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Die Zeit von 1900 bis 1949

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Die bibliographischen Angaben
stammen aus
Sekundärliteratur


Ergänzende Hinweise
zu
einzelnen Publikationen

Die bibliographischen Angaben
sind den Original-Publikationen
entnommen

1900. Der Beginn des neuen Jahrhunderts führt in China zu weiteren dramatischen Veränderungen. Innenpolitische Reformen und ausländische Einflüsse, vor allem aber die Ungeniertheit, mit der sich die europäischen Mächte Zutritt und Vorteile in China verschaffen, führen zu großer Verbitterung unter den Chinesen. Während billige Baumwollstoffimporte aus Europa und die Verlagerung des Warentransportes auf die neu errichteten, meist in ausländischer Hand befindlichen Eisenbahnlinien weite Teile der chinesischen Bevölkerung arbeitslos machen, schwindet die Macht der Beamten durch den Verlust der Zölle und Privilegien an ausländische Firmen. Auch die gebildete Literatenschicht Chinas sieht die kulturelle Grundlage ihres Standes durch moderne Reformen gefährdet. Eine Hungersnot im Frühjahr 1900 in Nordchina verschärft noch die Situation. Der wachsende Fremdenhass der Bevölkerung und der Unmut über das unfähige Mandschu-Kaiserhaus - deren Regierung von jeher als "Fremdherrschaft" von den Chinesen abgelehnt wurde - lassen weite Teile der Bevölkerung mit den in China traditionsreichen Geheimgesellschaften sympathisieren, besonders die Vereinigung Yihequan - "Faust im Namen der Gerechtigkeit und des Friedens" (im Englischen aufgrund eines sprachlichen Missverständnisses mit Boxer übersetzt) gewinnt an Bedeutung. Um die Ausländer zu treffen und auch die Mandschu-Regierung in Schwierigkeiten zu bringen, werden vor allem europäische Missionare und chinesische Christen getötet, die den Schutz der Exterritorialität genießen. Für jeden Übergriff muss die Mandschu- Regierung gegenüber den Westmächten mit neuen diplomatischen Zugeständnissen reagieren, was die Situation weiter verschärft. Politisches Ränkespiel kommt hinzu, als die Boxer-Bewegung von der regierenden Kaiserinwitwe Cixi nicht nur geduldet sondern insgeheim in die chinesische Armee eingegliedert wird, in der Hoffnung, sich mit ihrer Hilfe der Ausländer zu entledigen. Im Juni setzt der britische Admiral Seymour, zum Schutz der europäischen Gesandtschaften in Peking, eigenmächtig ein Militärkorps von 2000 Soldaten in Marsch - ohne zuvor die erforderliche Genehmigung der chinesischen Regierung einzuholen. Diese beantwortet Seymours militärischen Vorstoß, indem sie den europäischen Mächten den Krieg erklärt. Das Militärkorps wird von den Chinesen zurückgetrieben und der deutsche Gesandte Freiherr von Ketteler noch am gleichen Tag in Peking auf offener Straße erschossen. Das Gesandtschaftsviertel in Peking wird von Boxern und regulären chinesischen Truppen belagert und eine zweite, wesentlich stärkere Militärexpedition von den Westmächten eiligst in Richtung auf Peking in Marsch gesetzt. Insgesamt acht westliche Nationen beteiligen sich an dieser Militäraktion.

1900

Im Nationalstolz zutiefst getroffen, schickt auch das Deutsche Reich größere Truppenverbände nach China. Berühmt wird die vom redseligen Kaisers Wilhelm II. gehaltene Ansprache bei der Verabschiedung der Truppen in Bremerhaven. Als "Hunnenrede" geht sie in die Geschichte ein: "Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht. Führt Eure Waffen so, daß auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen." Leider ist aber diese in nahezu allen Darstellungen zitierte Passage völlig sinnentstellend wiedergegeben: Die beiden ersten Sätze beziehen sich nämlich auf den Feind und den Schlusssatz hat man gänzlich unterschlagen. Das tatsächlich Gesagte liest sich merklich anders: "Pardon wird [Euch Soldaten] nicht gegeben, Gefangene werden [auf chinesischer Seite] nicht gemacht. Führt Eure Waffen so, daß auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen. Wahrt Manneszucht!" Ein Großteil aller Veröffentlichungen der folgenden Jahre stammt von Teilnehmern der Militärexpedition.

. Publikationen: l China-Fahrt und China-Geschichten .
. Erich Braun (Predigtamtskandidat und weiland freiwilliger Krankenpfleger vom Roten Kreuz)
Ostpreußische Druckerei und Verlagsanstalt,
Königsberg i. Pr. 1901
Mit zahlreichen Abbildungen und Zeichnungen im Text.
225 Seiten


 

. l Zur Kriegszeit durch China 1900/1901 .
. Dieses Buch
online ansehen
Georg Wegener
Allgemeiner Verein für Deutsche Literatur, Berlin 1902
Mit zahlreichen Abbildungen in Form von Bildvignetten und einer aufwendigen Detailkarte, 405 Seiten


 

. l Chrysanthemum und Drache. Vor und während der Kriegszeit in Ostasien. .
. Freiherr Wilhelm von Richthofen
Ferd. Dümmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin 1902
Mit 16 Tafeln, Illustrationen und einer Karte. 288 Seiten


 

. l Briefe aus China .
. Georg Clemens Perthes
Justus Perthes, Gotha 1903
Mit 25 Abbildungen. 147 Seiten


. l China-Fahrt. Erlebnisse und Eindrücke von der Expedition 1900/01. .
. Dieses Buch
online ansehen
Rudolf Giehrl
J. Lindauersche Buchhandlung, München 1903
"Mit 7 Karten-Skizzen, 92 Phototypien, 12 Zeichnungen vom Kunstmaler Anton Hoffmann." 198 Seiten



 

. l Dans les rapides du Fleuve Bleu. Voyage de la premiere cannoniere francaise sur le haut Yang-Tse-Kiang. .
. Dieses Buch
online ansehen
Emile-Auguste-Léon Hourst
Plon-Nourrit, Paris 1904
Mit zahlreichen Textabbildungen und einer Karte. 369 Seiten

. l Sur le Yang-Tse. Journal d'une double exploration pendant la campagne de Chine (1900-1901). .
. Dieses Buch
online ansehen
Félix Hémon
Librairie Ch. Delagrave, Paris (1904)
Mit 24 Kupferstichen und 6 Karten. 346 Seiten


 

. l Berittene Infanterie in China und andere Feldzugs- Erinnerungen .
. Georg Friederici
D. Reimer, Berlin 1904
Mit 70 Textabbildungen und einer Karte. 355 Seiten 

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1900

Anfang Januar
reist Robert Logan Jack (*1845,
1921) mit Sohn Robert Lockhart Jack und John Fassbrook Morris von Shanghai aus mit der Butterfield and Swire Schiffsgesellschaft den Yangtse hinauf bis Chung King und von dort aus über Land nach Chengtu. Die Hauptstadt der Provinz Szechuan dient als Ausgangspunkt für Forschungsreisen, um im Auftrag englischer Firmen die Vorkommen an Bodenschätzen im chinesisch-tibetischen Grenzgebiete zu erfassen. Ihre Erkundungen führen bis Sung Pan, dem letzten chinesischen Außenposten, schon im Siedlungsgebiet der wilden "Sifan-Barbaren". Selbst hier, am Rande der Zivilisation, werden die Reisenden  jedoch vom Weltgeschehen eingeholt: Fremdenfeindliche Pamphlete tauchen auf, so dass die Expedition nach Chengtu zurückkehrt. Dort hört man vom Marsch europäischer Truppen auf Peking, kann sich erst gar keinen Reim darauf machen, wer hier gegen wen in den Krieg ziehen soll, erfährt dann von der Belagerung der Hauptstadt, von der Ermordung des deutschen Gesandten von Ketteler und begreift nun, dass ihre Situation hier vor Ort äußerst heikel ist. Die Expedition wird sofort abgebrochen und die Ausreise vorsichtshalber auf dem kürzesten Weg entlang der chinesisch-tibetischen Grenze nach Süden angetreten, wo man am 20. Oktober wieder britisches Hoheitsgebiet und einen Tag später die burmesische Stadt Bhamo erreicht.

. Publikation: l The Back Blocks of China. A Narrative of Experiences among the Chinese, Sifans, Lolos, Tibetans, Shans and Kachins, between Shanghai an the Irrawadi. .
. Dieses Buch
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Robert Logan Jack
Edward Arnold, London 1904
Mit 27 Abbildungen und 2 Karten. 269 Seiten


 
1900

kommt der amerikanische Photograph James Ricalton (*1844,1929) mit seiner Stereoskopie-Kamera nach China. In der ersten Jahreshälfte bereist er die Küstenstädte Hong Kong, Canton, Shanghai und Ningpo, besucht das für seine Gartenanlagen berühmte Su-chou [Suzhou] und unternimmt dann eine Fahrt den Yang-tse hinauf bis Han-k'ou [Hankou]. Kaum zurückgekehrt, wird er von seinem Auftrageber Underwood & Underwood nach Peking gesandt, um über den Boxer-Aufstand zu berichten. In Verbindung mit seinem kommentierenden Reisebericht bieten die außergewöhnlichen Aufnahmen ein eindringliches Bild von China um 1900.

. Publikationen: l China Through the Stereoscope: A Journey Through the Dragon Empire at the Time of the Boxer Uprising. .
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Dieses Buch
online ansehen

James Ricalton
Underwood & Underwood, New York 1900
100 Stereoskopie-Karten, Textbuch und 8 Karten mit genauen Angaben zu den Aufnahmeorten. 358 Seiten
. l James Ricalton's photographs of China during the Boxer Rebellion. His Illustrated Travelogue of 1900. .
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Cristopher J. Lucas (Hrsg.)
The Edwin Mellen Press, Lewiston/New York 1990
Mit
8 Abbildungen und 75 Reproduktionen von Einzelbildern (keine Stereobilder). 248 Seiten


1900

trifft im April der französische Orientalist und spätere Lehrbeauftragte am Lycée Carnot, Georges Weulersse (*1874,1950), über Japan im südchinesischen Canton ein. Finanziert durch die Universität von Paris befindet er sich auf einer Studienreise rund um die Welt und begibt sich im Mai über Chan-Téou [Shantou] nach Shanghai, fährt von dort den Yangzi flussauf bis Hankou und reist dann weiter über Nanjing bis Tche-Fou [Yantai]. Dort jedoch, in der ostchinesischen Provinz Shandong, erfährt er vom fremdenfeindlichen Boxeraufstand und muss seine Weiterreise durch die nordchinesischen Provinzen aufgeben.

. Publikation: l Chine ancienne et nouvelle. Impressions et réflexions. .
. Dieses Buch
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Georges Weulersse
Armand Colin, Paris 1902
366 Seiten

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1900

Im Juni
vollbringt der Engländer Samuel Cornell Plant (*1867,1921) ein wahres Kunststück. Als Kapitän hat er jahrelang Euphrat und Tigris befahren, als ihn nun ein ungewöhnliches Angebot von Archibald Little
(*1838,1908) nach China holt: Er soll die Drei Schluchten des Yangtsekiang erstmals mit einem Dampfschiff bezwingen. Tückische Strudel, versteckte Felsen und Sandbänke hatten die Schifffahrt bisher so stark behindert, dass zwischen Ichang [Yichang] und Chungking [Chongqing] immer noch alle Boote an Tauen stromaufwärts getreidelt werden müssen. Ein organisierter Dampfbootverkehr würde England ungeahnte neue Handelsmöglichkeiten erschließen. Mit dem Raddampfer "Pioneer" werden die kritischen 350 Meilen flussauf dann tatsächlich in knapp 73 Fahrtstunden bewältigt. Kapitän Plant verbringt die nächsten zwanzig Jahre als Beamter der chinesischen Seezollbehörde am Yangtze. Er installiert Signalzeichen entlang des Flusslaufs und erforscht den Strom so gründlich, dass er ein detailliertes Handbuch für Schiffsführer herausgibt, in dem jede Biegung und jeder einzelne Fels verzeichnet ist. Als Dank verleihen ihm die Chinesen für seine nachhaltigen Verdienste um die Sicherheit des Schiffsverkehrs posthum den Ehrentitel "Vater des Oberen Yangtse".

. Publikation: l Glimpses of the Yangtze Gorges .
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Cornell Plant
Kelly & Walsh, Limited;
Shanghai, Hongkong, Singapore, Yokohama, Hankow 1921
Mit farbigem Frontispiece, 21 Zeichnungen und Illustrationen sowie Buchschmuck von Ivon A. Donnelly und 45 Photographien. 86 Seiten


 

1900

befindet sich Archibald Edward Glover (*1859,1954), englischer Missionar der China Inland Mission, auf der Flucht durch die nordchinesische Provinz Shan-si [Shanxi]. Die fremdenfeindlichen Ausschreitungen sind auch hier Mitte des Jahres eskaliert und richten sich insbesondere gegen die westlichen Missionare. Fast die Hälfte von ihnen wird getötet. In einer dreimonatigen Odyssee gelingt es Glover, sich mit seiner Familie südwärts bis nach Hankou am Yangzi durchzuschlagen und in Shanghai schließlich Zuflucht zu finden.

