahren Abwesenheit zum zweiten Mal. Von Hongkong aus geht es mit dem Zug nach Hangtcheou [Hangzhou], Changhai [Shanghai], Pékin, Shenyang und An-shan, dann wieder Richtung Süden nach Hankeou [Wuhan] am Yangzi. Von dort aus nimmt er das Boot bis Tchongking [Chongqing] und bereist dann, wie zehn Jahre zuvor, das chinesisch-tibetische Grenzgebiet. Den Abschluss der viermonatigen Reise bildet der Besuch von Sian [Xian] und die Besteigung des Tai Shan.

. Publikation: l

Chine sans murailles

.
. Dr. André Migot
B. Arthaud, Paris 1958
Mit 22 Fotografien und zwei Karten. 283 Seiten

1957

sind die Eheleute Julie und Edgar Faure (*1908, 1977; biografische Angaben; *1908, 1988) als Gäste des chinesischen Außenministeriums in die Volksrepublik eingeladen. Edgar Faure, früherer französischer Premierminister, fungiert dabei wohl als inoffizieller Botschafter, da Frankreich die Volksrepublik China diplomatisch bislang noch nicht anerkannt hat und somit kein offizieller politischer Austausch zwischen den beiden Staaten besteht. Im Rahmen des Besuchs werden die Städte Canton [Guangzhou], Pékin [Beijing], Chenyang [Shenyang], Sian [Xian], Tchoung King [Chongqing], Shanghai und Han Kéou [Wuhan] besucht, alles per Flugzeug.

. Publikation: l

Journal d'un Voyage en Chine

.
. Julie Faure
René Julliard, Paris 1958
Mit einer Karte. 229 Seiten

1957

befindet sich Richard Michael Fox (*1891, 1969; biografische Angaben) als Mitglied einer Reisegruppe auf Chinabesuch. Als sozial engagierter linker Journalist gehört er zu einer Kleingruppe von acht Personen, die von der chinesischen Vereinigung für kulturelle Beziehungen zu einer China-Rundreise eingeladen sind. Einen Monat lang informieren sie sich über das chinesische Theater, den Film, Kunsthandwerk und Malerei, besuchen Universitäten und reisen von Peking aus über Shanghai nach Canton [Guangzhou] und über Hangchow [Hangzhou] zurück zu den Feierlichkeiten des 1. Oktobers in der Hauptstadt.

. Publikation: l

China Diary

.
. Richard Michael Fox
Robert Hale Limited, London 1959
Mit 16 Abbildungen. 192 Seiten

1957

besucht der australische Politiker Leslie Haylen (*1898, 1977; biografische Angaben) als Mitglied einer parlamentarischen Labor-Delegation die Volksrepublik China und berichtet von einer "generosity of the Chinese Government in inviting delegations to China. Peace delegations, Church delegations, trade delegations, unuon delegations, press delegations, medical delegations, writers' delegations, all flock into China ..." - als Folge der Bandung-Konferenz im Jahr 1955. Von Hong Kong aus reist die vierköpfige Abordnung über Guangzhou, Changsha und Shanghai nach Beijing.

. Publikation: l

Chinese Journey. The Republic Revisited.

.
.   Leslie Hayden
Angus and Robertson, Sydney 1959
Mit 26 Abbildungen. 240 Seiten
[Haylen reiste bereits 1948 in China. Das Buch ist weniger ein Reisebericht als die optimistische Schilderung der sozialen und wirtschaftlichen Zustände im neuen China.]

1957

ist der berühmte griechische Schriftsteller Nikos Kazantzakis (*1883, 1957; biografische Angaben) ein zweites Mal in China. Seine erste Reise fand bereits 1935 statt, nun ist er gespannt, was sich unter dem kommunistischen Regime verändert hat  und führt Tagebuch. Zusammen mit seiner Ehefrau Eleni und einem chinesischen Reisebegleiter geht es von Beijing aus nach Hankou am Yangzi, dort per Schiff stromaufwärts bis Chongqing. Er besichtigt die Sehenswürdigkeiten, wird hofiert, spricht mit Literaten, Musikern, darstellenden wie bildenden Künstlern der unterschiedlichsten Bereiche. Über Kunming gelangt er zum Abschluss nach Guangzhou - wo er sich tragischerweise bei einer Pflichtimpfung eine Infektion zuzieht, an der er im Folgejahr sterben wird. Posthum gibt seine Frau später die unveröffentlichten Reiseeindrücke aus dem Jahr 1935 mit den kommentierten Tagebucheinträgen von Kazantzakis während ihrer Reise 1957 heraus.

. Publikation: l

Travels in China & Japan

.
. Nikos Kazantzakis
Simon & Schuster, New York 1963
382 Seiten

1958
Mao Zedong äußert sich in recht provokanter Form über die Möglichkeiten, dass China trotz waffenmäßiger Unterlegenheit doch als Sieger aus einem weltweiten Atomkrieg hervorgehen könnte: zahlenmäßig würden weltweit ja am meisten Chinesen überleben!
Am 23. September beginnt die Beschießung von zwei unter der Regierung Taiwans stehenden Inseln in der Taiwan-Straße. Die Sowjetunion gibt China daraufhin zu verstehen, dass sie China im Kriegsfall nicht unterstützen wird.
 
Wegen der wachsenden Opposition höchster Parteikader gegen das Programm des Großen Sprungs nach vorn verliert Mao in diesem Jahr parteiintern an Macht. Er tritt von seinem Amt als Staatspräsident zurück, welches fortan der liberaler gesinnte und pragmatische Liu Shaoqi einnimmt. Mao bleibt jedoch Parteivorsitzender.
1958

reist der Verleger und Fotograf Martin Hürlimann (*1897, 1984; biografische Angaben) ziemlich überstürzt nach China, denn er erhält sein chinesisches Visum erst einen Tag vor dem gebuchten Abflug. Die Swissair war spendabel und hat dem bekannten Schweizer Verleger einen Freiflug von Zürich nach Tokyo geschenkt, den er nun dazu nutzt, eine Reise mit vielen Zwischenstopps zu machen und auf insgesamt zweieinhalb Monate auszudehnen. Zwei Reisen führten ihn schon in den Zwanziger Jahren nach Fernost. Nun, mit 30 Jahren Abstand, gelangt er von Hong Kong aus nach Canton [Guangzhou] und fliegt von dort direkt nach Peking. Sehr optimistisch hatte er gehofft, die Lung-men Höhlen in Henan, die alte Kaiserstadt Xian und die Hauptstadt der Provinz Sichuan besuchen zu können, schließlich das Ganze sogar noch mit einer Fahrt auf dem Yangzi von Chonqing nach Wuhan krönen zu können. Doch diese Hoffnungen bleiben unerfüllt. So bleibt er in Peking und registriert dort die positiven Veränderungen zwischen Republik und Volksrepublik. 

. Publikation: l

Wiedersehen mit Asien. Die Völker des Ostens gestern und heute. Ein Reisebericht.

.
.
Martin Hürlimann
Atlantis Verlag AG, Zürich 1959
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 375 Seiten
[Kurze Reiseimpressionen mit geschichtlichen Hintergrund-
informationen. Interessant sind vor allem die s/w- und Farb-Fotografien aus Beijing.]
 

1958

unternimmt der Fotograf und spätere GEO-Chefredakteur Rolf Gillhausen (*1922, 2004; biografische Angaben) zusammen mit dem Journalisten Joachim Heldt im Auftrag des STERN eine Reise nach China. Mit der Transsibirischen Eisenbahn gelangen sie in zwölf Tagen bis nach Irkutsk am Baikalsee, dort übernimmt sie der Peking-Express für weitere zwei Tage. Mit westlich-kritischem Blick reisen sie in den nächsten Wochen durch das Rote China, erleben das Land im Umbruch des "Großen Sprung nach vorn", treffen frühere Millionäre, besuchen eine Volkskommune und fahren südwärts über Nanking, Schanghai, Hang-tschou [Hangzhou], Wuhan, Changsha und Kanton [Guangzhou] bis Hongkong. Eine für das Fernsehen produzierte Reise-Reportage wird 1959 vom ARD ausgestrahlt.

. Publikation: l

Unheimliches China. Eine Reise durch den roten Kontinent.

.
. Rolf Gillhausen, Joachim Heldt
Nannen-Verlag GmbH, Hamburg 1959
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 191 Seiten
[Aufschlussreicher Reisebericht mit immer wieder interessanten Fotografien aus den ersten Jahren der Volksrepublik] 

1958

überquert der englische Schriftsteller Nicholas William Wollaston (*1926, 2007; biografische Angaben) hinter Hong Kong die Grenze zur Volksrepublik China. Die für sechs Monate konzipierte Reise wird von den chinesischen Behörden gleich auf ein Drittel zusammengestrichen und sein Reiseweg erheblich reglementiert. Von Canton [Guangzhou] aus reist er deshalb direkt nach Peking, wo er mehrere landwirtschaftliche Genossenschaften besucht und einen Abstecher in die Mandschurei unternimmt. Er besichtigt die Grotten von Tatung [Datong] und reist über Sian [Xian] weiter nach Chungking [Chongqing] am Yangzi. Als Wollaston schließlich die Provinzhauptstadt Kunming erreicht, wird er noch vor Ablauf seines Visums freundlich aber bestimmt aus China hinaus komplimentiert.

. Publikation: l

China in the morning. Impressions of a journey through China and Indo-China.

.
. Nicholas Wollaston
Jonathan Cape, London 1960
Mit zahlreichen Abbildungen und zwei Karten. 208 Seiten  
[Dem Autor werden bei der Ausreise vom chinesischen Zoll auch noch alle Filme belichtet. Als Leser hat man den Eindruck, dass Wollaston mit seiner Art nicht ganz unschuldig an der ablehnenden Haltung der chinesischen Behörden ist. Für einen Weltreisenden weist sein Buch jedenfalls einen deutlichen lack of humour auf.] 

1958

wird der sowjetische Wissenschaftler Mikhail A. Klochko (*1902, 1985; biografische Angaben) im Rahmen wirtschaftlicher Unterstützungsmaßnahmen nach China entsandt. Sieben Monate lebt und arbeitet er in Peking und unternimmt Ausflüge in den Süden nach Shanghai, Nanking und Hangchow, sowie in den Norden nach Shenyang und Changchun. 