. Publikation: l A Thousand Miles of Miracle in China. A personal record of God's delivering power from the hands of the Imperial Boxers of Shan-si. .
. Dieses Buch
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Archibald Edward Glover
Hodder and Stoughton, London 1904
Mit Frontispiz, 35 Abbildungen und einer Karte. 372 Seiten

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1900

Im September
hat der belgische Journalist Charles Tytgat die chinesische Küste erreicht und besteigt in Tong-Kou [Beitang] den Zug Richtung Tien-Tsin [Tianjin]. Zuständig für die Auslandsnachrichten seiner Zeitung, hat er den weiten Weg mit der Transsibirischen Eisenbahn über Irkutsk und Wladiwostok auf sich genommen, um sein Ziel Pékin [Beijing] zu erreichen und direkt vor Ort über den "Boxer-Aufstand" und die blutige Befreiung des Gesandtschaftsviertels zu berichten. Mit dem Schiff reist er später weiter über Tsing-Tau [Qingdao] und Shanghai den Yangzi stromauf bis nach Hankow [Hankou].

. Publikation: l Un reportage en Chine. Le tour du monde par le Transsibérien. .
. Dieses Buch
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Charles Tytgat
Polleunis & Ceuterick, Bruxelles 1901
Mit 25 Abbildungen und 1 Karte. 263 Seiten


 

1900

bereist der belgische Arzt Albert Vandenbossche die nordchinesische Provinz Petchili [Zhili] zwischen den Städten Tien-tsin [Tianjin], Pé-kin [Beijing] und Pao-ting-fou [Baoding].

. Publikation: l Au Pe-tchi-li. Deuxième campagne de Chine (1900 - 1901) .
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Albert Vandenbossche
A. Stock & Co., Lyon 1906
Mit 31 Abbildungen und 1 Karte. 357 Seiten


 

1900






        
                   1901

ist Marc Aurel Stein (*1862,1943 Biografie) noch ungarischer Staatsbürger und noch nicht zum Sir avanciert. Der Archäologe und Sprachforscher lehrt am Oriental College im indischen Bundesstaat Lahore und interessiert sich aufgrund der Berichte von Sven Hedin für die altindische Ikonographie und buddhistische Kultur in den Ruinenstädten Ostturkestans. Von Nordindien aus startet er nun, von der indisch-englischen Regierung finanziert, zu seiner ersten großen Forschungsreise ins Tarimbecken, wo er in der Nähe der Stadt Khotan am südlichen Rand der Wüste Taklamakan bis
nach Altertümern graben wird. Im Verlauf seiner Arbeit kann er auch einen regionalen "Antiquitätenhändler" überführen, der westliche Museen bereits mehrere Jahre lang mit gefälschten alten Handschriften beliefert hat.

. Publikationen: l Sand-buried Ruins of Khotan. Personal Narrative of a Journey of Archæological & Geographical Exploration in Chinese Turkestan. .
. Dieses Buch
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Marc Aurel Stein
T. Fisher Unwin, London 1903
Mit 135 Illustrationen und einer Karte. 524 Seiten

 
. l Dr. M. A. Steins Forschungsreise in Ostturkestan und deren wissenschaftliche Ergebnisse .
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Moriz Winternitz
Friedrich Vieweg & Sohn, Braunschweig 1902
In: Globus. Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde. Band LXXXI. Nr. 19 (22.Mai 1902)
Seiten 293-295


 
1900 - 01

berichtet der französische Kriegskorrespondent Gaston Donnet (*1867,1908) für die Le Temps vom Kriegsschauplatz in China. Einen Monat nach der Einnahme Pékin durch die westlichen Streitkräfte gelangt er von Tien-Tsin aus in die chinesische Hauptstadt. Im Januar reist er in den wärmeren Süden, fährt von Canton aus ein Stück den West-Fluss hinauf und besucht Han-keou am Yang-Tse. Nach Pékin kehrt er im Mai zurück, bevor er über Ta-Kou nach Japan weiterreist.

. Publikation: l En Chine 1900-1901 .
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Gaston Donnet
Société d'Éditions Littéraires et Artistiques,
Librairie Paul Ollendorff, Paris 1902
380 Seiten


 
1900





 


                   1902

startet der russische Tibetologe Gombojab Tsybikoff (*1873,1930) im April vom Kloster Kumbum im tibetischen Amdo, um nach Lhasa zu reisen. Als russischer Burjäte und Anhänger des Lamaismus hat er mit dem Grenzübertritt keinerlei Schwierigkeiten. Nach rund vier Monaten erreicht seine Karawane Lhasa, wo er sich ein ganzes Jahr lang aufhält, das Kloster Tashi-lhumpo im 167 Meilen entfernten Shigatse besucht und eine große Sammlung religiöser Schriften und  tibetische Abhandlungen über Astrologie, Geschichte und Medizin zusammenträgt. Von Lhasa reist Tsybikoff dann in die Mongolei nach Urga, wo er im April
eintrifft.

. Publikation: l Journey to Lhasa .
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G. G. Tsybikoff
The Royal Geographical Society, London 1904
In: The Geographical Journal, Vol. XXIII, 1-1904.
Mit 4 Photographien. Seiten 92-97. 


 
1900







                   1901


                   1902

unternimmt Colonel C. C. Manifold seine erste Reise innerhalb Chinas, um die für England handelspolitisch interessante Provinz Sechuan zu erkunden. Von Burma aus führt sein Weg über Tali-fu und Batang. Als er Shanghai erreicht, kommt es zum Boxer-Aufstand und er nimmt an der Befreiung Pekings teil. "I then had the privilege of spending a year at Peking inside the forbiden city walls, in a part to which hitherto only the most privileged Chinese had been allowed access. It would be impossible to expect ever to repeat such a unique experience, and to see Peking again under conditions quite so wonderful." Im September
startet er zur zweiten Reise nach Sechuan, zuerst ein Stück mit der französisch-belgischen Bahnlinie bis Paoting-fu und von dort aus über Land durch das Löß-Gebiet von Shen-si ins fruchtbare Sechuan-Becken. Die Reise endet
nach vier Monaten Aufenthalt mit der Abreise von Ichang den Yangtse hinunter.

. Publikation: l Recent Exploration and Economic Development in Central and Western China .
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C. C. Manifold
The Royal Geographical Society, London 1904
In: The Geographical Journal, Vol. XXIII, 3-1904.
Mit 9 Photographien und einer Karte. Seiten 282-313. 
Karte Seite 420


 
1900
 
 
 
                   1903

Ende des Jahres erreicht Pauline Mathilde Sophie von Montgelas, Gräfin von Wimpffen (*1874,1961), die Nordküste Chinas. Ihr Mann Maximilian Joseph von Montgelas, Graf von Garnerin, war als Bataillonskommandant an der Niederschlagung des Boxeraufstands beteiligt und wird noch bis
als Militärattaché in Peking verbleiben. Diese Zeit nutzt seine Frau für Reisen in die Mongolei, in das deutsche Pachtgebiet Kiautschou, nach Shanghai und den Yangtse stromaufwärts bis Hankou, sowie in Chinas Südprovinzen, wo sie Canton, Macao und Hongkong besucht. Entgegen dem herrschenden Zeitgeist hat sie Verständnis für das chinesische Volk und das Verhalten der chinesischen Regierung. Sie äußert sich kritisch sowohl über den Kolonialismus als auch über das gewaltsame Eingreifen der Westmächte in China. Sehr hellsichtig erkennt sie in dieser westlichen Haltung schon jetzt ein grundsätzliches Konfliktpotential, das auf den ersten Weltkrieg zusteuert. 

. Publikation: l Ostasiatische Skizzen .
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Pauline Gräfin Montgelas
Theodor Ackermann, München 1905
Mit Frontispiz. 103 Seiten


 

1900 - 03

verbringt der japanische Mönch Ekai Kawaguchi inkognito in Lhasa, um nach speziellen buddhistischen Texte zu suchen, denn auch ihm ist als "Ausländer" die Einreise verwehrt, weshalb er sich als chinesischer Mönch ausgeben muss. Von seinem Heimatkloster in Kyoto reist er zuerst über Calcutta nach Nepal, wo er sich mehrere Jahre mit dem Studium des Sanskrit und des Tibetisch befasst. Entlang des Flusses Kali überschreitet er die Grenze nach Tibet, wendet sich zur Umrundung des Kailash nach Westen, zieht dann langsam den Tsangpo hinunter, besucht die wichtigsten tibetischen Klöster am Wege und gelangt schließlich nach Lhasa, wo er sich so lange dem Studium alter buddhistischer Schriften widmen kann, bis seine Identität durch nepalische Reisende gefährdet wird. Die Rückreise erfolgt über Gyantse nach Sikkim.

. Publikation: l Three Years in Tibet .
. Dieses Buch
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Ekai Kawaguchi
Theosophical Publishing Society, Benares and London 1909. Mit japanischen Textillustrationen, mehreren Photographien und einer Karte. 719 Seiten

 
1900 - 05

verbringt der deutsche Diplomat Alfons Freiherr Mumm von Schwarzenstein (*1859,1924) fünf Jahre als deutscher kaiserlicher Gesandter in Peking und tritt somit die Nachfolge des ermordeten deutschen Gesandten von Ketteler an.

. Publikation: l Ein Tagebuch in Bildern. Meinen Mitarbeitern in Peking zur freundlichen Erinnerung an ihren Chef. .
. Dieses Buch
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Alfons Mumm von Schwarzenstein
Graphische Gesellschaft, Berlin 1902
Mit zahlreichen Photographien. 268 Seiten

 
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                   1901

"Der Entschluß, die Mandschurei in ihrem südlichen Teil zu durchqueren, verdankt seine Entstehung einer spontanen Eingebung, die mir erst in Peking zum Bewußtsein kam, als ich nach Abschluß des Prämiliarfriedens zu Beginn des Jahres
mich am Ende meiner Tätigkeit als Vertreter der "Vossischen Zeitung" auf dem chinesischen Kriegsschauplatz sah, während meine Unternehmungslust sich noch nicht befriedigt fühlte."
Und so bricht Rudolf Zabel auf, um am Golf von Petschili entlang nach Schanhaikwan zu fahren. Über Niutschwang und Port Arthur geht es weiter bis zur Ausschiffung in Dalny, mal mit der Eisenbahn, mal per Draisine und - wo die Gleise vom Krieg her noch zerstört sind - auch mit dem Eselkarren oder gar zu Fuß
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. Publikation: l Durch die Mandschurei und Sibirien. Reisen und Studien. .
. Rudolf Zabel
Verlag von Georg Wigand, Leipzig 1902
"Mit 146 Abbildungen, zumeist nach photographischen Aufnahmen des Verfassers, teilweise gezeichnet von E. Arriens, und dem Porträt des Verfassers." 324 Seiten

 
1901

reist Francis Henry Nichols (*1868,1904) im Auftrag des Christian Herald und unter chinesischer Protektion durch die noch unruhigen nordchinesischen Provinzen, um kurz nach Niederschlagung des "Boxeraufstands" über die Verwendung amerikanischer Spendengelder für eine Hungersnot in Shensi zu berichten. Von Peking aus führt ihn sein Weg über Tai-yüan südwestlich nach Sian-fu [heute: Xian] und von dort aus den Han-Fluss hinab durch die Provinzen Honan und Hupeh bis Hankow am Yangtse. Nach insgesamt zwei Monaten trifft er kurz vor Weihnachten in Shanghai ein. (Nichols versucht kurze Zeit später, auf eigene Faust Lhasa zu erreichen. Er reist dafür durch Südchina und Burma, erreicht im Dezember 1904 die südtibetischen Stadt Gyantse und stirbt dort - fast am Ziel - an einer Lungenentzündung.)

. Publikation: l Through Hidden Shensi .
. Dieses Buch
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Francis H. Nichols
Charles Scriber's Sons, New York 1902
Mit 47 Photographien sowie Zeichnungen im Text und einer Karte. 313 Seiten


 
1901

reist der belgische Geograph Joseph Halkin (*1870,1937) im Auftrag der belgischen Regierung mit einer Wirtschaftsdelegation nach Ostasien und erreicht im März die südchinesische Hafenstadt Canton [Guangzhou]. Weitere Stationen sind die Insel Hainan, Shanghai, Tsing-tau [Qingdao], Tien-tsin [Tianjin] und Pékin [Beijing].

. Publikation:
    
l En Extrême-Orient. 1900-1901. Récit et notes de voyage.
Ceylan, Java, Siam, Indo-Chine, Ile de Hai-nan, Chine, Japon, Corée, Sibirie.
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. Dieses Buch
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Joseph Halkin
O Schepenens & Cie., Bruxelles ; Charles Amat, Paris 1903
Mit Buchschmuck und 48 Photographien. 446 Seiten

 
1901

bricht die Schweizerin Cäcilie von Rodt (*1855,1925) allein zu einer Weltreise auf und erreicht über Amerika und Japan Anfang Oktober das Reich der Mitte. Einen Monat lang hält sich die selbstbewusste Bernerin in Shanghai, Tientsin [Tianjin] und Peking auf, wo sie es sogar schafft, sich über Kontakte zu den europäischen Botschaften auch den Sommerpalast der Kaiserin zeigen zu lassen. Über Kanton [Guangzhou] und Macao setzt sie dann ihre Weltreise Richtung Indochina fort.

. Publikation: l Reise einer Schweizerin um die Welt .
.   Cäcilie von Rodt
Verlag von F. Zahn, Neuenburg 1903
Mit 700 Abbildungen. 715 Seiten

 
1901

geht der US-amerikanische Reisende, Fotograf und Dokumentarfilmer Elias Burton Holmes (*1870,1958) Anfang August in der chinesischen Hafenstadt Taku [Tangu] an Land. Holmes ist dafür bekannt, über seine weltweiten Reisen Vorträge zu halten, die er sehr anschaulich mit Photographien und Filmsequenzen verbindet. Er bereist fast alle Länder der Erde (und trägt auch auf seinen Reisen stets einen blütenweißen Anzug, Schlips und weiße Schuhe). Den Pei Ho [Haihe] stromauf erreicht er Peking, ein Jahr nach Niederschlagung des fremdenfeindlichen Boxeraufstands. Die ausländischen Mächte mit ihren noch vor Ort präsenten Truppen haben das uneingeschränkte Sagen in der alten Kaiserstadt und Holmes kann auch in der verwaisten Verbotenen Stadt alles ausgiebig fotografieren.