. Publikation: l

Soviet Scientist in Red China

.
.   Mikhail A. Klochko
Frederick A Praeger, New York 1963
213 Seiten
[Der Verfasser wurde 1960 erneut zu wissenschaftlichen Arbeiten nach China entsandt und bat 1961 bei einem internationalen Fachkongress in Kanada um politisches Asyl.] 

1958

reist der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Max Biehl nach Fernost und besucht dabei schwerpunktmäßig China, um sich vor Ort über die Situation der Landwirtschaft zu informieren. Über Hongkong fährt er mit dem Zug erst nach Beijing und besucht dort im Umkreis mehrere landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaften. Dann schließt sich eine China-Rundreise an, die ihn über Chenchou [Zhengzhou] nach Hsi-an [Xian] und Chöngtu [Chengdu] führt. Hier besichtigt er die Bewässerungssysteme der Region. Von Chungking [Chongqing] geht es mit dem Schiff auf dem Yangzi bis Wuhan. Nach ausgiebigen Recherchen ermöglicht ihm der Weiterflug nach Shanghai mit einer alten Propellermaschine einen guten geografischen Überblick über die Provinzen Anhui und Jiangsu. Hangzhou bildet die letzte Station der Rundreise, hier erkundigt sich Biehl über den Teeanbau und die Seidenraupenzucht. Mit dem Nachtzug geht es nach Beijing zurück, wo der Autor auch die abschließenden Tage mit dem Besuch einer Landwirtschaftsausstellung verbringt, bevor es mit dem Trans-Sibirien-Express durch die Mandschurei und über Sibirien zurück nach Deutschland geht.

. Publikation: l

In Chinas Dörfern 1958 am Vorabend der Kommunegründung. Ein Reisetagebuch.

.
. Max Biehl
Selbstverlag, Kiel 1982
Mit mehreren Karten und 12 Abbildungen. 256 Seiten
[Ein primär fachlicher Bericht mit etwas Lokalkolorit. "Dienstliche und wissenschaftliche Arbeiten haben es zu einer Ausarbeitung der Tagebuchaufzeichnungen nicht kommen lassen. So hat das Material zwanzig Jahre im hintersten Winkel meines Schreibtisches warten müssen, bis es nun endlich im Zuge der 'Aufräumungsarbeiten des Alters' an die Reihe kommt."]  

1958 - 59

reist der Neuseeländer Rewi Alley (*1897;1987 biografische Angaben) durch elf chinesische Provinzen und berichtet über die sozialen und wirtschaftlichen Fortschritte im Rahmen der politischen Kampagne des "Großen Sprung nach vorn". Der Dichter und Sozialreformer ist bereits seit 1927 in China, hat die chaotischen Zustände unter der Guomindang-Regierung von Chiang Kai-shek miterlebt und engagiert sich nun für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas.

. Publikation: l China's Hinterland - in the Leap Forward .
. Rewi Alley
New World Press, Peking 1961
Mit zahlreichen Abbildungen. 550 Seiten 

1959
Die Unzufriedenheit in Tibet gipfeln in einem Aufstand in Lhasa. Durch die militärische Überlegenheit der dort stationierten chinesischen Truppen wird dieser schnell niedergeschlagen. Der Dalai Lama flieht in Verkleidung nach Indien. Widersprüchliche Aussagen machen eine eindeutige Rekonstruktion der Situation vor Ort unmöglich. Einige Historiker meinen, die Unruhen seinen von chinesischer Seite absichtlich provoziert worden, um nach neun Jahren Besetzung endlich eine Handhabe entweder zur Entmachtung, Vertreibung oder gar Ermordung des Dalai Lama zu erlangen. Die chinesische Regierung nimmt nun den Aufstand zum Anlass, das 17-Punkte-Abkommen von 1951 zu widerrufen, welches eine sehr liberale Tibetpolitik verfolgt und die innere kulturelle Autonomie Tibets garantiert.

Am 20. Juni kündigt die Sowjetunion den chinesisch-sowjetischen Atomwaffenhilfsvertrag .

Verteidigungsminister Peng Dehuai kritisiert Maos Innen- und Außenpolitik. In der Konferenz von Lushan am 1. Juli 1959 initiierte Mao eine Kampagne gegen die so genannten „Rechtsabweichler“, womit es ihm gelingt, alle Politiker, die seinem Programm mit zweifelhafter Einstellung gegenüberstehen, einzuschüchtern. Peng Dehuai fällt dadurch in Ungnade und wird durch Lin Biao ersetzt.

1959

kommt die 73jährige Journalistin Anna Louise Strong (*1885,1970 biografische Angaben) noch einmal nach Lhasa. Durch den tibetischen Volksaufstand und die Flucht des 14. Dalai Lama nach Indien bemüht sich die chinesische Regierung um internationale Reputation und lädt deshalb im Sommer 19 Journalisten aus 11 Ländern zur Besichtigung der tibetischen Hauptstadt ein.

. Publikation: l

When Serfs Stood Up in Tibet

.
.
Anna Louise Strong
New World Press, Peking 1960
Mit 23 s/w-Abbildungen und einer Karte. 326 Seiten
[Schilderung der aktuellen Situation in Tibet aus pro-chinesischer Sicht, d. h. mit einem anfänglichen "Artillerieangriff der Tibeter auf die stationierte chinesische Volksbefreiungsarmee in Lhasa und der gewaltsamen Entführung des Dalai Lama nach Indien durch reaktionäre tibetische Kreise".]
(Deutsche Ausgabe:)
Entschleiertes Tibet
Rütten & Loening, Berlin 1961.
Mit 16 Abbildungen. 152 Seiten











A*

1959,
 








                   1960

am 30. September und somit am Vorabend des chinesischen Nationalfeiertags, überschreitet der australische Journalist Frederick Nossal (*1927) die geschichtsträchtige Brücke von Shumchun, die den Übergang von der britischen Kronkolonie Hong Kong zur Volksrepublik China bildet. Er ist auf dem Weg nach Peking, wo die kanadische Tageszeitung The Toronto Globe and Mail überraschend die Erlaubnis zur Einrichtung eines Korrespondentenbüros erhalten hat. Nossal wird so der dritte westliche Auslandskorrespondent neben den Mitarbeitern von DPA und Reuters in Peking. Nach zwei Monaten lässt er seine Frau und die vier Kinder nachkommen. Doch seine Berichterstattung ist der chinesischen Regierung auf Dauer zu kritisch und so wird sein Visum
nicht mehr verlängert.

. Publikation: l

Dateline - Peking

.
.   Frederick Nossal
(Englische Ausgabe:)
Macdonald, London 1962
Mit 24 s/w-Abbildungen. 224 Seiten
(Kanadische Ausgabe:)
Longmans, Toronto 1962
Mit 24 s/w-Abbildungen. 224 Seiten





1960
ist das Jahr des ideologischen und wirtschaftlichen Bruchs zwischen China und der Sowjetunion. Nachdem Chruschtschow im Vorjahr eine "friedliche Koexistenz mit dem Imperialismus" für denkbar propagierte und sich nun um eine Entspannung mit den USA bemüht, kritisiert das offizielle chinesische Parteiorgan "Rote Fahne" dies als "revisionistische Tendenzen" der sowjetischen Politik. Im Juli zieht die Sowjetunion daraufhin ihre 1390 in China tätigen Fachleute und Berater zurück, außerdem werden weitere Verträge aufgekündigt. Darunter auch das chinesische Atomprogramm, das China in die Gruppe der Atommächte bringen sollte. Wortwörtlich "über Nacht" bleiben so hunderte von halb- und viertelfertige Industrieprojekte zurück. Moskau beschuldigt Mao, einen dritten Weltkrieg herbeiführen zu wollen. China tituliert die Sowjetunion fortan mit "Sozialimperialisten".
Mit dem Abbruch der Beziehungen werden auch die zwischen China und der Deutschen Demokratischen Republik aufgekündigt.

Die Volksrepublik unterzeichnet ein Abkommen mit Nepal, das den Grenzverlauf im Gebiet des 8.848 Meter hohen Mount Everest festlegt. Der Gipfel liegt damit in Nepal, die Landesgrenze verläuft über den westlichen und südöstlichen seiner drei Gipfelgrate.
1960

besucht Edgar Snow (*1905, 1972; biografische Angaben) nach 15jähriger Abwesenheit von Juli bis Oktober die Volksrepublik China und wird als alter Freund der Staatsführung mit offenen Armen empfangen. Er bereist das Land und schildert seine neuen Eindrücke in einer umfangreichen 

. Publikation: l

The other side of the river. Red China today.

.
Edgar Snow
Random House Inc., New York 1961/62
Mit 65 s/w-Abbildungen und einer Karte. 810 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
Gast am anderen Ufer. Rotchina heute.
KindlerVerlag, München 1964
Mit einigen Abbildungen und einer Karte. 851 Seiten 
[Weniger ein Reisebericht im klassischen Sinne als vielmehr eine erneute politisch-sozial-wirtschaftliche Bestandsaufnahme]





1960

wird der sowjetische Chemiker Mikhail A. Klochko (*1902, 1985; biografische Angaben) im März nach zwei Jahren erneut zur wissenschaftlichen Unterstützung in die Volksrepublik China entsandt. Mit der Eisenbahn reist er nach Peking und fliegt dort weiter nach Kunming, der Provinzhauptstadt von Yunnan. Doch was als politisch-solidarische Geste beginnt, endet im Eklat der kommunistischen Bruderstaaten: Mitte Juli wird Klochko in die Sowjetunion zurückgerufen - und mit ihm alle übrigen wissenschaftlichen Fachkräfte. 

. Publikation: l

Soviet Scientist in Red China

.
.   Mikhail A. Klochko
Frederick A Praeger, New York 1963
213 Seiten
[Der Verfasser nutzte 1961 einen internationalen Fachkongress in Kanada, um dort politisches Asyl zu beantragen.] 

1960

wird eine franko-kanadische Delegation im Rahmen des Kulturaustauschs nach China eingeladen, darunter der Schriftsteller Jacques Hébert (*1923;2007 biografische Angaben) und der spätere kanadische Premierminister Pierre Elliott Trudeau (*1919;2000 biografische Angaben). Im Herbst reist die Gruppe so fünf Wochen lang von Peking in die Mandschurei, besichtigt Shanghai, Hangchow [Hangzhou] und Canton [Guangzhou].