. Publikation: l Travelogues. Volume 9: Down the Amur / Peking .
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Dieses Buch
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Burton Holmes
The McClure Company, New York 1908
Mit einigen Farbzeichnungen sowie zahlreichen Fotografien.
335 Seiten

1901

gelangt der Schweizer Diplomat und Professor für internationales öffentliches Recht der Universität Zürich, Max Huber (*1874,1960), im Rahmen seiner Weltreise auch nach China. Neben seinen "staatswissenschaftlichen Studien" beobachtet er mit wachem Blick das öffentliche Leben in den durchreisten Ländern und erreicht im Juli die südchinesische Großstadt Canton [Guangzhou]. Von den hygienischen Verhältnissen abgestoßen, vom Kulturellen und Ästehtischen aber völlig begeistert, veröffentlicht er einige Jahre später seine Tagebuchaufzeichnungen, die sich durch große Objektivität, Vorurteilslosigkeit und Detailgenauigkeit auszeichnen. Über Shanghai fährt er den Yangzi stromauf über Nanking [Nanjing] bis Ichang [Yichang]. Zurück in Shanghai geht es weiter über Tsingtau [Qingdao] und Chifu [Yantai] die Küste entlang nach Tientsin [Tianjin], von wo aus Huber in die Hauptstadt des chinesischen Kaiserreichs weiterreist, nach Peking. Noch allerorts sind dort die Zerstörungen zu sehen, die die plündernden europäischen Truppen nach der Niederschlagung des ein Jahr zurück liegenden Boxeraufstands verursacht haben. Betroffen merkt Huber beim Anblick der zerstörten Anlagen des kaiserlichen Sommerpalasts an: "Jetzt liegt hier alles in Schutt und Trümmern, denn hier haben italienische Truppen schlimmer gehaust als Vandalen. Da sie nicht im stande waren, die Marmormonolithen der Kapelle zu zerschlagen, machten sie ein Feuer im Innern, damit in der Glut die Steine sprangen und die keramischen Kunstwerke, die auf den Säulen ruhten, herunterstürzten und zerschellten."  

. Publikation: l Tagebuchblätter aus Sibirien, Japan, Hinter-Indien, Australien, China, Korea .
.     
Dieses Buch
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Max Huber
Verlag von Schultheß & Co., Zürich 1906
"Mit 100 Autotypien und Aufnahmen des Verfassers und einer Routenkarte". 335 Seiten

1901




                  
1918


                  
1919

bringt der Passagierdampfer "Bremen" den 27jährigen Deutschen Wilhelm Wilshusen (*1874,1966) ins Schanghaier Settlement, um als Kaufmann für das Handelsunternehmen "H. Melchers & Co., Shanghai" zu arbeiten. Wilshusen hinterlässt, als begeisterter Photograph, eine reiche Sammlung an Aufnahmen aus dieser Zeit. 
wird er mit dem damals bekannten deutschen Schriftsteller Norbert Jacques noch eine Reise durch China unternehmen, bevor er durch die Ereignisse des 1. Weltkriegs im Jahr
zwangsdeportiert wird.

. Publikation: l Abreise von China. Texte und Photographien von Wilhelm Wilshusen 1901-1919.
. Axel Roschen, Thomas Theye (Hrsg.)
Stroemfeld Verlag, Frankfurt 1980.
Zahlreiche Abbildungen, 200 Seiten
ISBN
3878771312

 
1902,

kurz vor Chinesisch Neujahr, bricht der Amerikaner William Edgar Geil (*1865,1925) in Shanghai auf, um sich auf den Weg nach Burma zu machen. Den Yangtse hinauf fährt er auf der "Great Prosperity" bis Nanking, wechselt dort auf die "Handsome Investment" und nimmt in Hankow dann die "Harmony of the River" bis zum Ende der für Dampfschiffe befahrbaren Strecke in Ichang. Von dort aus wird ihm die Weiterfahrt mit einem chinesischen Kanonenboot bis Chungking angeboten. Im Tragsessel sehen ihn die Chinesen schließlich über Luchow, Yunnanfu und Talifu Richtung Mekong ziehen, wo er bei Bhamo auf die burmesische Seite übersetzt. 

. Publikation: l A Yankee on the Yangtze. Being a Narrative of a Journey from Shanghai Through the Central Kinddom to Burma. .
. Dieses Buch
online ansehen
Hodder and Stoughton, London 1904
(Identisch mit: A. C. Armstrong and Son, New York 1904)
Mit 100 Illustrationen und Textschmuck. 312 Seiten
1902

reist Major A. B. Hamilton von der Hafenstadt Fu-chau [heute Fuzhou, gegenüber der Insel Taiwan] den Min-Fluss hinauf, durchquert die für ihren Tee berühmten Bohea-Berge in der Provinz Fu-kien und fährt auf dem Kin-Fluss schließlich wieder hinab zum großen Poyang-See. Sein Ziel ist der am Yang-tze kiang gelegene Handelshafen Kiu-kiang  [heute Jiujiang] . 

. Publikation: l Notes of a Land Journey from Fu-chau to Kiu-kiang .
. A. B. Hamilton
The Royal Geographical Society, London 1905
In: The Geographical Journal, Vol. XXVI, 7-1905.
Mit 4 Photographien und einer Karte. Seiten 69-74.
Karte Seite 128. 

 
1902

tritt der englische Konsul von Wuchow [Wuzhou] Charles Williams Campbell (*1861,1927) von Peking aus seine Heimreise nach London an und wählt hierfür den Überlandweg quer durch die Mongolei. Von Juni bis Oktober zieht er am östlichen Rand der Wüste Gobi entlang, schwenkt dann nach Westen ab und erreicht Urga [Ulaanbaatar]. Nach einer Exkursion zur früheren Hauptstadt des Mongolenreiches, Karakorum, ist es von Urga aus nur noch ein kurzes Wegstück nach Norden bis zur sibirischen Grenzstadt Kiachta.

. Publikation: l Report by Mr. C. W. Campbell, his Mayesty's Consul at Wuchow, on a journey in Mongolia .
. Charles Williams Campbell
The Stationary Office, London 1904
Mit einer kolorierten Faltkarte. 43 Seiten
(Reprint 2000 als Travels in Mongolia, 1902
Mit 6 Karten. 155 Seiten. ISBN 0-11-702452-X)




 
1902

nimmt der Comte Jacques Gustave Joseph Bouly de Lesdain (*1880,1975), Attaché der französischen Gesandtschaft in Peking, seinen Heimaturlaub zum Anlass, diesen über Land anzutreten und so quer durch die Mongolei, Sibirien und Russland nach Paris zu reisen. Er startet im Juni mit einem einfachen Karren, der ihn von Kalgan [Zhangjiakou] aus durch die Wüste Gobi nach Ourga [Ulaanbaatar] bringt und von dort weiter zur sibirischen Grenze.

. Publikation: l En Mongolie (15. juin - 22. septembre 1902)

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Comte de Lesdain
Augustin Challamel, Paris 1903
Mit 16 Abbildungen. 201 Seiten
.
 
1902 - 03

befindet sich Kronprinz Rupprecht von Bayern (*1869,1955; vollständiger Titel: "Seine Königliche Hoheit Rupprecht Maria Luitpold Ferdinand Kronprinz von Bayern, Herzog von Bayern, Franken und in Schwaben, Pfalzgraf bei Rhein"), Sohn des letzten Königs von Bayern, nach der Niederschlagung des Boxeraufstands auf einer Reise durch Ostasien. Mit Reisebegleitern und einem Dolmetscher im Tross besucht er von Hong-kong aus erst Kan-ton [Guangzhou], fährt mit dem Boot nach Schang-hai, Nan-king und zur deutschen Kolonie Tsing-tau [Qingdao], von wo aus er zur Besteigung des Wu-tai-schan aufbricht. Sein letztes Reiseziel vor der Weiterfahrt nach Japan ist Pe-king. Von "Chinesischen Tafelfreuden und anderen Vergnügungen" berichtet er in seiner

. Publikation: l Reise-Erinnerungen aus Ost-Asien .
. Rupprecht Kronprinz von Bayern
Beck, München 1906
Mit 33 Abbildungen auf 25 Tafeln. 441 Seiten.

 
1902 - 03

reist Heinrich Friedrich Hackmann (*1864,1935), Religionswissenschaftler und von 1894 bis 1904 Pfarrer der deutschen evangelischen Gemeinde in Schanghai, vom Omi nach Bhamo.

. Publikation: l Vom Omi bis Bhamo. Wanderungen an den Grenzen von China, Tibet und Birma. A*
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Heinrich Friedrich Hackmann
Gebauer-Schwetschke, Halle a. S. 1905
(2. Aufl. Karl Curtius, Berlin 1907) Mit 150 Illustrationen von Alfred Wessner, Beilagen und 2 Karten. 382 Seiten

 
1902 - 04

verbringt der französische Militärarzt Aimé-François Legendre (*1864) zwei Jahre in der chinesischen Provinzhauptstadt Tchentou [Chengdu] als Leiter einer Schule zur Ausbildung chinesischer Mediziner. Das französische Außenministerium ist an der Ausdehnung seiner kolonialen Einflusssphäre nach China hinein interessiert und hat deshalb die beiden an Indochina angrenzenden südchinesischen Provinzen Yunnan und Sichuan ins Auge gefasst. Nicht gerade uneigennützig erfolgt deshalb die "mission médicale au Setchouen" in Absprache mit dem amtierenden chinesischen Provinzgouverneur. Zusammen mit seiner Frau reist Legendre von Shanghai aus auf abenteuerlicher Bootsfahrt durch die berühmten Schluchten des Yang-Tsé stromaufwärts bis Itchang und Tchong-King [Chongqing], von wo aus es mit Tragstühlen bis zur Hauptstadt weitergeht. Kurz vor Rückkehr nach Europa erfolgt noch ein Besuch des buddhistischen Berges Omi Shan.

. Publikation: l Deux années au Setchouen. Récit de voyage. Étude géographique, sociale et économique.

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Aimé-François Legendre
Plon-Nourrit et Cie., Paris 1905
Mit 6 Abbildungen und einer Karte. 545 Seiten
.
 
1902 - 07

ist der Engländer James Huston Edgar (*1872,1936) als Missionar der China Inland Mission im westlichen Sichuan tätig. Der Landstrich entlang der chinesischen Grenze zu Tibet wird Mantze genannt und umfasst die Regionen um Tatsienlu [Garze], Batang und Litang.

. Publikation: l The Marches of the Mantze

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James Huston Edgar
Morgan & Scott, London 1908
Mit Frontispiz und 3 Abbildungen. 67 Seiten
.
 
1902 - 10

arbeitet der Leutnant Fritz Jobst als Dolmetscher-Offizier der deutschen Gesandtschafts-Schutzwache in Peking. Neben Dienstplan und Tagesroutine nutzt er die Zeit im Fernen Osten: Regelmäßig reist er in die Mongolei, interessiert sich für das mongolische Pony und die Pferdezucht und gibt eine Abhandlung über die Geschichte der Tempelanlage Tjä Tai Tze heraus.

. Publikationen: l Geschichte des Tempels Tjä Tai Tze .
. Fritz Jobst
Verlag der Brigade-Zeitung, Tientsin 1905
Mit 14 Originalphotos, einem Plan und einer Karte. 16 Seiten
. l In und außer Dienst in der Mongolei .
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Fritz Jobst
Hermann Costenoble, Jena 1910
Mit 88 Abbildungen und zwei Karten. 188 Seiten


 
1902 - 11

reist der kunstinteressierte Prof. Adolf Fischer (*1857,1914) mit seiner Frau durch Japan und China. 1905 erhält er den Posten des "wissenschaftlichen Sachverständigen bei der Kaiserlichen Gesandtschaft in Peking", um Kunstwerke aus Fernost für die deutschen Museen einzukaufen. Er wird später Leiter des von ihm initiierten Kölner Museums für Ostasiatische Kunst.

. Publikation: l Bericht über meine Reise von Peking über Tai-yuan-fu nach Hsi-an-fu, über Honan-fu nach peking zurück .
. Adolf Fischer
Tsingtau 1906
138 Seiten
. l Chinesisches Tagebuch. Lehr- und Wanderjahre. .
. Frieda Fischer
F. Bruckmann Verlag, München 1942
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 215 Seiten

 
1902 - 14

verbringt Dr. Moritz Pfeiffer als Veterinäroffizier in der Stadt Kaumi, im "deutschen Schutzgebiet Kiautschou". Ausflüge führen ihn bis in die Mongolei, nach Wladiwostok und nach Japan.

. Publikation: l Die Welt des fernen Osten. Erlebnisse eines Deutschen in den asiatischen Ländern des Stillen Ozeans. .
. Dr. Moritz Pfeiffer
Verlag Deutsche Buchwerkstätten, Dresden 1923.
Mit zahlreichen Abbildungen, einer Karte und schönem Buchschmuck von A. Paul Weber unter Verwendung chinesischer Originale. 228 Seiten

 
1902 - 34

ist Harold Burgoyne Rattenbury (*1878,1962) als Methodistenprediger in einer der chinesischen Provinz am Yangtse tätig. Über seinen langjährigen Aufenthalt berichtet er in der 

. Publikation: l China, my China .
. Harold Burgoyne Rattenbury
Frederick Muller Ltd., London 1944
Mit 30 Abbildungen. 271 Seiten

 
1903,

am vierten Tag des neuen Jahres, startet Erich von Salzmann (*1876,1941), Leutnant im Neumärkischen Feld-Artillerie-Regiment No. 54 und seit dem Boxeraufstand in China stationiert, zur Heimreise nach Europa: "Von jeher bin ich ein großer Freund des Reitsportes gewesen. Während des nicht sehr ereignisreichen Garnisonslebens in Peking und Tientsin lag der Gedanke nahe, zum Abschluss meiner Dienstzeit meinen Rekognoszierungsritten einmal eine etwas grössere Ausdehnung zu geben und auf dem Landweg nach Hause zurückzukehren." Wohl denn! Durch die nördlichen chinesischen Provinzen, den Kansu-Korridor zur Oase Hami entlang und quer durch Chinesisch Turkistan bis Andischan, jenseits des Pamir, trägt ihn sein treues mongolisches Pony in den nächsten sechs Monaten. 6000 Kilometern im Sattel sind schließlich zurückgelegt, als er den Endpunkt der russischen Eisenbahnlinie erreicht.

. Publikation: l Im Sattel durch Zentralasien.
6000 Kilometer in 176 Tagen.
.
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Erich von Salzmann
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin 1903.

Mit 185 Bildern, meist nach Originalaufnahmen des Verfassers, einer Übersichtskarte und acht Kartenskizzen.
312 Seiten

 
1903

macht sich Captain Cecil Godfrey Rawling (*1870,1917) mit Genehmigung seiner Dienststelle und in Begleitung von Lieutenant Hargreaves von Ladakh aus heimlich auf den Weg, um den westlichen Zipfel von Tibet zu erkunden und Karten für den British Survey anzufertigen. Doch die Tibeter sind wachsam. Die Expedition wird bald von bewaffneten Truppen angehalten, die Verhandlungen führen jedoch zu keinem Ergebnis: Rawling will sich nicht fügen und die Tibeter drängen zur Rückkehr, scheuen jedoch den Einsatz ihrer Waffen. Als die Expedition allen Verboten zum Trotz langsam weiterzieht, greifen die zahlenmäßig überlegenen Tibeter zum letzten Mittel: Sie lassen ihre Waffen fallen und klammern sich an die Arme und Beine der Expeditionsteilnehmer. Die Expedition wird daraufhin abgebrochen.

. Publikation: l The Great Plateau. Being an account of Exploration in Central Tibet, 1903, and of the Gartok Expedition, 1904-1905 .
.

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Cecil Godfrey Rawling
Edward Arnold, London 1905
Mit 57  Abbildungen und zwei Karten. 324 Seiten

 
1903

kommt der Amerikaner Oscar Terry Crosby (*1861,1947) über das Kaspische Meer und reist mit der Eisenbahn weiter nach Osten, quer durch Russisch-Turkestan. Über das Trans-Alai-Gebirge geht es mit einer Karawane bis nach Kaschgar. Er besucht die Oasenstädte am Rand der Wüste Takla-Makan und stößt in Chotan auf alte indische Schriften, die heute in der Library of Congress als "The Crosby Chotan Fragments" aufbewahrt werden. Der Rückweg nach Indien führt erst ein Stück östlich bei Polu über das Kuenlun-Gebirge ins tibetische Hochland hinauf und dann über den Karakoram-Pass nach Leh.

. Publikation: l Tibet and Turkestan: A Journey Through Old Lands and a Study of New Conditions .
.

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Oscar Terry Crosby
G. P. Putnam's Sons, New York and London 1905
Mit 55 Abbildungen und einer Karte. 331 Seiten

 

1903

reisen Claud Russell und Hicks Beach von Peking aus 1000 Meilen durch die Mongolei, über Jehol bis nach Tsitsihar, der chinesisch-russischen Grenzstadt im Nordwesten der Mandschurei. Dort erreichen sie die russische Bahnlinie für die Rückfahrt nach Peking, über Harbin und Mukden.

. Publikation: l A Journey from Peking to Tsitsihar .
. Claud Russell
The Royal Geographical Society, London 1904
In: The Geographical Journal, Vol. XIII, 5-1904.
Seiten 613-623. Karte Seite 704. 

 

1903

verbringt der deutsche Sinologe Prof. August Conrady auf Einladung der chinesischen Regierung acht Monate zu wissenschaftlichen Studien in Peking und berichtet hierüber in seiner

. Publikation: l Acht Monate in Peking. Eindrücke und Studien aus der Zeit nach den chinesischen Wirren. .
. August Conrady
Gebauer-Schwentschke Druckerei und Verlag m. b. H., 
Halle a. S. 1905
("Vortrag gehalten am 5. April 1905 in der Münchner Orientalischen Gesellschaft") Erschienen in: "Der Orient" - Vorträge und Abhandlungen zur Geographie und Kulturgeschichte der Länder des Ostens. Erstes Heft
19 Seiten

 
1903

reist Eugen Zabel (*1851,1924) auf der gerade fertig gestellten Strecke der sibirischen Bahn von Moskau bis nach Port Arthur, dem russischen Hafen im Süden der Mandschurei. In der Stadt Mandschuria überquert er die russisch-chinesische Grenze, passiert Charbin und Mukden sowie Dalny. Mit dem Schiff besucht er anschließend noch die Hafenstädte Tschifu, Tsingtau und Schanghai, bevor die Rückreise wieder in umgekehrter Reihenfolge angetreten wird.

. Publikation: l Auf der sibirischen Bahn nach China .
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Eugen Zabel
Allgemeiner Verein für Deutsche Litteratur, Berlin 1904
Mit 36 Abbildungen, Buchschmuck und einer Karte. 294 Seiten

 
1903

bereist der indische Raja Jagatjit Singh von Kaputhtala (*1872,1949) Ende des Jahres den Kriegsschauplatz zwischen Japan und China in der Südmandschurei. Über Hongkong und Shanghai führt seine dreiwöchige Fahrt nach Tianjin, Beijing, Shanhaiguan (am Golf von Bohai), Newchwang nach Dalny und Port Arthur.

. Publikation: l My Travels in China, Japan and Java, 1903 .
.   Raja-I-Rajgan Jagatjit Singh of Kapurthala
Hutchinson & Co., London 1905
Mit Frontispiz, 56 Abbildungen und einer Karte. 226 Seiten

 
1903










 
 
 
                  
1904

tritt Leutnant A. Genschow, Dolmetscher im deutschen ostasiatischen Expeditionskorps, mit Boy und Pferd von Tientsin aus seinen Heimaturlaub an. Anstatt jedoch die bequeme Schiffspassage zu wählen, entscheidet er sich mit zwei weiteren deutschen Offizieren für eine weit abenteuerlichere Variante: den Landweg quer durch China und Tibet nach Indien. Für die Strecke durch die Provinzen Pe-Tschi-Li [Hebei] und Honan [Henan] benötigen Sie nur achtzehn Tage, nehmen dann in Han-kau [Hankou] das Schiff den Yangzi stromauf und reiten ab Wan-shien [Wanzhou] durch die Provinz Si-Tschuan [Sichuan] nach Cheng tu [Chengdu]. Über Ta tien lu [Kardze] und Batang folgt der beschwerlichste Wegabschnitt durch das bergige chinesisch-tibetische Grenzgebiet, um dann jedoch vor Ort feststellen zu müssen, dass ihnen die Weiterreise durch Tibet verwehrt wird. So ist die kleine Expeditionsgruppe gezwungen, nach Süden abzuschwenken und über Talifu [Dali] durch die chinesische Provinz Yunnan die Grenzstadt Bhamo anzusteuern. Von dort aus durchqueren sie Birma und erreichen im Februar
schließlich die Hafenstadt Rangun am Golf von Matabam.

. Publikation: l Unter Chinesen und Tibetanern A*
. Dieses Buch
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A.Genschow
C. J. E. Volckmann (Volckmann & Wette), Rostock 1905. Mit 189 Abbildungen, Initialen und Zierstücken im Text nach Originalaufnahmen und Zeichnungen des Verfassers, dazu 5 lithographischen Spezialkarten, 1 Übersichtskarte sowie dem Porträt des Verfassers. 385 Seiten

 
1903





                 
1904.

startete Wilhelm Filchner (*1877,1957 Biografie) mit Ehefrau und Mitarbeiter Dr. Albert Tafel (*1876,1935) seine Expedition zu den Quellen des Gelben Flusses, auch "Matschu" genannt. Der Weg führt durch das Gebiet der Ngolok, einem räuberischen und kriegerischen Stamm, der ihm auch kräftig zu schaffen macht. Er publiziert sehr ausführlich über das Kloster Kumbum im Nordosten Tibets. Dies ist Filchners erste Tibet-Expedition, sie endet

. Publikationen: l Das Rätsel des Matschu. Meine Tibet-Expedition. A*
. Wilhelm Filchner
Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1907.
Mit 67 Vollbildern, zahlreichen Skizzen und Abbildungen im Text sowie 3 Karten. 438 Seiten

 
. l Das Kloster Kumbum in Tibet. Ein Beitrag zu seiner
Geschichte.
A*
. Dieses Buch
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Wilhelm Filchner
Ernst Siegfried Mittler und Sohn,
Königliche Buchhandlung, Kochstr. 68-71, Berlin 1906.
Mit 39 Tafeln, 3 Karten und Abbildungen im Text.164 Seiten

 
. l Wissenschaftliche Ergebnisse der Expedition Filchner nach China und Tibet 1903 - 1905
Band V: Ergänzungsband zum Kartenwerk Nordost-Tibet. Bilder und Karten.
A*
. Wilhelm Filchner
Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913.
Mit 3 Faltkarten und 115 Tafelabbildungen
. l Quer durch Ost-Tibet A*
.

Wilhelm Filchner
Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1925.
Mit 24 Tafeln mit s/w Abbildungen nach Aufnahmen des Verfassers. 1 gefaltete Karte im Einband, 1 Karte im Text.
195 Seiten


 
1903

reist der französiche Photograph Jules Gervais Courtellemont (*1863,1931) von Französisch Tonkin aus ins angrenzende Yunnan, diesmal jedoch damit betraut, Informationen für die französische Regierung einzuholen, die ihren Einfluss auch gerne auf die angrenzende südchinesische Provinz ausdehnen möchte. Von Hanoi führt eine erste Exkursion den Roten Fluß hinauf und hinein in die Bergwelt Yunnans bis zur Privinzhauptstadt Yun-Nan-Sen; von dort über Tchao-Toung-Fou nach Se-tchouen und den Blauen Fluss wieder hinunter bis Shangaï. Unmittelbar anschließend folgt eine Reise von Burma aus nach Tali-fou und Li-Kiang-Fou zur großen Schleife des Yang-Tseu und wieder zurück über Yun-Nan-Sen und Mong-Tseu nach französisch Tonkin. Das alles nimmt zwölf Monate in Anspruch und noch im Jahr seiner Rückkehr erscheint auch seine

. Publikation: l Voyage au Yunnan .
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Jules Gervais-Courtellemont
Plon-Nourrit et Cie., Paris 1904
Mit 23 Photographien und einer Karte. 298 Seiten

 
1903-04

leitet der Geologe Bailey Willis (*1857,1949) eine wissenschaftliche Expedition der amerikanischen Carnegie Institution nach China. Nach anfänglichen Arbeiten in der Provinz Shandong und der Südmandschurei ergänzt der Topograph R. Harvey Sargent das Team und reist mit ihm rund 1800 Meilen durch die Nordprovinzen Chinas. Neben seiner Vermessungsarbeit photographiert Sargent Land und Leute.

. Publikation: l Friendly China. Two Thousand Miles Afoot Among the Chinese. .
. Bailey Willis
Stanford University Press, Stanford 1949
312 Seiten
1903

                 
1917,

kommt Ernst Grosse (*1862,1927) in Tsingtau an, der Hauptstadt des deutschen Pachtgebiets in China, und wird als Lehrer tätig. Er reist erst
nach der chinesischen Kriegserklärung an das Deutsche Kaiserreich, mit der deutschen Gesandtschaft aus Peking ab.

. Publikation: l Ostasiatische Erinnerungen eines Kolonial- und Auslands-Deutschen .
. Ernst Grosse
Neuer Filser-Verlag, München MCMXXXVIII
Mit 59 Abbildungen und einer Karte. 328 Seiten

 
1903




                  1915


                  1916





                 
1919

kommt der Bremer Eduard Grösser (*1883,1961) in Shanghai an, um dort seine Tätigkeit für die englische Import-Export Firma Arnhold, Karberg & Co. aufzunehmen. Er erlernt die chinesische Sprache und wird bald für anspruchsvollere Aufgaben herangezogen. Acht Jahre später wechselt er nach Peking und erlebt dort das Ende der Kaiserdynastie. 
unternimmt er von Peking aus eine Reise nach Jehol. Durch den Ausbruch des Weltkriegs kommen die deutschen Handelsgeschäfte mit China schnell zum Erliegen und Grösser versucht deshalb im Jahr
über Chinesisch Turkestan nach Deutschland zu gelangen. Doch die westlichen Grenzübergänge Chinas sind bereits von Engländern und Russen militärisch besetzt und Grösser muss wieder umkehren. Im Jahr 1917 erklärt China dem deutschen Kaiserreich den Krieg, verhaftet aber nicht die im Inland befindlichen Deutschen. Erst unmittelbar nach Kriegsende werden alle Deutschen auf Betreiben Englands interniert und Grösser ist so
endgültig gezwungen, China zu verlassen. Seine Erinnerungen verfasst er 1938/39 und schildert darin recht anschaulich die Tätigkeit der ausländischen Handelsfirmen in China sowie das Leben der dortigen Auslandsdeutschen.