. Publikation: l

Deux Innocents En Chine Rouge

.
. Jacques Hébert, Pierre Elliott Trudeau
Les Éditions de l'Homme, Montréal 1961
Mit 10 Fotografien. 158 Seiten

1960

reist der in Amerika lebende Cousin von Graham Greene, der britische Journalist Felix Greene (*1909;1985 biografische Angaben), von Juni bis Oktober durch die Volksrepublik China.

. Publikation: l

Awakened China. The Country Americans Don't Know.

.
.
Felix Greene
Doubleday & Company, Inc., New York 1961
425 Seiten
[Der pro-kommunistisch eingestellte Autor bemüht sich um Aufgeschlossenheit gegenüber China, das zu diesem Zeitpunkt vom offiziellen Amerika geschnitten und totgeschwiegen wird. Die Publikation "The Wall has two sides" ist eine zwei Jahre später in England herausgegebene überarbeitete Auflage. 1978 erscheint sein Buch "Peking", in welchem er seine vielschichtigen Reiseeindrücke aus den Besuchen der zurückliegenden Jahre rund um die Hauptstadt Beijing zusammenfasst und mit interessanten Aufnahmen reich bebildert.] 

1960

kann der französische Reporter Edouard Calic im Auftrag der Pariser Zeitung Combat nach China reisen. Drei Jahre hat er auf das Einreisevisum warten müssen, doch dafür ist es ihm als einem der ersten ausländischen Journalisten möglich, auch Lhasa zu besuchen, knapp ein Jahr nach der Niederschlagung des tibetischen Aufstandes und der Flucht des Dalai Lama nach Indien.

. Publikation: l La Chine grande Puissance .
.
Edouard Calic
André Bonne, Paris 1960
268 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

. Die roten Söhne des Himmels .
.   Fackelträger-Verlag Schmidt-Küster GmbH, Hannover 1962
Mit 38 Abbildungen. 223 Seiten 
[Ein unpersönlicher Reisebericht mit vielen Zahlen und wenig kritischen Überlegungen.]

1961
verurteilt die sowjetische Führung auf dem XXI. Parteitag das Verhalten der Kommunistischen Partei Albaniens und zieht dort ebenfalls die russischen Berater ab. China unterstützt daraufhin sofort Albaniens Bestrebungen, sich aus dem Verbund des Ostblocks abzusetzen und fördert das Land wirtschaftlich und militärisch. So entsteht mit Albanien das einzige Land weltweit, das sich zum Maoismus bekennt.  

Innenpolitisch muss Mao Zedong eine Niederlage hinnehmen, als er das Amt des Staatspräsidenten an Liu Shaoqi abtreten muss und dieser die bisherige Wirtschaftspolitik und den Großen Sprung nach vorn als Fehlentwicklung darstellt und die Großkommunen wieder in kleinere Einheiten auflöst. Betriebe werden nun wieder durch Experten geleitet, die Produktion orientiert sich an den realen Bedürfnissen und Löhne und Prämien schaffen Anreize zu höherer Produktivität. Bauern dürfen auf kleinen Parzellen Waren auf eigene Rechnung für den freien Markt produzieren.
 
Noch gibt in der Volksrepublik eine Vielzahl von Kapitalisten-Familien, viele davon sind Millionäre.
1961

setzt der Dichter und Sozialreformer Rewi Alley (*1897;1987 biografische Angaben) den Besuch einzelner chinesischer Provinzen fort und besucht Kiangsi [Jiangxi]. Trotz der zurückliegenden Missernten und Hungersnöte wollen ihm die sozialen und wirtschaftlichen Fortschritte im Rahmen der politischen Kampagne des "Großen Sprung nach vorn" unübersehbar sein.

. Publikation: l Land and Folk in Kiangsi - a Chinese Province in 1961. .
.
Rewi Alley
New World Press, Peking 1962
Mit 60 Abbildungen und einer Karte. 97 Seiten 
[Eine andere Publikationen von Rewi Alley "Travels in China 1966-1971" (Deutsch: Quer durch China) stellt trotz des Titels keinen Reisebericht im klassischen Sinne dar, sondern ist eine Bestandsaufnahme der politisch-sozialen Situation in China. Es finden sich keinerlei kritische Anmerkungen zu den Kehrseiten der "Kulturrevolution".]

1961

reist der deutsche Schriftsteller und Dramaturg Günther Weisenborn (*1902, 1969; biografische Angaben) im Januar bereits zum zweiten Mal nach China. Schon drei Jahre zuvor verbrachte er mehrere Monate in der Volksrepublik, nun ist der deutsche Pazifist und Widerstandskämpfer vom Allchinesischen Schriftstellerverband zu einer Vortragsreise eingeladen. Bis März besucht er mehrere chinesische Großstädte.

. Publikation: l Am Yangtse steht ein Riese auf. Notizbuch aus China. .
.
Günther Weisenborn
Paul List Verlag, München 1961
Mit einer Karte.257 Seiten 
[Im Buch sind die Eindrücke beider Reisen miteinander verwoben, gelegentlich werden Zeitangaben gemacht.]

1961

wählt Dr. Elly Staegmeyr, Leiterin der Handelsredaktion der Süddeutschen Zeitung, im April die Eisenbahn, um als Teilnehmerin einer Reisegruppe in zehn Tagen über Moskau und Irkutsk gemächlich durch die Mandschurei nach Peking zu gelangen. Weitere Stationen der nächsten neunzehn Tage bilden Schanghai, Hangchow [Hangzhou] und Kanton [Guangzhou].

. Publikation: l China lebt für die Zukunft .
.
Elly Staegmeyr
Süddeutscher Verlag GmbH, München 1961
Mit 45 Abbildungen und zwei Karten.53 Seiten 
[Großformatiger Sonderdruck der in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Artikelserie.]

1962
Der Panchen Lama äußert sich kritisch über die aktuelle Situation in Tibet und zieht sich damit die Verärgerung der chinesischen Führung zu.
 
Der Personenkult um Mao Zedong nimmt immer ausgeprägtere Züge an und wird seinen Höhepunkt während der so genannten Großen Proletarischen Kulturrevolution in vier Jahren erreichen.
1962

erreichen Georg Stuart Gelder (*1899, 1975; biografische Angaben) und seine Ehefrau Roma (*1899, 2000) im September die tibetische Hauptstadt Lhasa. Bereits zwei Jahre zuvor hatten sie einen Großteil der Volksrepublik bereist, doch Tibet aus Zeitgründen nicht mehr besuchen können. Dies holen sie nun nach und reisen von Lanzhou in der Provinz Gansu mit dem Flugzeug nach Lhasa, wo sie sich fünf Wochen lang umsehen.

. Publikation: l The Timely Rain  A*
.
Stuart und Roma Gelder
Hutchinson & Co., London 1964
Mit 28 Farbabbildungen und einer Karte. 248 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

. Visum für Tibet. Eine Reise in das geheimnisvollste Land der Erde. 
. Econ-Verlag GmbH, Düsseldorf und Wien 1965
Mit zahlreichen Abbildungen. 345 Seiten
[Gelder versucht sachlich abzuwägen, war aber zu einer Zeit in Tibet, in der Vieles noch nicht bekannt war. So glaubte er noch der chinesischen Version, der Dalai Lama sei von nationalistischen Tibetern gegen seinen Willen nach Indien entführt worden. Lhasa macht auf ihn einen ruhigen Eindruck, tibetische Adelige sind noch in ihren Ämtern. Doch es ist die Ruhe vor dem Sturm, die Kulturrevolution wird das Land schwer treffen.]


.
 

1962

setzt der Dichter und Sozialreformer Rewi Alley (*1897;1987 biografische Angaben) den Besuch einzelner chinesischer Provinzen fort und reist nach Hunan. In der Heimatprovinz des Vorsitzenden Mao Zedong besucht er "inmitten Bergen und Flüssen" die Porzellanmanufaktur in Liling, den heiligen Berg Hengshan sowie die lokale Minderheiten-Bevölkerung im Süden und Westen der Provinz.

. Publikation: l Amongst Hills and Streams of Hunan. In the fall of 1962. .
. Rewi Alley
New World Press, Peking 1963
Mit 72 Abbildungen und einer Karte. 130 Seiten 
[Mischung aus Reisebericht und sozio-wirtschaftlicher Bestandsaufnahme. Maos Geburtsort Shaoshan ist noch nicht der Erwähnung wert - der Personenkult um Mao wird seinen Höhepunkt erst später erreichen. Als optimistischer Philanthrop sieht Alley das Gute und Positive seiner Zeit und ist von einer viel versprechenden Entwicklung Chinas in der Zukunft zutiefst überzeugt.]

1962
 

 
 
 
                   1963

reist der Journalist Pieter van Blaettjen Ende des Jahres mit der Eisenbahn über Russland und die Mongolei nach "Rot-China". Ab Irkutsk kann er mit der im Vorjahr eröffnete Linie der Transmongolischen Eisenbahn über Ulanbaatar die Grenzstation Erhlien [Erlian / Eren Hot / Ereen] in der Inneren Mongolei erreichen und damit die ansonsten weit längere Fahrt durch die Mandschurei erheblich abkürzen. Bis zum Frühjahr
verbringt er die Zeit mit Recherchen, erst in Peking und Umgebung, dann in Kanton [Guangzhou]. Auf seiner Fahrt dorthin sieht er in Wuhan als einer der ersten Ausländer die gerade fertig gestellte Brücke über den Yangzi Jiang.

. Publikation: l Die gelbe Gefahr hat rote Hände. Ein Chinabericht aus dem Winter 1962/63. .
. Pieter van Blaettjen
Leopold Stocker Verlag, Graz/Stuttgart 1963
Mit 28 Abbildungen. 232 Seiten 
[Kritische Beurteilung der Volksrepublik vor dem Hintergrund des Kalten Krieges: "Was ich entdeckte? Etwas Furchtbares, etwas von einem unvorstellbaren Ausmaß: die geistige Umwandlung eines Volkes mit einer viertausendjährigen Kultur - die Fabrik eines neuen Menschen."]

1963
ruft China zu einer weltweiten militanten Einheitsfront gegen den Imperialismus der USA auf, was der neuen sowjetischen Außenpolitik widerspricht, die mehr und mehr eine friedliche Koexistenz anstrebt. Weltweit führt dieser Zwist der beiden großen kommunistischen Schwesterparteien zur Spaltung des kommunistischen Lagers. Die Sowjetunion und China driften unwiderruflich auseinander.
1964
Im Januar erkennt Frankreich die Volksrepublik China als die alleinige rechtmäßige chinesische Regierung an.
 