. Publikation: l Ein Bremer Kaufmann in China. 1903 - 1919. .
. Eduard Grösser (Ostasiatischer Verein Bremen e.V., Hrsg.)
Ostasiatischer Verein Bremen e.V., Bremen [1991]
Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. 120 Seiten

 
1903




                   1919


                  
1922

ist das Jahr, in dem der amerikanische Missionsarzt Dr. Albert Leroy Shelton (*1875,1922) nach Tatsienlu entsandt wird. Schon ein Jahr später verlegt er das von ihm geleitete Missionshospital 150 Kilometer weiter westlich ins tibetische Batang und beginnt, eine ethnologische Sammlung zusammenzutragen (die heute im Newark Museum zu sehen ist). Als er
auf Einladung des Dalai Lama nach Lhasa reist, wird er von Banditen über zwei Monate gefangen gehalten und erst nach Zahlung eines Lösegeldes auf freien Fuß gesetzt. Nach der Rekonvaleszenz in Amerika kehrt er
alleine zurück, um in Lhasa ein neues Missionshospital zu eröffnen. Auf dem Weg nach Lhasa wird er kurz hinter Batang von Banditen getötet.

. Publikationen: l Pioneering in Tibet: A Personal Record of Life and Experience in Mission Fields .
.

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Albert Leroy Shelton
Fleming H. Revell Company, New York 1921
Mit Frontispiz und 4 Abbildungen. 214 Seiten
. l Life Among the People of Eastern Tibet .
. Dieses Buch
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Dr. A. L. Shelton
National Geographic Society, Washington D.C. 1921
In: The National Geographic Magazine, Vol. XL, No.3 (9/1921). Mit 34 Abbildungen, dem Schreiben des Dalai Lama und einer Karte. Seiten 293-326.

 

1904 hat Japans Rüstung die Stärke erreicht, um einen Krieg mit Russland zu wagen. Zum ersten Mal in der Geschichte siegt eine asiatische über eine europäische Militärmacht. Im Frieden von Portsmouth gehen die russischen Rechte in der Mandschurei an Japan über: die südmandschurische Eisenbahn und das "Pachtgebiet" der Halbinsel Liaotung mit den strategisch wichtigen Häfen Port Arthur (chin.: Lüshun) und Dairen. Die dort neu stationierte japanische Kwantung-Armee sowie die nationalistischen Kreise in Japan werden fortan die treibenden Kräfte, um China zu zerschlagen. Mit großem finanziellen Aufwand und starkem Militäraufgebot baut Japan die Südmandschurei in den nächsten Jahren wirtschaftlich aus und exportiert Bodenschätze und Agrargüter ins Mutterland.

1904

sorgt sich England wegen eines russischen Mongolen namens Agwan Dorjieff (etwa*1850,1938), der sich in Lhasa aufhält und kurz darauf eine tibetische Delegation nach St. Petersburg begleitet. Tibet hat sich zusehends gegen die chinesische Einflussnahme im eigenen Land zu wehren begonnen und fühlt sich durch die schwache amtierende Qing-Dynastie nun fast autonom. Um zu vermeiden, dass die Tibeter den politischen Schulterschluss mit Russland suchen und auch, um die Handelsbeziehungen mit Tibet durch eine britische Vertretung in Lhasa zu intensivieren, erfolgt ein bedachter politischer Schachzug: Die Briten bestätigen offiziell Chinas Oberherrschaft über Tibet und schließen mit China sogleich mehrere Abkommen, die Tibet betreffen. Für das chinesische Reich bedeutet dies einen Gewinn an internationalem Prestige und stärkt seine Herrschaftsansprüche hinsichtlich Tibets. Die tibetische Regierung hingegen fühlt sich an diese Abkommen natürlich nicht gebunden - worauf die Briten spekuliert haben dürften! Um die vertragsbrüchigen Tibeter zur Ordnung zu rufen und "das internationale Recht wieder herzustellen", macht sich deshalb Anfang Januar eine "Verhandlungsdelegation" unter Leitung von Captain Francis Younghusband (*1863,1942) (H*) und dem englischen Regierungsbeauftragten in Sikkim, John Claude White (*1853,1918) (H*), auf den Weg nach Gyantse - "begleitet" von einer Eskorte aus dreitausend britischen und indischen Soldaten sowie einer Versorgungskarawane von zehntausend (!) Kulis. Mit zum Tross gehören Major William John Ottley (*1870), Laurence Austine Waddell (*1854,1936) (H*) und der Tibetisch sprechende Hauptmann Frederick O'Connor. Nachdem die tibetische Seite alle Verhandlungen ablehnt, erzwingen sich die britischen Truppen den Weg nach Lhasa. In den dabei stattfindenden Gefechten treffen die mit Maschinengewehren und leichter Artillerie ausgerüsteten britischen Truppen auf hoffnungslos unterlegene tibetische Verteidiger, der sich hinter Steinwällen versteckt und nur mit Schwertern und alten Flinten kämpfen. In einem wahren Blutbad werden rund 1000 Tibeter getötet - ohne nennenswerte Verluste auf englischer Seite. Chronisten dieser Ereignisse sind die Korrespondenten der Times, Perceval Landon (*1869,1927), und der Daily Mail, Edmund Candler (*1874,1926) - ihre ungeschminkten Berichte lösen später in London betretenes Schweigen aus. Dessen ungeachtet wird Francis Younghusband für seinen erfolgreichen Einsatz von der englischen Königin geadelt.
Der 13. Dalai Lama flieht für drei Jahre in die Äußere Mongolei und der eingesetzte tibetische Regent wird gezwungen, mit den Engländern ein Abkommen über Handel und Grenzrechte zu unterzeichnen. Auch eine britische Vertretung wird nun in Lhasa eingerichtet. Die Verträge beinhalten außerdem, dass Tibet nach Abzug der britischen Truppen für alle Ausländer gesperrt wird.

. Publikationen: l The Unveiling of Lhasa .
.

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Edmund Candler
Edward Arnold, London 1905
Mit 53 Abbildungen auf Tafeln und 1 Karte. 304 Seiten
(auch: Longmans, Green & Co. New York 1905
ebenso: Thomas Nelson and Sons. Ltd., London 1905,
letztere jedoch ohne alle Abbildungen! 375 Seiten)

 
. l Lhasa. An Account of the Country and People of Central Tibet and of the Progress of the Mission sent there by the English Government in the Year 1903-4.
. Den 1. Band
Den 2. Band
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Perceval Landon
Hurst and Blackett, Ltd., London 1905
Zwei Bände. Mit zahlreichen Photographien, Karten, Farbabbildungen und Bildreproduktionen in Kupfertiefdruck. 413 / 426 Seiten

 
. l Lhasa and its Mysteries. With a record of the expedition of 1903-1904. .
. Dieses Buch
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Laurence Austine Waddell
John Murray, London 1905
With 200 illustrations and maps. 530 Seiten

 
. l To Lhassa at last .
. Dieses Buch
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Powell Millington
Smith, Elder & Co., London 1905
Mit einem Frontispiz. 200 Seiten

. l With Mounted Infantry in Tibet .
.

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William John Ottley
Smith, Elder, London 1906
Mit 48 Abbildungen und einer Karte. 275 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Tibet. Mit der bewaffneten britischen Gesandtschaft bis Lhasa. .
. Verlag von Karl Siegismund, Berlin 1907
Mit 48 Bildtafeln, einem Plan und einer Karte. 244 Seiten
. l India and Tibet .
. Dieses Buch
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Francis Younghusband
John Murray, London 1910
Mit 26 Abbildungen und 2 Karten. 455 Seiten

 
. l On the Frontier and Beyond. A Record of Thirty Year's Service. .
. Frederick O'Connor
John Murray, London 1931
Mit s/w-Aufnahmen und einer Karte. 335 Seiten
. l Bayonets to Lhasa. The First Full Account of the British Invasion of Tibet in 1904. .
.

 

Peter Fleming
Rupert Hart-Davis, Soho Square London 1961
Mit 30 Abbildungen und 5 Karten. 319 Seiten
1904 

unternehmen die englischen Offiziere Cecil Godfrey Rawling (*1870,1917), C. H. D. Ryder, H. Wood und Frederick Marshman Bailey (*1882,1967) nach Abschluss der oben genannten britischen Militärexpedition von Lhasa aus eine Erkundung das Tsangpo-Tal hinauf und erstellen eine genaue geografische Aufnahme der Gegend. Die Ausreise erfolgt über West-Tibet nach Ladakh. Dies "was a very hazardous expedition because  the Tibetans were not know to be other than hostile, and the return journey over the Himalaya to Simla had to be made in the middle of winter", wie ein Rezensent hierzu anmerkt.

. Publikationen: l The Great Plateau. Being an account of Exploration in Central Tibet, 1903, and of the Gartok Expedition, 1904-1905. .
. Dieses Buch
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Cecil Godfrey Rawling
Edward Arnold, London 1905
Mit 57 Abbildungen und zwei Karten. 324 Seiten


. l Exploration and Survey with the Tibet Frontier Commission, and from Gyantse to Simla via Gartok .
. C. H. D. Ryder
The Royal Geographical Society, London 1905
In: The Geographical Journal, Vol. XXVI, 10-1905.
Mit 12 Photographien und einer Karte. Seiten 369-395.
Karte Seite 480. 
1904

wahrscheinlich noch während des Rückzugs der britischen Truppen aus Lhasa, wird in Tibets zweitgrößter Stadt Gyantse noch eine weitere britische Handelsvertretung eingerichtet. Erster Handelsagent wird Hauptmann Frederick O'Connor, der dem Pantschen Lama 1907 ein Auto schenkt, welches in seine Einzelteile zerlegt und zusammen mit dem Benzin von Indien aus über alle Himalayapässe getragen werden muss. Wenn auch nicht der erste, so doch der langjährigste britische Handelsagent wird danach David Macdonald, der seinen Posten für sechzehn Jahre in Gyantse und Yatung versieht.

. Publikationen: l The Land of the Lama. A Description of a Country of Contrasts & of its Cheerful, Happy-Go-Lucky People of Hardy Nature & Curious Customs; Their Religion, Ways of Living, Trade & Social Life. .
. David Macdonald
Seeley, Service & Co., London 1929
Mit 42 Abbildungen, dem Portrait des 13. Dalai Lama, einem Begleitbrief des 13. Dalai Lama und einer Karte. 283 Seiten
(Neuausgabe: Cultural Heritage of Tibet.
Light & Life Publishers, New Delhi, Jammu, Rohtak 1978
Mit 44 Abbildungen (s.o.). 283 Seiten)






. l

Twenty Years in Tibet. Intimate & Personal Experiences of the Closed Land among all Classes of its People from the Highest to the Lowest.

.
. David Macdonald
Seeley, Service
& Co., London 1932
Mit 35 Abbildungen und einer Karte. 318 Seiten

1904

unternimmt Archibald Little (*1838,1908) eine Reise durch die Provinz Yunnan. Von Sui Fu am Yangtse geht es im Tragstuhl südwärts zur Provinzhauptstadt Yunnan-fu und weiter durchs Gebirge zur Grenze nach Französisch-Tonking. 

. Publikation: l Across Yunnan: A Journey of Surprises. Including an Account of the Remarkable French Railway Line now completed to Yunnan-fu. .
. Archibald Little
Sampson Low, Marston & Co., Ltd., London 1910
Mit 16 Photographien und einer Karte. 159 Seiten

1904

durchstreift E. C. Young die nordchinesische Provinz Chili [heute: Hebei] westlich von Peking.

. Publikation: l A Journey Among the Highlands of Chili .
. E. C. Young
The Royal Geographical Society, London 1905
In: The Geographical Journal, Vol. XXVI, 9-1905.
Mit 2 Photographien und einer Karte. Seiten 307-318.
Karte Seite 368. 

1904






 
  

                   1905

unternimmt der frisch vermählte Comte Jacques Gustave Joseph Bouly de Lesdain (*1880,1975) seine Hochzeitsreise, die ihn von China nach Indien führt - auf dem Überlandweg! Zusammen mit seiner neunzehnjährigen Gattin erforscht er dabei das Gebiet des "Hoang-Ho-Bogens", ein noch unbekanntes, weil wüstenartiges Hochplateau im Nordenwesten Chinas. Insgesamt benötigen sie siebzehn Monate, um von Peking aus quer durch die Provinzen Schansi, Schensi und Kansu, am Rand der Wüste Gobi entlang, vielleicht über die Alashan-Berge hinweg, zumindest aber um die berüchtigten Zaidam-Sümpfen herum, um ihren Weg aufs tibetische Hochland hinauf zu erkämpfen, und dann querfeldein und nahe an Lhasa vorbei nach Sikkim in Nordindien weiterzumarschieren, wo beide
auch ankommen. 

. Publikation: l Voyage au Thibet par la Mongolie. De Pékin aux Indes. .
.

Jacques Gustave Joseph Bouly de Lesdain
Plon-Nourrit & Cie., Imprimeurs-Éditeurs, Paris 1908
Mit 27 Abbildungen, 2 Portraits und 1 Karte. 347 Seiten
(Englische Ausgabe:)



.

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From Pekin to Sikkim through the Ordos, the Gobi Desert, and Tibet

.
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John Murray, London 1908
Mit 1 Frontispiz, 30 Bildtafeln und einer Karte. 301 Seiten

1904

                   1906

kommt Dr. Joseph Lauterer (*1848,1911) nach Hongkong und reist später weiter nach Kanton. Bis
besucht er Hainan, Amoy, Fu Tschou, Schanghai, Hankou, den Omi Schan und Peking.