Um durch die Konfrontation mit der Sowjetunion und den USA nicht in eine weltweite Isolation zu geraten, bemüht sich die chinesische Führung nun darum, westliche Journalisten vermehrt für einen Besuch der Volksrepublik zu gewinnen. Allein in diesem Jahr nutzen diese Chance rund 2000 ausländische Touristen und besuchen das Land der Mitte.
 
Am 16. Oktober zündet China seine erste Atombombe in der Wüste Lop Nor, in der ehemals tibetischen Provinz Amdo, nun Qinghai und wird damit zur fünften Atommacht.
1964

kommt der westdeutsche Journalist Harry Hamm (*1922,1979 biografische Angaben) recht überraschend in den Genuss, die Volksrepublik China gleich zwei Mal bereisen zu dürfen. Im Rahmen einer Freundschaftsdelegation wird ihm im Frühjahr als Staatsgast zwei Wochen lang das Land gezeigt. Im Herbst gewährt man ihm dann die Bitte, das flüchtig Gesehene auf einer mehrwöchigen Individualreise vertiefen zu dürfen. Frei und ungehindert durchstreift er daraufhin Das Reich der 700 Millionen und berichtet in der FAZ über das Gesehene - das die im Westen geläufigen Vorurteile nicht bestätigt und zu einer versachlichten Auseinandersetzung mit den Errungenschaften wie Schwächen der neuen Supermacht beiträgt.

. Publikationen: l Das Reich der 700 Millionen. Begegnung mit dem China von heute. .
. Harry Hamm
Econ Verlag, Düsseldorf 1965
Mit zahlreichen Abbildungen. 358 Seiten 

[Anlass für die Freundschaftsdelegation im Frühjahr war die Einrichtung einer neuen internationalen Fluglinie nach China. Bislang bestand nur eine einzige Flugverbindung, die als Transit über Moskau verlief. Durch das politische Zerwürfnis mit der Sowjetunion suchte China deshalb dringend nach einer weiteren internationalen Flugverbindung, die nun mit Pakistan eingerichtet wurde. Einen Reisebericht stellt nur das erste Viertel des Buches dar, er ist bedacht und persönlich.]


. l China. Grenzen einer Großmacht. .
.   Harry Hamm
Paul List Verlag KG, München 1970
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 198 Seiten
ISBN: 3-471-77760-1 
[Ein späterer Bildband mit Aufnahmen der Reisen von 1964 und kurzen gesellschaftspolitischen Anmerkungen.]

1964

profitiert auch der österreichische Journalist Hugo Portisch (*1927 biografische Angaben) von den Einreiseerleichterungen und erhält nach über zwei Jahren Wartezeit sein Visa für die Volksrepublik. Über Hongkong erreicht er Kanton [Guangzhou] und kann sich mehrere Wochen mit seinen Dolmetschern in Peking, der Südmandschurei, Shanghai und Nanjing umsehen.

. Publikation: l So sah ich China. Ein Tatsachen- und Erlebnisbericht aus dem Reich Mao Tse-tungs. .
.   Hugo Portisch
Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1965
Mit 110 s/w und 43 Farbbildern sowie 7 Übersichtskarten. 351 Seiten
In identischer Buchausstattung:
Augenzeuge in Rotchina
Südwest Verlag, München 1965 
[Die ersten 43 Seiten geben einen lebendigen Eindruck von seiner Reise ab Hongkong mit der Eisenbahn über Kanton [Guangzhou] nach Beijing. Das restliche Buch beschreibt die neue sozialistische Wirklichkeit anhand von Zahlen, Fakten und Beispielen.]






1964

nimmt der schreib- und reiselustige Dominikaner-Pater Maurice Lelong (*1900,1981) an der ersten organisierten Touristenreise nach China teil. Vom Gare du Nord in Paris geht es mit dem Zug über Moskau, Sibirien und die Mandschurei nach Pékin [Beijing] und immer weiter auf dem Schienenweg nach Sian [Xian], Nankin [Nanjing], Changhai [Shanghai] und Hang-tchéou [Hangzhou], insgesamt 21.000 Kilometer. Die Rückreise erfolgt ebenfalls mit dem Zug noch bis Oulan-Bator [Ulaanbaatar], dann aber wird geflogen.

. Publikation: l Il est dangereux de se pencher au dehors .
.
Maurice Lelong
Robert Laffont, Paris 1965
Mit einer Karte. 395 Seiten
[Das Buch stellt mehr eine literarische Reflexion als einen Reisebericht im klassischen Sinne dar.]

1965
wird mit dem Abriss der alten Stadtmauer von Beijing begonnen. Bis 1969 sind fast alle Teile der im 15. Jahrhundert errichteten Stadtbefestigung verschwunden, um Platz für eine breite Ringstraße zu schaffen (und symbolträchtig die Schaffung einer neuen chinesischen Gesellschaftsordnung zum Ausdruck zu bringen). Der ursprüngliche Mauerkranz um die Altstadt wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut. Als Hauptstadt der letzten drei Dynastien des chinesischen Kaiserreichs hatten die Befestigungsanlagen monumentalen Charakter: an ihrer Basis waren die Mauer 20m breit, an der Mauerkrone 12m, ihre Höhe betrug 12 Meter.
 
In diesem Jahr sind in China erst neun Großstädte für den internationalen Tourismus geöffnet - offiziell, weil es an entsprechenden ausgestatteten Hotelunterkünften mangelt.
 



1965

"Falls ich die Brücke überqueren und jenen Bach überschreiten konnte, war ich die erste Mitarbeiterin eines amerikanischen Blattes, die seit dem kommunistischen Sieg 1949 China betrat." Und so blickt Lisa Hobbs (*1928; biografische Angaben) im Frühjahr
etwas aufgeregt und unsicher dem Grenzübergang Lo Wu entgegen, der von Hongkongs New Territories hinüber zur Volksrepublik China führt - denn sie hat die Angaben für ihr Visum gefälscht
. Zwei Jahre zuvor hatte die couragierte Journalistin nämlich bereits alle offiziellen chinesischen Stellen mit Visa-Anträgen bombardiert. Doch es herrscht Kalter Krieg und sie bemüht sich ebenso vergeblich wie ihre anderen amerikanischen Kollegen, denen eine Einreiseerlaubnis aufgrund der politischen Spannungen zwischen den USA und der Volksrepublik verwehrt bleibt. Auch die amerikanische Presse schweigt China tot: "Eine Meinungsumfrage ergab, daß 28% der befragten Amerikaner nicht einmal wußten, daß China eine kommunistische Regierung hat." Nun reist Lisa Hobbs kurzerhand mit einer australischen Reisegruppe ein und verschweigt, dass sie von der amerikanischen Hearst-Presse mit einer Artikelserie über China beauftragt ist. Über Kanton [Guangzhou] geht es per Zug in drei Tagen nach Peking, von dort aus mit dem Flugzeug wieder südwärts nach Shanghai und weiter mit dem Zug nach Sutschou [Suzhou] und Hangtschou [Hangzhou].

. Publikation: l I saw Red China
.
Lisa Hobbs
McGraw-Hill Book Company, New York 1966
217 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

.

. Ich sah Rot-China. Ein Bericht.
. Franz Ehrenwirth Verlag KG, München 1966
259 Seiten
[Während der amerikanische Zoll all jenen Besuchern die Einreise erschwert, bei denen sich im Paß ein Visa-Stempel der Volksrepublik China findet, erlebt die Verfasserin auf der Gegenseite ein gänzlich anderes Verhalten: Um den China-Besuchern keine Unannehmlichkeiten zu bereiten, wird das Visum nicht in den Reisepaß eingestempelt, sondern auf einem separaten Stück Papier lediglich eingelegt.]

.

1965

bereist die australische Schriftstellerin Cynthia Nolan (*1908,1976; biografische Angaben) mit ihrem Ehemann Ostasien und China. Per Flugzeug geht es erst nach Peking und Shanghai, mit einem Abstecher nach Soochow [Suzhou].

. Publikation: l A Sight of China .
.   Cynthia Nolan
Macmillan and Co. Ltd., London 1969
Mit 4 Abbildungen  und einer Karte. 165 Seiten
[Der Reisebericht über China nimmt die zweite Hälfte des Buches ein. Zuvor besuchen die Nolans Australien, Indochina, Indien und Pakistan..]

1966
durchschwimmt Mao Zedong als symbolische Geste am 16. Juli den Yangzijiang und greift dann wieder aktiv in die Politik ein. Um seine verlorene Machtposition zurückzuerobern, ruft er die "Große Proletarische Kulturrevolution" aus. Die Aktion zielt gegen "bürgerliche und reaktionäre Elemente", formuliert die wahre Absicht aber sehr klar: "Das Hauptangriffsziel der gegenwärtigen Bewegung sind jene innerhalb der Partei, die an der Macht sind und den kapitalistischen Weg gehen". Mao sucht er sich die Unerfahrensten und Leichtgläubigsten der Gesellschaft aus, um den Schlag gegen seine Widersacher zu führen - die Jugendlichen. Von ihm legitimiert, besetzen sie als militante Rote Garden erst Schulen und Universitäten, dann auch Fabriken und Verwaltungsbehörden. Ohne klare Führung oder Direktiven, außer Maos Devise "Zerschlagt das Alte", ziehen die Gruppen nach einigen Monaten mordend und plündernd über das Land und zerfallen in Splittergruppen, die sich schließlich sogar gegenseitig bekämpfen. Die Zustände geraten außer Kontrolle, China beginnt in der Anarchie zu versinken. Mao lässt deshalb im Folgejahr die Armee gegen die Roten Garden einsetzen und sorgt dann dafür, dass die Jugendlichen jahrelang in die Provinz zur Landarbeit geschickt werden. Offiziell sollen sie das revolutionäre Gedankengut in die ländlichen Gebiete tragen und im Gegenzug von den Bauern sozialistische Realität lernen. Für die meisten der Jugendlichen werden dies jedoch zu verlorene Lebensjahren.
Nachdem er sich innerhalb der Parteiführung wieder durchgesetzt und seine absolutistische Position gesichert hat, geht  Mao aus dem ganzen Chaos mit einer fortan unangreifbaren Machtposition hervor. Millionen von Menschen, vorwiegend Intellektuelle, wurden während der Kulturrevolution in Arbeitslager eingesperrt.  
 
Lin Biao, der altgediente kommunistische Heereskommandeur aus Bürgerkriegstagen, von Mao Anfang der 60er zur Unterstützung des eigenen politischen Flügels zum Verteidigungsminister aufgebaut, entwirft eine Sammlung von Zitaten Maos, die "Aussprüche des Vorsitzenden Mao". Das Buch wird zuerst zur Schulung der Soldaten der Volksbefreiungsarmee in Millionenauflage (insgesamt geschätzte Auflage: 1 Milliarde!)  herausgegeben und eifrig studiert. Von 1966 - 1976, der Zeit der Kulturrevolution, ist es in China so bedeutend, dass es eine inoffizielle Pflicht darstellte, dieses Buch bei sich zu tragen und jederzeit vorweisen zu können. Im Westen wird das rot eingebundene kleinformatige Büchlein als "Mao-Bibel" berühmt.
1966,

kurz vor Beginn der Kulturrevolution, wird es gewesen sein, dass sich die französische Journalistin Colette Modiano (*1924,2011; biografische Angaben) ins "China der tausend Geheimnisse" begibt, "durch das ich einen ganzen Monat lang die ersten Teilnehmer der teuersten Gesellschaftsreise in der Geschichte des Tourismus führen sollte, einer <Roten Reise> für Millionäre." Ihr Weg führt von Peking aus mit dem Zug nach Lojang [Luoyang], Sian [Xian], Nanking, Schanghai und Hangtschou [Hangzhou]. Von dort geht es im Flugzeug schließlich nach Kanton [Guangzhou] und abschließend nach Hongkong. Eine ereignisreiche und auch erstaunliche Reise ...

. Publikation: l

Twenty Snobs and Mao. Travelling de luxe in Communist China.

.
. Colette Modiano
Michael Joseph Ltd., London 1969
Mit 12 Bildseiten und einer Karte. 182 Seiten
ISBN 0-7181-0682-2
(Deutsche Ausgabe:)


. Maos Land des Lächelns. Eine Reise durch Rotchina.  .
. Albert Müller Verlag, Rüschlikon-Zürich/Stuttgart/Wien 1971
"Mit einer Karte im Text und 16 Photos auf Kunstdrucktafeln". 187 Seiten
[
Äußerst amüsant und spitz geschrieben! Man fragt sich, wie die Autorin dieses Buch ohne nachfolgende Gerichtsprozesse veröffentlichen konnte, sollten die genannten Namen der Reiseteilnehmer wirklich authentisch sein ...]

1966

unternimmt der australische Historiker Geoffrey Norman Blainey (*1930; biografische Angaben) mit dem Zug eine der längsten überhaupt möglichen Landreisen: von Hong Kong nach Norden quer durch die Volksrepublik China, durch die Weiten der Mongolei und Sibiriens Richtung Westeuropa bis zum Zielbahnhof in London.

. Publikation: l

Across a Red World

.
. Macmillan, Melbourne, London, 1968
St. Martin's Press, New York 1968
Mit einer Karte. 215 Seiten
[
Auf seiner Fahrt wirft der Autor einen wachen Blick auf die Situation in China kurz vor Beginn der Kulturrevolution.]

1967
Am 17. Juni zündet die Volksrepublik China die erste Wasserstoffbombe.
 
Der Staatspräsident Liu Shaoqi wird im Rahmen der Kulturrevolution vom radikalen linken Flügel der KPCh entmachtet und als "Reaktionär und Arbeiterverräter" gebrandmarkt.
 
Pu Yi, der von 1908-11 letzte amtierende chinesische Kaiser, stirbt in Peking im Alter von 61 Jahren. 1945 war er in sowjetische Gefangenschaft geraten, aber erst 1950 an die Volksrepublik ausgeliefert worden. Nach neu Jahren der "Umerziehung" erfolgt seine Entlassung aus der chinesischen Haft.
1968
Pünktlich zum Jahrestag der Gründung der Volksrepublik wird am 1. Oktober die Yangzi-Brücke bei Nanjing eingeweiht. Sie misst über 6.700 Meter Länge und zählt damit zu einer der größten Brücken Asiens. Sie ist mehrstöckig und beendet den bisherigen umständlichen Fährverkehr, ihre Pfeiler weisen über hundert Meter Gesamthöhe auf. Für die Volksrepublik ein Prestigeobjekt, da sie nach Abzug der russischen Berater und Ingenieure trotz enormer technischer Schwierigkeiten nur mit chinesischem Know-how und chinesischen Fachkräften errichtet wurde.
 
In Großbritannien wird in diesem Jahr eine Standard Booknumber (SBN) entworfen und innerhalb eines Jahres zur International Standard Booknumber (ISBN) umgewandelt. Sie dient fortan weltweit zur eindeutigen Identifizierung von Büchern und wird 1972 in der ISO 2108 definiert. Ihr zehnstelliger Zahlencode besteht aus vier mittels Bindestrich voneinander getrennten Zahlengruppen, wobei die erste die Landesgruppe angibt, in der der Verlag seinen Sitz hat, die zweite steht für den Verlag selbst, die dritte ist die interne Buchnummer des Verlags und die vierte stellt eine mathematische Kontrollziffer darstellt. (Zum 1.1.2007 wird diese zehnstellige ISBN aus Kapazitätsgründen um drei Stellen erweitert.)
1969
arten die Spannungen zwischen China und der Sowjetunion zu bewaffneten Auseinandersetzungen aus: Im März am nördlichen Grenzfluss des Ussuri in der Mandschurei, im August in der Provinz Xinjiang. China fühlt sich von der Sowjetunion zunehmend militärisch gefährdet, insbesondere, nachdem der Warschauer Pakt im Vorjahr in der Tschechoslowakei militärisch interveniert hat.
 
Im April erklärt der IX. Parteitag in Beijing das offizielle Ende der Kulturrevolution.
1969

kommt der deutsche Korrespondent Werner Simon (*1900) mit seiner Familie in Peking an und verbringt die nächsten Jahre als dpa-Korrespondent in der Hauptstadt der VR China.

. Publikation: l Die lächelnde Großmacht. Der aktuelle China-Report. .
.   Werner Simon
Bechtle Verlag, Essen 1973
312 Seiten 
ISBN 3-7628-0166-5

1970
erkennen Kanada und Italien die Volksrepublik China als die einzig rechtmäßige chinesische Regierung an. Damit setzt eine "Anerkennungswelle" westlicher Staaten ein, die ein solches Tempo annimmt, dass kurz darauf der Wohnraum für Ausländer in Beijing zur Mangelware wird.

Die chinesische Regierung bittet den bekannten italienischen Regisseur Michelangelo Antonioni um einen Dokumentarfilm über das "moderne kommunistische China". Als der Film zwei Jahre später fertig gestellt ist und den chinesischen Auftraggebern vorgeführt wird, sind diese von der ungeschminkten und auch die Schattenseiten zeigenden Realistik des Films so entsetzt, dass der Film zurückgewiesen wird.

1970

bereist die Italienerin Maria-Antonietta Macciocchi (*1922,2007; biografische Angaben) die Volksrepublik China, um sich einen Eindruck über den Stand der Revolution zu machen. Neben Beijing werden die Städte Tianjin, Nanjing, Shanghai und Guangzhou besucht.

. Publikation: l Dalla Cina. Dopo la rivoluzione culturale. .
.   Maria-Antonietta Macciocchi
Feltrinelli, Milano 1971.
(Französische Ausgabe:)
De la Chine
Èditions du Seuil, Paris 1971
Mit einer Karte. 594 Seiten
ISBN 3-7628-0166-5





1971
führt der chinesische Premierminister Zhou Enlai im Juli Geheimgespräche mit Henry Kissinger, dem Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten, und bereitet damit den Besuch von Richard Nixon im Folgejahr vor. Chinas Außenpolitik vollzieht damit eine Kehrtwendung, weg von Maos scharfer Konfrontation mit den USA und hin zu einer Politik der Kooperation mit dem Westen. Als symbolische Geste wird anfangs ein amerikanisches Tischtennis-Team nach China eingeladen, was später im Westen den Begriff der "Ping-Pong-Diplomatie" prägt.
 
Die Bundesrepublik Deutschland setzt den Schwerpunkt ihrer Außenpolitik in einer Aussöhnung mit den östlichen Nachbarstaaten und bemüht sich demonstrativ um die Entspannung mit der Sowjetunion. Aus dieser Rücksichtnahme heraus werden die diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China zurückgestellt. Von chinesischer Seite wird dies bemängelt und lange Zeit als ein Zusammenspiel von "sowjetischen Revisionisten" und "Bonner Revanchisten" bezeichnet.
 
Am 25. Oktober erfolgt die Anerkennung durch die Vereinten Nationen, dass die Volksrepublik China die einzig rechtmäßige chinesische Regierung ist. Taiwan verliert diesen bisherigen Status im Gegenzug.
 
Der Verteidigungsminister Lin Biao, als stellvertretender Parteivorsitzender einer der führenden Männer des Landes, stirbt mit seiner ganzen Familie durch einen Flugzeugabsturz in der Mongolei. Dem bis heute nicht aufgeklärten Unfall soll nach offizieller Darstellung ein geplanter Staatsstreichs mit der Ermordung Maos zugrunde liegen. Nach dessen überraschender Aufdeckung flüchtete die Familie überstürzt in die Sowjetunion und es kommt wegen Treibstoffmangels zum Absturz in der Mongolei. (Überzeugender ist aber eine andere Lesart: Lin, der von Mao in den letzten Jahren zu seinem Nachfolger aufgebaut worden war, wurde von Mao beseitigt, da Lin eine klare anti-westliche Einstellung vertrat. Seine Familie floh daraufhin überstürzt mit unzureichend Benzin Richtung Sowjetunion. Laut den russischen Behörden am Unfallort wurde Lin Biao nicht unter den Toten gefunden!). Ein Jahr lang wird der Unfall offiziell vertuscht. Dann wird Lin Biao öffentlich gebrandmarkt und posthum aus der Partei ausgeschlossen.
1971

kann der gebürtige Australier Ross Terrill (*1938; biografische Angaben) zum zweiten Mal China besuchen. Der in den USA lehrende Sinologe profitiert von der erst 1971 langsam einsetzenden ideologischen Entspannung zwischen der Volksrepublik und den USA und kann sich so offizielle im Auftrag des amerikanischen Magazins Atlantic Monthly im Reich der Mitte umsehen. Betreut von der Informationsabteilung des Außenministeriums der Volksrepublik China geht es ihm um eine Bestandsaufnahme nach der Kulturrevolution. Insgesamt 10.000 Kilometer legt er zwischen Hongkong, Canton [Guangzhou], Peking, Xian, Yan'an, Shanghai, Nanjing, Changsha und Shaoshan zurück.