. Publikation: l China, Das Reich der Mitte einst und jetzt. Nach seinen Reisen und Studien geschildert von .
.

Dr. Joseph Lauterer
Verlag von Otto Spamer, Leipzig 1910
Mit 154 Abbildungen nach chinesischen Originalen sowie nach photographischen Naturaufnahmen. 424 Seiten


 
1904 - 06

bereist der Missionsinspektor Sauberzweig Schmidt (*1859,1906) im Auftrag der Berliner evangelischen Missionsgesellschaft deren Missionsstationen in der südchinesischen Küstenprovinz Guangdong. Über Hongkong gelangt er nach Canton [Guangzhou] und unternimmt trotz angeschlagener Gesundheit zahlreiche Exkursionen bis in das von Deutschland besetzte "Pachtgebiet" Kiautschou [Jiaozhou] sowie zur Insel Hainan. Überanstrengung und nicht ausreichend kurierte Leiden führen zu seinem überraschenden Tod auf der abschließenden Generalkonferenz in Hongkong.

. Publikation: l Durch Deutsch-Kiautschou. Aus den Aufzeichnungen des Missionsinspektors Sauberzweig Schmidt über seine Visitation in Nordchina im Jahre 1905. .
.

Martin Schlunk
Buchhandlung der Berliner evangelischen Missionsgesellschaft, Berlin 1909
Illustriert. 100 Seiten



.

 

l

Durch Chinas Südprovinz. Bericht über die Visitation des Missionsinspektors Sauberzweig Schmidt in Südchina 1904-1906.

.
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Martin Schlunk
Buchhandlung der Berliner evangelischen Missionsgesellschaft, Berlin 1908
Mit 17 Abbildungen. 170 Seiten


 
1904 - 18

ist Reginald Fleming Johnston (*1874,1938) erst als Regierungssekretär und dann als Verwalter der unter englischer Aufsicht stehenden Hafenstadt Weihaiwei tätig. Seit 1898 (und bis 1930) unterhalten die Engländer hier am nordöstlichen Kap der chinesischen Provinz Shantong einen Stützpunkt. Während seines Aufenthalts bereist Johnston die Umgebung dieses abgelegenen und von den in China sich vollziehenden Veränderungen noch weitestgehend unberührten Landstrichs und studiert Land und Leute.

. Publikation: l Lion and Dragon in Northern China .
.

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Reginald Fleming Johnston
John Murray, London 1910
Mit 60 Abbildungen und einer Karte. 461 Seiten
(Reprint: Oxford University Press, Hong Kong 1986)
Mit 60 Abbildungen und einer Karte. 460 Seiten


 
1905

zieht der in Nordindien als Angehöriger des Indian Civil Service stationierte Charles Atmore Sherring (*1868,1940) den Kali Gandaki Fluss hinauf nach Tibet. Er besucht Gartok, bleibt eine Weile im nahe gelegenen Missar und erkundet dann die beiden Seen Rakastal und Manasarovar.

. Publikation: l Western Tibet and the British Borderland. The sacred country of Hindus and Buddhists. .
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Charles Atmore Sherring
Edward Arnold, London 1906
Mit 175 Abbildungen und 5 Karten. 376 Seiten


 
1905 - 06

wird Clarence Dalrymple Bruce (*1862), Major in der englischen Armee, mit einer offiziellen Überlandreise vom nordindischen Kaschmir nach Peking betraut. Sein persönlicher Grundsatz "never to travel twice by the same route when there is an alternative" deckt sich bestimmt mit seinem Auftrag und so wählt er seinen Weg fernab der bisher begangenen Routen. Nach dem Start der Expedition in Leh durchquert er die trostlose nordwestliche Ecke des tibetischen Hochlandes, überquert das Kuen-lun Gebirge und zieht am südlichen Rand der Wüste Takla Makan weiter zum Lop Nor. Von da aus folgt er dem alten Handelsweg der Seidenstraße über Su-chou und Lan-chou, durchzieht das Löß-Gebiet der Ordos und gelangt über Tai-yuan Fu nach Peking. 

. Publikation: l In the Footsteps of Marco Polo. Being the Account of a Journey Overland from Simla to Pekin. .
. Dieses Buch
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Clarence Dalrymple Bruce
William Blackwood and Sons, London 1907
Mit 40 Abbildungen, Zeichnungen im Text und einer Kartenseite. 379 Seiten


 
1905 - 08

Nach seiner Teilnahme an der Expedition von Wilhelm Filchner startet der württembergische Forschungsreisende, Arzt und Geologe Dr. Albert Tafel (*1876,1935) unmittelbar anschließend zu einer eigenen Expedition in Richtung Kukunor und osttibetisches Grenzland. Er wird von Räubern überfallen und ausgeplündert, versucht aber trotzdem drei Mal, nach Lhasa zu gelangen. Die Schwierigkeiten seiner Reise sind auf die fehlende Unterstützung seitens der Deutschen Gesandtschaft zurückzuführen, die Tafel weder mit einem entsprechenden Pass noch mit den üblichen Empfehlungsschreiben ausstattete und somit bar jeden Prestiges und Schutzes reisen ließ.

. Publikation: l Meine Tibetreise. Eine Studienfahrt durch das nord- westliche China und durch die innere Mongolei in das östliche Tibet. A*
.

Dr. Albert Tafel
Union Deutsche Verlagsgesellschaft,
Stuttgart/Berlin/Leipzig 1914.
2 Bände. Mit 2 Frontispizes (1 farbig), 154 Tafeln mit
240 Abb., davon 7 gefaltet, 3 Karten und Plänen, 1 Farbtafel. 352 Seiten / 346 Seiten.


 
1905 - 08

unternimmt Sven Hedin (*1865,1952 Biografie) (H*) seine legendäre Forschungsreise in Süd-Tibet, die seinen Namen unsterblich machen wird. Von der Stadt Leh, im nordindischen Kaschmir, startet er gen Norden und durchquert mit seinen Männern in einem ersten Anlauf das gänzlich unbekannte tibetische Hochland Tschang Tang. Mit viel Diplomatie gelingt es ihm, die Bekanntschaft des 6. Pantschen Lama in Schigatse zu machen und sich an dessen Hof mehrere Monate lang aufzuhalten. Die britische Militärexpedition und die damit verbundene Flucht des Dalai Lama machen einen Besuch der Hauptstadt Lhasa zwar unmöglich, doch durch das Wohlwollen des Pantschen Lama kann Hedin seine "Rückreise" nach Leh für weitere Forschungen nutzen.  Kaum auf indischem Boden angelangt, rüstet er sofort zur nächsten Expedition und startet einen Monat später. Trotz aller Widernisse - es ist Winter auf dem Dach der Welt und man bewegt sich auf völlig unbekanntem Terrain - entfaltet Hedin einen unglaublichen Arbeitseifer: Neben der Routenaufnahme, Höhenmessungen und astronomischen Standortbestimmungen kümmert er sich - verkleidet als Schafhirte in seiner eigenen Karawane - auch noch um seine mineralogische Gesteinssammlung, ermittelt die geführte Wassermenge der Flüsse zu verschiedenen Jahreszeiten, führt Tiefenlotungen auf mehreren Seen durch und findet noch Muße, eine Fülle von Panoramen, Skizzen und Aquarelle von Land und Leuten anzufertigen. Fünf Monate später fällt seine Karawane den tibetischen Behörden auf und er wird entdeckt. Mit viel Geschick gelingt es ihm, seinen Rückweg wieder in einem wohldurchdachten Zickzack-Kurs durch den unbekannten Gebirgszug jenseits des Himalaya zu legen, der das Hauptinteresse seiner Reise bildet. Er wird ihn nach seiner Rückkehr bereits Transhimalaya nennt, doch als "Hedin-Gebirge" geht er kurzzeitig in alle Atlanten ein. Führende geografische Gesellschaften in Europa zeichnen Hedin mit den höchsten Ehren aus und die englische Regierung ernennt ihn 1909 gar zum Ehrenritter des Indischen Empire. Die Ausarbeitung seiner wissenschaftlichen Forschungen nimmt Jahre in Anspruch und in einem Gemeinschaftsprojekt von schwedischen und deutschen Verlagen  wird ein Mammutwerk von neun großformatigen Textbänden, einem separaten Atlas nur mit gezeichneten Panoramen sowie zwei Kartenmappen herausgegeben.

. Publikationen: l Transhimalaya. Upptäckter och äfventyr i Tibet. .
.

Sven Hedin
Albert Bonniers förlag, Stockholm 1909/1909/1912
Drei Bände. Illustriert mit Karten. 665/593/591 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

. Transhimalaja. Entdeckungen und Abenteuer in Tibet. A*
. Den 1. Band
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Sven Hedin
F. A. Brockhaus, Leipzig.
Erster und zweiter Band: 1909. Mit 397 Abbildungen nach photographischen Aufnahmen, Aquarellen und Zeichnungen des Verfassers und mit 10 Karten. 405/406 Seiten
Dritter Band: 1912. Mit 169 Abbildungen nach photographischen Aufnahmen, Aquarellen und Zeichnungen des Verfassers und mit 4 Karten. 390 Seiten.




 
. l

Southern Tibet. Discoveries in Former Times Compared with my Own Researches in 1906-1908.

.
Den 1. Band
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Sven Hedin
Lithographic Institute of the General Staff of the Swedish Army, Stockholm; F.A. Brockhaus, Leipzig; 1916-1922
9 Textbände, Atlasband der tibetischen Panoramen und
2 Kartenmappen

 
1905




 
 

                  
1939

kehrt Albert Henry Rasmussen (*1883,1972), gebürtiger Norweger und gelernter Maat, der Seefahrt den Rücken und tritt in den Dienst des internationalen Seezollamtes in Tschin-kiang am Jangtse. Ab 1910 wird er dort Leiter des Außenpostens einer deutsch-englischen Handelsgesellschaft und erlebt das Ende des chinesischen Kaiserreiches. In den nächsten Jahren unternimmt er abenteuerliche Geschäftsreisen durch die Gebiete des chinesischen Bürgerkriegs. Er verbringt insgesamt 32 Jahre in China und hat gerade in Tientsin eine eigene Firma gegründet, als ihm diese 
während seines Aufenthaltes in Deutschland von den Japanern konfisziert wird. Eine Rückkehr nach China wird ihm dadurch unmöglich gemacht.

. Publikation: l Tatt av Chinas drage: en menneskealder i Osten .
. Albert Henry Rasmussen
J. W. Cappelen, Oslo 1953 
Illustriert und mit einer Karte. 311 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Als die Zöpfe fielen. Zehn Jahre Zöllner und Kaufmann im alten China. .
. Eberhard Brockhaus, Wiesbaden [1956]
Reihe: Reisen und Abenteuer.
Mit 19 Tafelbildern und einer Karte. 159 Seiten

 
1906

bereist der österreichische Zoologe Erich Zugmayer Zentralasien. Über das russische Taschkent gelangt er nach Kaschgar in Chinesisch Turkestan, zieht am südlichen Rand der Wüste Takla Makan entlang und schwenkt dann östlich von Khotan ins tibetische Hochland ab. Doch auch ihm ergeht es so wie vielen anderen: In der Nähe von Rudok wird seine Karawane durch bewaffnete tibetische Miliz angehalten und zum Abschwenken nach Ladakh gezwungen. "Die im vorliegenden Buch beschriebene Reise sollte ursprünglich eine bedeutend größere Ausdehnung haben, sowohl der Zeit nach, als auch in Hinsicht auf die zurückgelegte Distanz" heißt es etwas resigniert im Vorwort seiner

. Publikation: l Eine Reise durch Zentralasien im Jahre 1906 A*
.

Erich Zugmayer
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin 1908
Mit 10 farbigen Tafeln nach Originalgemälden von Heinz Pinggera, 117 Abbildungen nach photographischen Aufnahmen des Verfassers und einer Übersichtskarte.
441 Seiten


 
1906

rüstet sich Reginald Fleming Johnston (*1874,1938) zu einer Durchquerung des Reichs der Mitte von Ost nach West und verlässt dazu am 6. Januar seinen Arbeitsplatz in Weihaiwei, die seit 1898 von den Briten "gepachtete" Hafenstadt am Gelben Meer. Mit dem Zug erreicht er Hankou am Yangtze, nimmt sich ein Boot ein paar Stationen den großen Fluss hinauf und zieht dann querfeldein zur Hauptstadt von Ssuch'uan. Der chinesischen Sprache fließend mächtig und ausgestattet mit einer großen Begeisterung für China, besucht er den Omei-Shan und zieht dann über Tachienlu bis Talifu durch das ganze chinesisch-tibetische Grenzgebiet, überschreitet den Mekong, den Salween und schließlich auch den  Irrawada bei Bhamo. Am 20. Juni erreicht er Mandalay in Britisch-Burma. In die Annalen wird er 13 Jahre später aus einem ganz anderen Grund eingehen: Er wird der persönliche Tutor des letzten chinesischen Kaisers Puyi.

. Publikation: l From Peking to  Mandalay .
. Dieses Buch
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Reginald Fleming Johnston
John Murray, London 1908
Mit 39Abildungen und einer Karte des Reiseweges.
460 Seiten


 
1906

unternimmt der schon einige Jahre in China lebende Reverend John Hedley (*1869) von Peking aus mehrere Reisen in die südöstliche Mongolei, besucht Jehol und betreut die über das Land verstreuten christlichen Missionsstationen.

. Publikationen: l On Tramp Among the Mongols .
. John Hedley
North-China Daily News & Herald Ltd., Shanghai 1906 
Mit 28 Abbildungen und einer Karte. 118 Seiten


. l Tramps in Dark Mongolia .
.

John Hedley
T. Fisher Unwin, London/Leipsic 1910 
Mit 50 Abildungen und einer Karte. 364 Seiten


 
1906

reist W. J. Garnett, dritter Legationssekretär an der britischen Botschaft in Peking, von September bis Oktober durch die chinesischen Provinzen Shantung und Kiangsu. Was er für erwähnenswert hält, fasst er in einem kurzen Reisebericht zusammen, der von der britischen Regierung im Folgejahr gedruckt und den Houses of Parliament vorgelegt wird.

. Publikation: l Report by Mr. W. J. Garnett of a Journey through the Provinces of Shantung and Kiangsu. .
.

W. J. Garnett
His Majesty's Stationery Office, London 1907
Mit zwei Karten. 26 Seiten


 
1906

kann der Engländer David Fraser zum Jahresanfang vom Himalaya-Königreich Sikkim aus zu einer Reise nach Südtibet aufbrechen. An der Grenzstation Phari trifft er auf die Karawane des tibetischen Tashi Lama, der gerade von einer offiziellen britischen Einladung nach Indien zurückkehrt. Fraser schließt sich dem Tross an und gelangt so über Gyangze nach Shigatzee. Nach seiner Rückkehr reist er im Juli durch Indien und überquert im nördlichen Ladakh den Karakorum-Pass nach Tibet. Die nächsten vier Monate verbringt er dann im westlichen Teil von Chinesisch Turkestan, besucht Khotan, Yarkand und Kashgar.

. Publikation: l The Marches of Hindustan, the Record of a Journey in Thibet, Trans-Himalayan India, Chinese Turkestan, Russian Turkestan, and Persia .
. Dieses Buch
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David Fraser
William Blackwood and Sons, Edinburgh and London 1907
Mit 127 Abbildungen und zwei Karten. 521 Seiten


 
1906








                  1907.

im Januar, nachdem der deutsche Professor Albert Grünwedel (*1856,1935) mit einiger Verspätung endlich in Kaschgar eingetroffen ist, bricht er mit seinem Helfer Albert von Le Coq (*1860,1930) zur III. Preußischen Turfan-Expedition auf. Ziel sind die Felsentempel von Kyzil, etwa 70 km westlich von Kuqa an der Nordroute der alten Seidenstraße. Sie finden eine aufgegebene Siedlung von vielen hundert Höhlen. Grünwedel vermisst die Felsentempel ausführlich, fotografiert, aquarelliert und paust die Funde ab. Spätere Untersuchungen weisen im Stil erstaunliche Ähnlichkeiten mit abendländischen Kunstwerken auf. Grünwedel verhindert, dass sein Mitarbeiter Le Coq diese Kunstschätze nach Deutschland abtransportieren lässt. Die Expedition endet

. Publikationen: l Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan. Bericht über archäologische Arbeiten von 1906 bis 1907 bei Kuca, Qarasahr und in der Oase Turfan. .
. Dieses Buch
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Albert Grünwedel
Druck und Verlag von Georg Reimer, Berlin 1912
Mit 1 Tafel und 678 Figuren. 371 Seiten

 
. l Auf Hellas Spuren in Ostturkistan. Berichte und Abenteuer der II. und III. Deutschen Turfan-Expedition. .
. Dieses Buch
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Dr. Albert von Le Coq
J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig 1926
Mit 108 Abbildungen im Text und auf 52 Tafeln sowie
4 Karten. 166 Seiten

 
1906






                  
1907

startet Marc Aurel Stein (*1862,1943 Biografie), seit 1904 englischer Staatsbürger, von Kaschgar aus seine nächste Expedition nach Ostturkestan. Mit finanziellen Mitteln der britischen Regierung ausgestattet, zieht er mit seiner kleinen Karawane von Khotan aus am Rand der Takla Makan-Wüste entlang, gräbt hier und dort und besucht dann die von Sven Hedin erst kurz zuvor entdeckte Ruinenstadt Loulan an der Route der alten Seidenstraße. Weitere Ausgrabungen macht er in den Ruinen von Miran und stößt
dann weiter westlich auf die letzten Ausläufer chinesischer Festungsanlagen, die sich bei genauerer Untersuchung als Ende der Großen Mauer herausstellen und vielerlei neue Funde bieten. Den krönenden Abschluss seiner Expedition bildet schließlich ein verfallenes Felsenkloster in der Nähe von Dunhuang. Erst ein paar Jahre zuvor hat dort der taoistische Mönch Wang Yuanlu bei Ausbesserungsarbeiten ein verborgenes Lager mit alten Handschriften entdeckt. Stein kann so über 7.000 Schriftrollen für die Wissenschaft retten. Eine durchweg spannend zu lesende

. Publikation: l Ruins of Desert Cathay. Personal Narrative of Explorations in Central Asia and Westernmost China. .
. Den 1. Band
Den 2. Band
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Marc Aurel Stein
Macmillan and Co. Ltd., London 1912
Zwei Bände. Mit insgesamt 333 s/w-Abbildungen,
7 Farbtafeln und sechs Panoramen.546 / 517 Seiten

. l Vorstoß zum Reich der Mitte. Gefährliche Expedition zu den Schatzkammern von Tunhuang. .
.

Karl Rolf Seufert
Arena Verlag Georg Popp, Würzburg 1975
Mit mehreren Bildreproduktionen und 1 Karte, 153 Seiten


1906 - 07

befindet sich Vasilij Michailovic Alekseev (*1881,1951) bereits in Peking, wo er im Mai mit seinem Pariser Professor Edouard Chavannes (*1865,U1918) zu verschiedenen archäologischen Expeditionen startet. Dem Sinologen Chavannes geht es um das Abpausen alter Steinstelen (Steinabreibungen), dem russischen Schüler um die Komplettierung seiner Sammlung von niánhua, volkstümlichen Neujahrsfest-Bildern, für seine Dissertation. Eine schöne

. Publikation: l V starom Kitae .
. Vasilij Michailovic Alekseev
Vostoènoj Literatury, Moskva 1958
Illustriert. 311 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. China im Jahre 1907. Ein Reisetagebuch. .
. Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig und Weimar 1989.
Mit einem Essay ,Der russische Sinologe Alekseev und seine Chinareisen' von M.V.Ban'kovskaja und B.L.Riftin, einer Nachbemerkung und Bildanmerkungen von B.L.Riftin. Mit 17 Farbholzschnitten und 62 historischen Photos. 431 Seiten

 
1906







                  1907,




                   1908

unternimmt Lieutenant John Weston Brooke (*1880,1908) seine erste größere Reise innerhalb Chinas, die ihn von Shanghai den Yang-tze hinauf und ab Hankow über Singan, Pingliang und Lanchow nach Siningfu in der chinesischen Provinz Kansu führt. Dort trifft er den 13. Dalai Lama, der sich wegen der englischen Invasion seit 1904 im Exil befindet, und ist damit der erste Engländer, der vom Kirchenfürsten in persönlicher Audienz empfangen wird. Um den bisher ungeklärten Zusammenhang der Flussläufe des Tsangpo und des Brahmaputra zu klären, rüstet Brooke in Siningfu eine kleine Karawane aus und versucht nach Südtibet zu gelangen, wird jedoch Ende April
nur 200 Meilen vom Ziel entfernt, von tibetischem Militär zur Rückkehr gezwungen. Noch im gleichen Jahr startet er zusammen mit C. H. Meares  zu einer zweiten Reise von Chengtu aus, der Hauptstadt der Provinz Sechuan. Der ortskundige Missionar W.N. Fergusson führt sie bei den chinesisch-tibetischen Grenzstämmen ein, in deren Gebiet sie dann ein Jahr lang herumstreifen. Am 24. Dezember
wird Brooke zusammen mit seinem chinesischen Übersetzer im Gebiet der Lolo-Stämme ermordet. Seine Tagebücher bilden die Grundlage für die posthum herausgegebene 

. Publikation: l Adventure, Sport and Travel on the Tibetan Steppes .
. Dieses Buch
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W. N. Fergusson
Constable and Company Limited, London 1911
"With illustrations from photographs by the author and the late Lieut. Brooke, and two maps." 338 Seiten

 
. l The Tribes of North-Western Se-Chuan .
. W. N. Fergusson
The Royal Geographical Society, London 1908
In: The Geographical Journal. Vol. XXXII. (12/1908)
Seiten 594-597. Karte Seite 648

 
1906 - 08

ist der aus dem russisch besetzten Finnland stammende Carl Gustaf Emil Mannerheim (*1867,1951), Oberst in der russischen Armee, damit beschäftigt, die unerforschten Gebiete entlang der russisch-chinesischen Grenze zu erkunden. Sein vom russischen Generalstab vorgegebenes Aufgabenfeld ist dabei weit gesteckt: von kartografischen Aufnahmen, statistischen Erhebungen, anthropologischen Studien bis hin zum Zusammentragen einer völkerkundlichen Sammlung. Mannerheim erlernt Grundzüge der chinesischen Sprache und bricht im Juli auf, Ende September erreicht er Kashgar, die westliche Oasenstadt in Chinesisch-Turkestan. Von hier aus startet er seine rund 6000 Kilometer lange Reise zu Pferd, die ihn erst südlich bis Khotan [Hotan] führt und dann in einem weiten Bogen nach Nordosten über Aqsu [Aksu], Urumchi [Ürümqi], Hami, Tun-huang [Dunhuang], Lanchow [Lanzhou], das Kloster Labrang nach Si-an-fu [Xian]. In einer letzten weiten Schleife entlang des Randes der Wüste Gobi gelangt er abschließend über Tai-yuan und Kalgan [Zhangjiakou] nach Peking.

 Publikation: l Across Asia from West to East in 1906-1908 .
. Carl Gustaf Mannerheim
Suomalais-Ugrilainen Seura, Helsiki 1940
Zwei Bände:
- Textband; mit Frontispiz, 358 Abbildungen und
  einer Karte. 741 Seiten
- Wissenschaftlicher Band; mit zahlreichen Abbildungen
  und 13 detaillierten Routenkarten. 250 Seiten


1906





                   1909

startet die Mission D'Ollone unter Leitung des namengebenden Commandanten Henri Marie Gustave D'Ollone (*1868,1945). Er will die wilden Volksstämme entlang der Westgrenze des chinesischen Reichs erforschen, von Yunnan im Süden bis hinauf nach Gansu: Die Miao, die Lolo und die Sifan. Wegen Letzteren muss die Expedition auch vorzeitig abgebrochen werden: Ihre Karawane wird mehrfach überfallen und die Franzosen entgehen nur knapp dem Tod. 
erfolgt der Rückweg vom Kloster Labrang aus. Auf ihrer Reise nach Peking treffen sie am Wu-Tai-Shan auf den noch im Exil lebenden 13. Dalai Lama und D'Ollone verdankt es diesem Zufall, einer der ganz wenigen Europäer zu sein, die den Dalai Lama persönlich zu Gesicht bekommen. Eine durchweg spannend zu lesende

. Publikation: l Les Derniers Barbares. Chine - Tibet - Mongolie. .
. Dieses Buch
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Henri Marie Gustave D'Ollone
Pierre Lafitte & Cie., Paris 1911
Mit 147 Abbildungen und 4 Karten. 373 Seiten
(Englische Ausgabe:)

.

 

In Forbidden China. The D'Ollone Mission 1906-1909. China - Tibet - Mongolia. .
. Dieses Buch
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T. Fisher Unwin, London-Leipsic 1912
Mit 41 Abbildungen und einer Karte. 318 Seiten
Auch: Small, Maynard and Company, Boston 1918
Mit 147 Abbildungen und einer Karte. 312 Seiten
1906








                   1909

startet Ernst Boerschmann (*1873,1949) zu einer Reise durch China, die ihn mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Der Architekt und Kunsthistoriker war schon 1902 für zwei Jahre als Bauinspektor bei der deutschen Besatzungsarmee in Kiautschou stationiert. Was er sah, beeindruckte ihn dermaßen, dass er nun mit einer Großformat-Kamera durch Chinas Provinzen reist. Sein Reiseweg führt ihn von Peking in der Provinz Chili [heute Hebei] nach Westen, durch Shansi und Shensi, weiter durchs fruchtbare Szechuan und über Hupei und Hunan in die südlichste Provinz Kuangsi, von wo aus er sich wieder langsam die Küstenlinie entlang nach Norden hocharbeitet. Von Ningpo aus setzt er abschließend noch zur Insel Putuo-Shan über und hat damit bis
zwölf chinesische Provinzen bereist und eine Fülle von photographischen Aufnahmen der chinesischen Baukunst zusammengetragen.

. Publikationen: l Die Baukunst und religiöse Kultur der Chinesen. Einzeldarstellungen auf Grund eigener Aufnahmen während dreijähriger Reisen in China. .
. Ernst Boerschmann
G. Reimer, Berlin 1911-1914
Zwei Bände mit zusammen 69 Bildtafeln und 420 Abbildungen im Text. 203 / 288 Seiten
. l Baukunst und Landschaft in China. Eine Reise durch zwölf Provinzen. .
. Ernst Boerschmann
Verlag von Ernst Wasmuth A. G., Berlin 1923
Mit 288 Abbildungen auf Kupfertiefdrucktafeln und einer Karte. 313 Seiten

1906 - 14

ist Hermann Joseph Theodor Consten (*1878,1957; Biografie) in der Mongolei. "Jahrelange Erfahrung und Aufenthalt unter den Chalcha-Mongolen hatten mich in eine Stellung geschoben, die ich, ohne an maßgebender Stelle in Deutschland irgendwelches Verständnis zu finden, zu Nutz und Frommen der deutschen Wirtschaft und des deutschen Handels auszunutzen suchte." Während seines Aufenthalts erlebt er die Unabhängigkeitskämpfe der Mongolen, die sich, nachdem das Kaiserreich der Mandschu 1911 zusammengebrochen ist, nun mit russischer Hilfe von Chinas Vorherrschaft freizumachen versuchen. Unter der Leitung des Chutuktu-Lama von Urga werden die Kampfhandlungen mit aller Härte geführt und Consten schildert das Geschehen mit allen Grausamkeiten bis hin zu mongolischen Menschenopfern an chinesischen Gefangenen.