. Publikationen: l

800,000,000 The Real China

.
.
Ross Terrill
Little, Brown and Company, Boston/Toronto 1972
Mit 27 Abbildungen und einer Karte. 235 Seiten
ISBN: 0-31683760-1
[1971 erschien der Text vorab in der Zeitschrift Atlantic Monthly, Nr. 228/5 und Nr. 229/1]
[Der Verfasser besucht die Volksrepublik, als Mao-Zitate auf Mauern augenfällig übertüncht, Mao-Statuen demontiert und die omnipräsenten Mao-Bilder wieder abgehängt werden. Doch Terrill Ross, Mitglieder der australischen Labour-Party, ist vom Gesehenen und Erlebten so positiv eingenommen, dass er diese Zeichen nicht zu deuten vermag. Die fehlende kritische Distanz ergibt sich wohl auch aus den noch nicht durchgesickerten Informationen über das tatsächliche Desaster von Maos chinesischer "Kultur"Revolution.]
(Deutsche Ausgabe:)


. 800 Millionen. China ganz nah. .
.   Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1973
Mit 23 Fotos und einer Karte. 294 Seiten
ISBN 3-455-07680-7
["Ich schreibe in diesem Buch nicht, was ich über China weiß, sondern berichte, was ich im Sommer 1971 in China vorgefunden habe. Ich habe den Bericht nicht auf ein geschichtliches Podest gestellt oder über einen theoretischen Leisten geschlagen; Geschichte und Theorie kommen ein anderes Mal an die Reihe. Was ich hier vorlege, ist ein Augenzeugenbericht."
Weniger ein Reisebericht als eine gesellschaftlich-politische Bestandsaufnahme.]


. l Flowers on an Iron Tree. Five Cities of China. .
.   Ross Terrill
Little, Brown and Company, Boston-Toronto 1975
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte im Vor- und Nachsatz. 423 Seiten
ISBN: 0-43476651-8
[Als Ergänzung zum obigen Reisebericht gibt Terrill hier seine Eindrücke aus fünf chinesischen Großstädten wieder: Shanghai, Lüda, Hangzhou, Wuhan und Beijing.]

1971

macht sich der Schweizer Journalist Bertil Galland (*1931; biografische Angaben) im April von Lausanne aus auf den Weg, um mit der Eisenbahn nach China zu fahren. Durch Sibirien und die Mongolei erreicht er nach zwölf Tagen und 7.871 Kilometern Peking. Teils mit dem chinesischen 'Feuerwagen', teils mit der 'Flugmaschine' besucht er Shenyang, Shanghai und Canton [Guangzhou], besichtigt Schulen und Fabriken und erkundet die ländlichen Regionen entlang des Wegs.

. Publikation: l Les Yeux sur la Chine .
. Bertil Galland
24 Heures, Lausanne 1972
Mit 106 Abbildungen und einer Karte. 187 Seiten 

1971

ist es dem international bekannten Journalisten Klaus Mehnert (*1906;1984 biografische Angaben) aufgrund seiner guten Kontakte möglich, nach der Kulturrevolution als erster deutscher Berichterstatter wieder ein Visa für die Volksrepublik China zu erhalten. So reist er im Frühjahr über Hongkong mit der Bahn nach Peking, führt Interviews und erstellt Beiträge für das deutsche Fernsehen. Insgesamt 32 Tage lang kann er seinem selbst entworfenen Reiseprogramm nachgehen und sich vor Ort ein Bild davon verschaffen, was sich durch die Kulturrevolution verändert hat.

. Publikation: l China nach dem Sturm. Bericht und Kommentar. .
.
Klaus Mehnert
Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1971
Mit einer Karte. 340 Seiten 
ISBN 3-421-01593-7

[Der Schwerpunkt des Buches liegt bei wirtschaftlich-sozialen Themen mit Wiedergabe vieler Interviews. Die Reise an sich bildet nur die Rahmenhandlung.]

1971

nimmt die Österreicherin Leopoldine Klima-Hengl im Oktober an einer Studienreise nach China teil. Besucht werden Städte und Volkskommunen, darunter Kanton [Guangzhou], Peking, Nanking, Suchov [Suzhou], Schanghai und Hangchov [Hangzhou].

. Publikation: l So lebt das Chinesische Volk. Ergebnisse einer Studienreise über 5000 km. .
. Leopoldine Klima-Hengl
Verlag Ferdinand Berger & Söhne OHG, Horn (1972)
Mit 4 Farb- und 22 s/w-Abbildungen. 116 Seiten 
ISBN 3-85028-010-1

1971 - 72

kann der amerikanische Biologe Arthur W. Galston (*19208, 2008) zweimal in die Volksrepublik China einreisen. 1971 mit einem Fachkollegen auf Einladung der chinesischen Akademie der Wissenschaften, 1972 dann zusammen mit seiner Familie. Als Universitäts-Professor informiert es sich über das chinesische Unterrichtswesen, seine Frau interessiert sich als Ärztin für das Gesundheitswesen der Volksrepublik und Tochter Beth möchte als Töpferin vor Ort mehr über die berühmte chinesische Keramik erfahren. Um außerdem mehr über das Alltagsleben der Landbevölkerung zu erfahren, leben sie zwei Wochen lang in einer Produktionskommune nahe Peking.

. Publikation: l Daily Life in People's China .
.   Arthur W. Galston / Jean S. Savage
Thomas Y. Crowell Company, New York 1973
Mit zahlreichen Abbildungen. 255 Seiten 
ISBN 0-690-23140-7

1972
Am 21. Februar besucht der amerikanische Präsident Richard Nixon die Volksrepublik China und wird von Mao Zedong empfangen - ein außergewöhnliches historisches Ereignis ("This was the week that changed the world." R.N.). Vorausgegangen waren vorsichtige diplomatische Symbole von Seiten Chinas und sondierende Gespräche des Außenministers Henry Kissinger im Vorjahr. Allein in den nächsten drei Jahren tauschen die Volksrepublik und die USA insgesamt 59 Delegationen zu vorwiegend wissenschaftlich-technischen Themen aus.
Mit Nixons Besuch endet die amerikanische Ausbildung von tibetischen Khampa-Guerillas in Camp Hale, Colorado, die von dort aus bislang als Widerstandskämpfer per Fallschirm ins chinesisch-tibetische Grenzgebiet eingeschleust  wurden.
 
Auch die Bundesrepublik Deutschland entsendet im Sommer 1972 einen Vertreter zur ersten Kontaktaufnahme nach Peking, dem im Herbst die offizielle Reise von Außenminister Walter Scheel folgt, welcher die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Volksrepublik am 11. Oktober protokolliert.
1972

reist der amerikanische Schriftsteller James Albert Michener (*1907, 1997; biografische Angaben) im rund hundertköpfigen Tross von Präsident Richard Nixon nach Beijing. Nachdem die chinesische Regierung den Besuch des Präsident im Vorfeld mit keinem Wort öffentlich erwähnt hatte und die amerikanische Delegation bei ihrer Ankunft durch fast menschneleere Straßen rollte, bilden sich bereits am nächsten Tag große Ansammlungen vor den öffentlich plakatierten staatlichen Zeitungen, die den erstaunten Chinesen großformatige Bilder von Nixon und Mao Zedong im vertrauten Gespräch präsentieren. Die amerikanische Delegation verbringt fünf Tage in der chinesischen Hauptstadt und absolviert zwischen den diplomatischen Gesprächen und zahlreichen Banketten kurze Besichtigungen in der Umgebung. Den Abschluss der Reise bildet ein eintägiger Besuch in Hangzhou und Shanghai.

. Publikation: l

China Diary

.
. James Albert Michener
The Reader's Digest Association, Inc. New York 1972
(Zeitschrift, Ausgabe Mai 1972, Seiten 242-287)

1972

folgt John Kenneth Galbraith (*1908, 2006; biografische Angaben) einer Einladung der chinesischen Akademie der Wissenschaften, die nach dem Besuch Richard Nixons im Frühjahr ausgesprochen wurde, und reist als Sprecher einer dreiköpfigen Delegation des Verbandes Amerikanischer Wissenschaftler nach China. Sie sollen sich einen Eindruck vom chinesischen Wirtschaftssystem verschaffen. Die erste Hürde, die es dabei zu nehmen gilt, liegt noch auf dem amerikanischen Kontinent und besteht in Form eines Stempels, der sich in den Reisepässen aller amerikanischer Bürger befindet und besagt, dass der Pass "ungültig für Reisen nach, in oder durch kommunistisch beherrschte Teile Chinas" ist. Doch als ehemaliger Botschafter (in Indien, unter Kennedy) weiß er sich zu helfen und befindet sich kurz darauf im Landeanflug auf Hongkong. Von dort geht es mit dem Zug nach Kanton [Guangzhou] und mit dem Flieger gleich weiter nach Peking. Eine Woche verbringt die Delegation in der Hauptstadt des von den USA nun wieder entdeckten Landes und reist dann über Nanjing nach Shanghai, von wo aus abschließend noch ein Abstecher nach Hangzhou unternommen wird - zum Teetrinken.

. Publikation: l

A China Passage

.
.
John Kenneth Galbraith
Houghton Mifflin Company, Boston 1973
Mit Abbildungen und einer Karte. 143 Seiten

ISBN: 0-395-16615-2
(Deutsche Ausgabe:)
China. Impressionen einer Reise.
Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachfolger, München/Zürich 1973
Mit 10 Fotos von Marc Riboud und 1 Karte. 160 Seiten
ISBN: 3-426-05582-1
[Mit spitzer Feder geschriebener humorvoller Reisebericht]







1972

erhält der CDU-Politiker Gerhard Schröder (*1910, 1989; biografische Angaben) eine offizielle Einladung nach China und reist im Juni zusammen mit seiner Frau für zwei Wochen ins Reich der Mitte. Die chinesische Regierung unternimmt damit einen offensiven Schritt zur diplomatischen Anerkennung durch die Bundesrepublik. Das mit den diplomatischen Gesprächen verbundene Reiseprogramm führt mit 15 begleitenden westdeutschen Reportern (darunter auch Harry Hamm *1922,1979 biografische Angaben; Günter Prinz *1929; biografische Angaben und der Fotograf Sven Simon*1941, 1980; biografische Angaben) nach Peking und nach einer Woche von dort aus nach Shenyang in der Mandschurei, Anshan, Dalian und zurück über Nanjing nach Shanghai.
Am 11. Oktober unterzeichnet der deutsche Außenminister Walter Scheel in Beijing die offizielle Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China.

. Publikationen: l

Mission ohne Auftrag. Die Vorbereitungen der diplomatischen Beziehungen zwischen Bonn und Peking.

.
. Gerhard Schröder / Brigitte Schröder
Gustav Lübbe Verlag GmbH; Bergisch Gladbach 1988
Mit 26 Abbildungen. 208 Seiten
ISBN: 3-7857-0
522-0
[Der in das Buch aufgenommene knappe und schlichte Reisebericht stammt von Brigitte Schröder]


. l China öffnet seine Tore. Ein Wiedersehen mit dem Reich der 700 Millionen. .
.   Harry Hamm
Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1972
Mit zahlreichen Abbildungen. 224 Seiten
ISBN: 3-430-13922
-8


. l Gespräche mit Frau Wang und anderen Chinesen .
.   Günter Prinz und Sven Simon
Ullstein Verlag GmbH, Frankfurt/Berlin/Wien 1972
Mit zahlreichen Abbildungen.117 Seiten
ISBN: 3-550-07456-5
[Kein Reisebericht, aber eine schöne fotografische und journalistische Abrundung zur offiziellen Publikation]


1972

wird Ende September eine 22köpfige Delegation der American Society of Newspaper Editors offiziell von der chinesischen Regierung zu einer dreiwöchigen Reise durch die Volksrepublik eingeladen, darunter auch Arthur C. Deck (*1908, 1981), Chef-Herausgeber der Salt Lake City Tribune. Die Anreise der Delegation erfolgt von Hongkong aus mit dem Zug nach Canton [Guangzhou], dann mit dem Flugzeug nach Peking. Die Delegation besucht u.a. Yan'an, Xian, Shanghai und Wuxi.

. Publikation: l

China Diary

.
.
Arthur C. Deck
The Salt Lake City Tribune, Salt Lake City 1972
Mit 18 Abbildungen und zwei Karten. 21 Seiten
[Die kleine Schrift  fasst die sieben von Arthur C. Deck in der Salt Lake City Tribune vom 29.10 - 4.11.1972 veröffentlichten Zeitungsartikel mit den zugehörigen Pressefotos zusammen. Der Aufmachung nach könnte es sich auch um eine Zusammenstellung für den internen Gebrauch handeln.]

1972

"Als Mitglieder einer Gruppe von 16 Personen, überwiegend Beamten der Behörden der Europäischen Gemeinschaft, nahmen meine Frau und ich vom 9. Oktober bis zum 2. November 1972 an einer Informationsreise durch die Volksrepublik China teil." Von Hong Kong aus gelangt Rolf Sannwald (*1929), Leiter der Abteilung »Außenhandelsstatistik" im Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften in Brüssel, mit dem Zug erst nach Kanton [Guangzhou] und dann weiter nach Peking. Mit mehreren Zwischenstopps verläuft die Reise dann per Flugzeug und Eisenbahn nach Süden.

. Publikation: l

Reiseeindrücke aus China

.
. Rolf Sannwald
[Selbstverlag] Moutfort/Luxemburg 1973
87 Seiten

1972

ergeht von der chinesischen Regierung auch eine Einladung an eine Gruppe von elf Schweizer Parlamentariern, sich einen eigenen Eindruck von der Situation in der Volksrepublik nach Beendigung der Kulturrevolution zu verschaffen. Begleitet von einem Kameramann und zwei Journalisten, darunter Mario Cortesi (*1940; biografische Angaben), begibt sich die Gruppe auf eine zwanzigtägige Reise durch China. Besucht werden Peking [Beijing], Tientsin [Tianjin], Nanjing, Sou-Tschou [Suzhou] und Shanghai, über Kanton [Guangzhou] erfolgt schließlich die Ausreise nach Hongkong.

. Publikation: l

Notizen aus China. Ein Schweizer Lesebuch über die Volksrepublik China seit der Kulturrevolution.

.
. RoMario Cortesi, Frank A. Meyer
Verlag Ernst Gloor, Zürich 1972
Mit zahlreichen Abbildungen. 159 Seiten
[Ein stark Ideologie-geschwängerter Bericht]

1972

erhält der belgische Sinologe Pierre Ryckmans (*1935; Pseudonym: Simon Leys biografische Angaben) dank seiner Umsicht ein sechsmonatiges Visum für die Volksrepublik China. Seine Umsicht besteht darin, für sein im Vorjahr herausgegebenes Buch vorsichtshalber das Pseudonym Simon Leys gewählt zu haben. Denn in ihm ("Die neuen Kleider des Präsidenten Mao") kritisiert er die Jahre der Kulturrevolution klar und deutlich. Nun macht er sich auf, die Situation vor Ort erneut zu prüfen und bereist das Land ausgiebig. Als scharfsinnigem Sinologen bleiben ihm die Irrtümer der westlichen maoistischen Apologeten, die parteipolitischen Vordergründigkeiten und bewussten staatlichen Täuschungsversuche nicht verborgen.

. Publikation: l

Ombres Chinoises

.
. Simon Leys
Union Générale d'Editions, Paris 1974
312 Seiten
[Mit bewundernswertem Scharfsinn analysiert Ryckmans die aktuelle chinesische Situation nach der Kulturrevolution, zeigt die Voreingenommenheit und den begrenzten Blickwinkel vieler westlicher Maophilen auf, belegt Irrtümer und weist auf all die Widersprüche innerhalb der maoistischen Parteiführung hin. Er verurteilt ein Land, in der Logik, Moral und Humanität der Ideologie untergeordnet werden und eine parteipolitische Dialektik alles willkürlich so umzudeuten vermag, wie es zur Rechtfertigung des eigenen Verhaltens benötigt wird. Ein äußerst aufschlussreiches und erhellendes Buch!]

1972

reisen die Eheleute Charlotte und Harrison Salisbury (biografische Angaben) von Mai bis Juli durch die Volksrepublik China. Während sich der Polit-Journalist vor Ort für die faktische Situation nach der Kulturrevolution interessiert, kümmert sich seine Frau mehr um das Soziale und berichtet über ihre Eindrücke in Peking, Xian, Yan'an, Anyang, Wuhan, Changsha, Shanghai und Canton [Guangzhou].

. Publikationen: l

China Diary

.
.
Charlotte Y. Salisbury
Walker and Company, New York 1973
210 Seiten
ISBN: 0-8027-0406
-9


. l To Peking and Beyond. A Report on The New Asia. .
.   Harrison Evans Salisbury
Hutchinson & Co. Ltd, London 1973
Mit mehreren Abbildungen. 312 Seiten
ISBN: 0-091-18020-1
[Kein Reisebericht im klassischen Sinne, mehr eine politische Analyse.]


1973 
Mit Frankreichs Präsident George Pompidou erfolgt im September der erste offizielle Besuch eines europäischen Staatschefs in der Volksrepublik China.
1973

unternimmt der französische Schriftsteller und Fotograf Claude Sauvageot (*1935; biografische Angaben) eine dreiwöchige Studienreise durch China und beschreibt und fotografiert das öffentliche Leben.

. Publikation: l

Je reviens de Chine

.
.   Claude Sauvageot
Albin Michel, Paris 1973
Mit 85 Fotografien des Verfassers. 185 Seiten
[Der Autor hat noch mehrere Bücher über China publiziert:  'Une autre Chine, L'extraordinaire voyage de deux journaliste à travers la chine d'aujourd'hui' (Éditions Albin Michel, Paris 1980) resultiert aus mehreren Reisen ohne Datierung.]

1973

organisiert die Volkshochschule Berlin Tempelhof die erste internationale Gruppenreise in die Volksrepublik China nach der Kulturrevolution. Unter den Mitreisenden befinden sich auch die Eheleute Hildegard und Karl-Robert Schütze. Von Shanghai aus führt ihr Weg über Suzhou und Nanjing nach Jinan, der Provinzhauptstadt von Shandong, mit einem Abstecher in die ehemalige deutsche Kolonie Qingdao. Nach längerem Aufenthalt in Peking geht es dann wieder südwärts nach Guangzhou.

. Publikation: l

Volksrepublik China 1973. Ein Reisebericht.

.
.
Hildegard Schütze / Karl-Robert Schütze
Verlag Karl-Robert Schütze, Berlin 1974
Illustriert. 232 Seiten
[Sachlicher Reisebericht, der 1974 im Selbstverlag mit lediglich 100 Exemplaren herausgegeben wurde. 1998 erfolgte eine Neuauflage mit umfangreicherem Bildteil.]

1973

hat der amerikanische Journalist Cyrus Leo Sulzberger (*1912, 1993) gerade seine dreibändigen Memoiren abgeschlossen, als ihm die bisher immer wieder verschobene Reise in die Volksrepublik China doch noch möglicht wird. Als Mitglied der Verlegerfamilie der New York Times war ihm ein Besuch aus Rücksichtnahme auf die Interessen der Zeitung bisher nicht möglich. Die selbst auferlegte Zurückhaltung wird mit dem erfolgten Besuch von Richard Nixon in China nun hinfällig und die einmonatige Reise im Herbst führt ihn nach Canton [Guangzhou], Peking, Yenan [Yan'an], Sian [Xian], Shanghai, Hangchow [Hangzhou], Huhehot [Hohhot] und Tatung [Datong].

. Publikation: l

Postscript with a Chinese Accent. Memoirs and Diaries 1972-1973.

.
. Cyrus Leo Sulzberger
Macmillan Publishing Co., Inc., New York 1974
Mit 18 Abbildungen. 401 Seiten
ISBN 0-02-615320-3
[In Sulzbergers viertem Memoirenband nimmt die Chinareise nur geringen Raum ein und besteht - wie für einen Journalisten absehbar - zum Großteil aus geführten Gesprächen und Betrachtungen über China.]

1973

fliegt die Amerikanerin Norma Lundholm Djerassi von Los Angeles nach Hong Kong, um von dort aus in die Volksrepublik China einzureisen. Ihr Mann, Carl Djerassi - Chemiker und einer der "Väter" der Pille - ist von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften zu einer Vortragsreise eingeladen, auf der sie ihn begleitet. Von Mai bis Juni besuchen sie Peking, Nanking, Wuxi, Suzhou, Shanghai, Hangzhou und Canton [Guangzhou].

. Publikation: l

Glimpses of China From A Galloping Horse. (A Woman's Journal)

.
. Norma Lundholm Djerassi
Pergamon Press Inc., New York/Toronto/Oxford/Sydney/
Braunschweig 1974
Mit 3 Abbildungen. 148 Seiten
ISBN 0-08-018215-1
[Der Buchtitel Glimpses from a galloping horse spielt auf ein Zitat Maos aus dem Jahr 1957 an und bedeutet so viel wie "flüchtiger Eindruck".]

1973 - 76

ist der bekannte deutsche Journalist und ARD-Auslandskorrespondent Gerd Ruge (*1928; biografische Angaben) in China tätig. Zusammen mit seiner Ehefrau Lois Fisher-Ruge (*1940; biografische Angaben) und Terrier Bubbles recherchiert er von Peking aus das aktuelle chinesische Zeitgeschehen und reist durch China. Seine Frau verfasst aus privatem Blickwinkel ein interessantes und aufschlussreiches Stimmungsbild der damaligen Zeit, als westliche Auslandskorrespondenten selbst in der chinesischen Hauptstadt noch die Ausnahme sind.

. Publikationen: l Begegnung mit China. Eine Weltmacht im Aufbruch.  .
. Gerd Ruge
Econ Verlag GmbH, Düsseldorf/Wien 1981
518 Seiten
ISBN 3-430-17837-1
[Ein mehr sachlich verfasste Darstellung über China.]

. l Go gently through Peking. A Westerner's Life in China. .
. Lois Fisher-Ruge
Souvenir Press Ltd., London 1979
32 Seiten mit s/w-Fotos. 256 Seiten
ISBN 0-2856-2366-4
(Deutsche Ausgabe:)
Alltag in Peking. Eine Frau aus dem Westen erlebt das heutige China. 
Econ Verlag GmbH, Düsseldorf/Wien 1981
Mit 14 s/w-Fotos von Gerd Ruge. 303 Seiten
ISBN 3-430-12783-1
[Aufschlussreicher und persönlicher Bericht über das Alltagsleben in Peking nach der Kulturrevolution.]








 

1974

reist der französische Schriftsteller Marcelin Pleynet (*1933; biografische Angaben) mit Roland Barthes (*1915, 1980) und Mitgliedern der progressiven literarischen Zeitschrift Tel Quel ("Wie es ist") für drei Wochen nach China. Von Pékin [Beijing] geht es erst mit dem Flugzeug nach Shanghai und dann mit dem Zug nach Nanjing, Luoyang, Xian und zurück nach Beijing.

. Publikation: l

Le Voyage en Chine

.
. Marcelin Pleynet
Hachette, Paris 1980
123 Seiten
ISBN 2-01-007346-0
[Kurzer Bericht aus fragmentarischen Tagebuchskizzen mit eingestreuten Gedichten.]

. l Carnets du voyage en Chine .
.   Roland Barthes
Christian Bourgois, Paris 2009
Illustriert. 246 Seiten
ISBN : 978-2-267-02019-9

1975
Am 5. April stirbt Chiang Kai-shek in Taiwans Hauptstadt Taipei an einem Herzanfall.
 
Zhou Enlai übergibt die Führung der Regierungsgeschäfte an Deng Xiaoping. Mit Deng setzt ein grundlegender Wandel ein, der die Volksrepublik weg vom ideologischen Kommunismus und hin zu einer konsum- und gewinnorientierten Marktwirtschaft chinesischer Prägung führen wird. (Sogar die Einführung lateinischer Buchstaben als Ersatz für die chinesischen Schriftzeichen wird kurzzeitig in Erwägung gezogen)
1975

kann Han Suyin (Pseudonym von: Elizabeth Comber, *1917; biografische Angaben) nach jahrelangem Warten von Chengdu aus für zwei Monate nach Lhasa reisen. Über das Gesehene verfasst sie einen überaus pro-chinesischen Bericht der "Befreiung" Tibets.

. Publikation: l Lhasa -The Open City. A Journey to Tibet. .
.
Han Suyin
(Englische Erstausgabe)
Jonathan Cape, London 1977
Mit Abbildungen und einer Karte. 180 Seiten 
ISBN: 0-22401329-7
(Amerikanische Erstausgabe)
G. P. Putnam's Sons, New York 1977
Mit 29 Fotos und einer Karte. 180 Seiten
ISBN: 0-39912035-1
(Deutsche Ausgabe:)

. Chinas Sonne über Lhasa. Das neue Tibet unter Pekings Herrschaft.

A*

. Scherz Verlag, Bern und München 1978
Mit einer Karte. 226 Seiten
[Han Suyin, der eine engere Freundschaft zu Maos letzter Frau Jiang Qing nachgesagt wird, bietet eine sehr einseitige und tendenziöse Darstellung der Dinge. In seiner Autobiographie nennt Allan Winnington den Bericht "ein Flickwerk aus gelenkten Interviews, verbunden durch Zitate und Beschreibungen von Schriftstellern, die in früheren Jahren dort gewesen waren, wohin die Autorin Han Suyin nicht hatte reisen können."]

1975

erreicht Kapitän a. D. Fritz  Brustat-Naval (*1907; biografische Angaben) die Hauptstadt der Volksrepublik China nach 16 Stunden Flug mit der Chateau des Vincennes der Air France. Seine Reisegruppe aus der Bundesrepublik gehört zu den rund 500 deutschen Touristen, denen die chinesischen Behörden in diesem Jahr eine Einreisegenehmigung bewilligt haben. Von Beijing aus geht es per Eisenbahn immer nach Süden, mit jeweils einem Zwischenstopp in den Städten Shihchiachuang [Shijiazhuang], Tschengtschou [Zhengzhou], Wuhan, Tschangscha [Changsha], Kueilin [Guilin] und Kuangtschou [Guangzhou]. 

. Publikation: l

China. Unterwegs im Reich der Mitte.

.
. Fritz Brustat-Naval
Verlag E. S. Mittler & Sohn GmbH, Herford 1976
Mit 60 Abbildungen und einer Karte. 158 Seiten
ISBN 3-87547-168-7
[In der ersten Buchhälfte etwas trockener, mehr historisch-landeskundlich angelegter Reisebericht. Der Autor reist in der Zeit einer zaghaften chinesischen Öffnung, als das Chaos der Kulturrevolution langsam abklingt, westliche Touristen auf den Straßen noch erstaunte Menschenansammlungen verursachen und freudig beklatscht werden.]

1975

gelingt dem deutschen CSU Politiker Franz Josef Strauß (*1915, 1988; biografische Angaben) ein politischer Coup: Im Vorfeld der Bundestagswahl wird er von der chinesischen Regierung als erster deutscher Politiker zu einem offiziellen Besuch in die Volksrepublik China eingeladen und kann dabei nicht nur mit führenden Regierungskadern sprechen, sondern wird auch persönlich vom chinesischen Parteivorsitzenden Mao Zedong empfangen. Die siebenköpfige deutsche Delegation reist später weiter nach Shenyang, Nanjing, Shanghai unf Guangzhou, der Rückflug wird nach insgesamt 14 Tagen von Hong Kong aus angetreten. Chronist dieser denkwürdigen Reise ist der Herausgeber des »Bayernkurier« Wolfgang Horlacher (*1930; biografische Angaben).

. Publikation: l

Mit Strauß in China. Tagebuch einer Reise.

.
. Wolfgang Horlacher
Seewald Verlag, Stuttgart 1975
Mit 50 Abbildungen und einer Karte. 173 Seiten
ISBN 3-512-00341-9

1975

können die Söhne des späteren philippinischen Botschafters in der Volksrepublik China zwei Wochen lang mit chinesischen Begleitern durch China reisen. Daniel Romualdez (biografische Angaben) schildert in seinem Bericht die für diese Zeit typischen Eindrücke des noch von Mao geprägten Landes. Sein Bruder Philip fotografiert die einzelnen Wegetappen von Peking [Beijing] über Tientsin [Tianjin], Nanking [Nanjing], Su-chou [Suzhou], Shanghai, Cha'ang-sha [Changsha] nach Canton [Guangzhou].

. Publikation: l

China. A Personal Encounter with the People's Republic.

.
. Daniel Romualdez
Prentice Hall Inc., Englewood Cliffs (N.J.) 1977
Mit zahlreichen Abbildungen. 168 Seiten
ISBN 0-13-132647-3

1975 - 77

befindet sich Michael Kahn-Ackermann (*1946) nach Abschluss seines Sinologiestudiums zum weiteren Studium in China. "Wie viele andere, deren politische Überzeugungen sich in den Windungen der Intellektuellenbewegung der 60-er Jahre geformt haben, war mein Bild Chinas erfüllt von der Erwartung, dort ein Stück unserer zukünftigen Wirklichkeit zu finden. Ohne ein fanatischer 'Maoist' zu sein, neigte ich dazu, alle unerfreulichen Aspekte des chinesischen Sozialismus für das 'Uneigentliche' am chinesischen System zu halten." An der Beida Universität in Peking studiert er moderne chinesische Geschichte und wird sich schnell all der typisch westlichen Blickwinkel und Vorurteile bezüglich China bewusst; deren Macht zeigt sich ganz banal am "Chinesen sind nicht gelb", wie er es eingangs lakonisch formuliert. "Und dann war alles ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte." Die chinesische Realität ist hart und ziemlich desillusionierend. Von seinen vielschichtigen Erfahrungen und Einsichten in der wechselvollen Übergangszeit von der Viererbande und ihrer Zerschlagung nach dem Tode Maos berichtet seine aufschlussreiche

. Publikation: l

China - Drinnen vor der Tür. Erfahrungen mit dem chinesischen Alltag.

.
. Michael Kahn-Ackermann
China Studien- und Verlagsgesellschaft mbh, Berlin 1979
Mit 24 Abbildungen und einer Karte. 170 Seiten
[Aufschlussreicher analytischer Bericht]

 

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aller Reiseberichte
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der Reisenden in China und Tibet

 Matthias Claus 2002
.

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