. Publikation: l Weideplätze der Mongolen .
. Hermann Consten
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen) A.G., Berlin 1919/1920
Zwei Bände mit zusammen 128 Tafeln, 1 Porträt und
2 Karten. 303 / 314 Seiten
. l Bilder aus der Ferne. Historische Fotografien des Mongoleiforschers Hermann Consten .
.

Doris Götting (Hrsg.)
Begleitbuch zur Wanderausstellung "Bilder aus der Ferne Historische Fotografien des Mongoleiforschers Hermann Consten", einem Projekt der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft e.V. mit dem Forum für Fotografie Köln
Deutsch-Mongolische Gesellschaft, Bonn 2005
Mit zahlreichen Illustrationen und einer Karte. 139 Seiten
ISBN 3-937390-61-8


 
1907

fährt Georg Wegener (*1863,1939), der berühmte Schüler Ferdinand von Richthofens, den Yang-tse-kiang hinauf. Sechs Jahre zuvor hatte er hier den Untergang seines Passagierdampfers nur knapp überlebt und durch den Verlust seiner ganzen Ausrüstung und Barmittel alle weiteren Reisepläne aufgeben müssen. Diesmal jedoch sind die Umstände günstiger: Schon seit einem Jahr ist der Gelehrte in Süd- und Ostasien mit dem Auftrag unterwegs, Unterlagen für einen Baedeker dieses Gebietes zusammenzutragen. Als er in Nanking einem deutschen Konsul begegnet, der Mitte November zu einer Inspektionsreise durch die chinesische Provinz Kiang-si [Jiangxi] aufbricht, schließt er sich der Exkursion kurzerhand an und bereist so in den nächsten zwei Monaten das Gebiet südlich des Po-yang-Sees. 

. Publikation: l Im innersten China. Eine Forschungsreise durch die Provinz Kiang-si. .
. Georg Wegener
August Scherl G.m.b.H., Berlin 1926
Mit 172 Abbildungen und einer Original-Karte. 410 Seiten

 
1907

startet die erste transkontinentale Auto-Rallye der Weltgeschichte von Peking aus mit Ziel auf Paris, organisiert von der französischen Zeitung Le Matin. Ein abenteuerliches Unternehmen bei einer Wegstrecke von 13.000 Kilometer quer durch die Mongolei, durch Sibirien und Russland. Mit von der Partie ist der wortwörtlich rasende Reporter Luigi Barzini (*1878,1947), der im Itala-Wagen des Fürsten Scipione (Luigi Marcantonio Francesco Rodolfo) Borghese (*1871) am Rennen teilnimmt und als Sieger ziemlich verdreckt, übernächtigt und durchgefroren nach 60 Tagen in Paris ankommt. Für alle Neugierigen hier nun eine zusammenfassende Bilddokumentation : "Gentlemen, start your engine!"

. Publikation: l La meta del mondo vista da un'automobile. Da Pechino
a Parigi in sessanta giorni.
.
. Luigi Barzini
Ulrico Hoepli, Mailand 1908
Mit 126 Textabbildungen, 1 Porträtfoto und 13 Abbildungen
auf 14 Tafeln, 1 farbige Karte. 523 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Peking-Paris im Automobil. Eine Wettfahrt durch Asien
und Europa in sechzig Tagen.
. F. A. Brockhaus, Leipzig 1908
Mit 168 Abbildungen und einer Karte. 558 Seiten
1907

tritt der französische Historiker, Geograph und Gelehrte Jacques Bacot (*1877,1965) von Tali-fou [Dali] im Südwesten der chinesischen Provinz Yunnan eine sechsmonatige Reise ins tibetisch-chinesische Grenzgebiet an. Nach einem kurzem Stück am Yangtse stromauf wechselt er über die Gebirge nach Westen in die Schluchten des Mekongs und noch einmal weiter zum Saluen. Sein nördliches Ziel ist Batang. Auf dem Rückweg umrundet er den 6.000 Meter hohen Dokerla zwischen Mekong und Saluen. Über Bhamo reist er im Dezember schließlich nach Burma aus und nimmt seinen tibetischen Führer Adjroup Gumbo für seinen einjährigen Aufenthalt in Frankreich mit nach Hause. 

. Publikation: l Dans les Marches Tibétaines. Autour du Dokerla. .
. Jacques Bacot
Librairie Plon Hachette et Cie., Paris 1909
Mit 8 Abbildungen und 2 Karten. 217 Seiten

 
1907

tritt der Züricher Karl Schoch seine Ausbildung zum Missionsdienst für die Basler Mission in Südchina an. Nach Ankunft in Hongkong im Frühjahr startet er von dort aus am 7. Juni und nimmt das Dampfschiff über Tung-kon den Ostfluss stromauf, bis er am 6. Juli die nördlichst gelegene Missionsstation im Dorf Lokong erreicht.

. Publikation: l Von Hongkong nach Lokong. Reise-Erinnerungen aus China. .
. Karl Schoch
Verlag der Basler Missionsbuchhandlung, Basel 1908
Mit 11 Abbildungen und einer Karte. 72 Seiten

 
1907 - 08

bemüht sich der Däne Frits Holm (*1881,1930) um die Ausführung eines ungewöhnlichen Vorhabens: In der nordchinesischen Provinzhauptstadt Sian-Fu [heute: Xian] will er eine Kopie der berühmten Nestorianer-Steinstele herstellen lassen und diese ins Metropolitan Museum of Art nach New York bringen. Der Gedenkstein, der von Nestorianern im Jahr 781 zur Zeit der Tang-Dynastie angefertigt wurde, gilt als ältestes Zeugnis christlicher Missionsarbeit in China und wurde erst 1628 wiederentdeckt. Von Tientsin reist Holm mit Boot, Übersetzer und Boy den Kaiserkanal nach Süden und dann am Gelben Fluss entlang gen Westen bis Sian-Fu. Mit Ausdauer und Geschick umgeht er die Hinder- und Widernisse seitens Helfern und Behörden und benötigt danach noch volle acht Monate dafür, die zwei Tonnen schwere Kopie sicher nach New York zu bringen.

. Publikation: l My Nestorian Adventure in China: A Popular Account of the Holm-Nestorian Expedition to Sian-Fu and Its Results. .
. Frits Holm
Fleming H. Revell Company, New York 1923
Mit 35 Abbildungen und einer Karte. 335 Seiten

 
1907 - 08

reist die Engländerin Emily Georgiana Kemp (*1860,1939) durch die chinesischen Provinzen Schantung, Chili, Hupeh, Szechwan und Yünnan und hält ihre Reiseeindrücke in Wort und Bild fest. "The journey was one long series of pleasant surprises, and my friend expressed the feeling of both of us when, on crossing the frontier into Burma, she exclaimed: «If only we could turn round and go all the way back again!» If any one is induced by reading this book to make personal acquaintance with China, it will not have been written in vain."

. Publikation:
   
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l The Face of China. Travels in East, North, Cenral and Western China. With some Account of the new Schools, Universities, Missions, and the old Religious Sacred Places of Confucianism, Buddhism, and Taoism. .
.

Emily Georgiana Kemp
Chatto & Windus, London 1909
(identisch mit: Duffield & Company, New York 1909)
Mit Buchschmuck, 47 farbigen Abbildungen, 16 Zeichnungen. und einer Karte. 276 Seiten


 
1907








                   1908



                   1909

bereist die Engländerin  A. S. Roe mit ihrer Freundin Deborah das chinesische Kaiserreich. Sie erreichen im Mai Shanghai, besuchen die Hafenstädte Chefoo [Yantai] und Teng-Cheo Fu auf ihrem Weg nach Peking, erreichen Hankow [Wuhan] im November und treten von dort aus eine 32tägige Bootsreise an, den Yangtse stromaufwärts über Ichang [Yichang] nach Ch'ong King [Chongqing]. Von dort geht es über Land zur Provinzhaupotstadt von Sichuan, Chentu [Chengdu]. Die Rückreise nach Shanghai verläuft im Folgejahr den Min-Fluss und Yangtse stromab mit einem englischen Dampfer ab Ichang. Nach einem sechsmonatigen Abstecher nach Japan, reist A. S. Roe dann ab September
erneut von Shanghai aus alleine durch die Provinz Shanxi und besucht dort Tai Yüen Fu [Taiyuan] und Ping Yao. Per Schiff nach Shanghai zurückgekehrt, fährt sie mit der neu eröffneten Eisenbahnlinie im Dezember nach Nanking, besucht Yangcheo [Yangzhou] und im Januar
schließlich die Stadt Hangcheo [Hangzhou] am idyllischen West-See.

. Publikation: l China as I saw it. A Woman's Letters from the Celestial Empire. .
.

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A. S. Roe
Hutchinson & Co., London 1910
Mit 40 Abbildungen. 331 Seiten


 
1907
 

                   1912



                   1916

                   1917



macht sich der Amerikaner Fred Meyer Schroder (*ca. 1882,ca.1977) von Alaska nach China auf und wird dort für die British-American Tobacco Company tätig. Nach dem Sturz der Kaiserdynastie wird er
in Kalgan eingesetzt, an der chinesisch-mongolischen Grenze, von wo aus er im Folgejahr eine Handelskarawane nach Urga, der Hauptstadt der Mongolei führt. Kurz darauf begleitet er mongolische Aufständische zum tibetischen Tashi Lama ins Kloster Kumbum.
jagt er Tiger in der Mandschurei und begleitet den Zoologen Arthur de Carle Sowerby, der für das Smithsonian Museum Sammlungen zusammenträgt.
führt er im Auftrag des Roten Kreuz eine Kamelkarawane durch die Mongolei nach Sibirien und unterstützt danach den chinesischen General Chang Hsun, der am 1. Juli einen Staatsstreich durchführt, die junge chinesische Republik stürzt und den 1911 abgedankten Kind-Kaiser Pu-Yi wieder inthronisiert. Die Restauration schlägt jedoch schon nach wenigen Tagen fehl und Schroder muss als Mitbeteiligter vorerst in die Mongolei fliehen.

. Publikation: l Guns, gold and caravans. The Extraordinary Life and Times of Fed Meyer Schroder, Fontiersman and Soldier of Fortune, in California, Mexico Alaska and China, including his Discovery of the Mysterious Pyramids of Shensi and Rescue of the Boy Emeror. .
. Robert Onley Easton
Capra Press, Santa Barbara (CA) 1978
Illustriert. 256 Seiten
ISBN: 0-88496-122-2
. l China Caravans. An American Adventurer in Old China. .
. Robert Onley Easton
Capra Press, Santa Barbara (California) 1982
Mit 32 Abbildungen und einer Karte. 155 Seiten
ISBN: 0-88496-179-6




 

Am 2. Dezember 1908, ein Tag nach Ableben der Kaiserinwitwe, wird der dreijährige Pu Yi, ältester Sohn des Prinzen Tschün, als neuer chinesischer Kaiser Hsüan Tung inthronisiert.

1908

erhält der Amerikaner Oskar Eckstein (*1879) den Ruf, als Professor an der neu gegründeten chinesischen Reichsuniversität in Peking zu lehren. Er verbringt dort vier Jahre und muss seine Tätigkeit dann vorzeitig aufgeben, da die einsetzenden innenpolitischen Wirren nach dem  Zusammenbruch der Kaiserdynastie einen weiteren Aufenthalt unmöglich machen.

. Publikation: l Sonne über Peking .
. Oskar Eckstein
Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zürich 1942
Mit 21 Photographien sowie Zeichnungen im Text.
197 Seiten

 
1908

rüstet sich Professor Dr. Philipp Bockenheimer aus Berlin für eine Reise 'rund um Asien'. "Ich hatte den Vorzug auf meiner ganzen Reise von drei Grafen begleitet zu sein, einem Photografen, Kinematografen und Phonografen." Seine Vorbereitungen trifft der Weltreisende mit deutscher Gründlichkeit: "Beim Packen der Koffer ist darauf zu achten, daß kleine Gegenstände in Kisten und Schachteln untergebracht werden und man jedem Gegenstand seinen bestimmten Platz anweist, den er für die ganze Reise beibehält"... "Jagdanzüge läßt man sich vor Ort und Stelle machen, da man sich dort am besten orientiert, welche Farbe man zu wählen hat" ... "Eine Studienreise nach den ferneren Weltteilen sollte man erst dann auszuführen, wenn durch das fortgeschrittene Alter eine gewisse geistige Reife die nötige Grundlage für eine derartige Reise gewährleistet. Die 30er Jahre dürften sich am besten für eine solche Studienfahrt eignen." In denen sich Professor Dr. Bockenheimer anscheinend befindet. Mit dem Schiff gelangt er nach Indien, Indochina und Anfang Mai schließlich nach Hong Kong. Er besucht Kanton, Shanghai, die deutsche Kolonie Kiautschou, Peking, Port Arthur und Mukden, bevor es weitergeht nach Korea, Japan und die Umrundung Asiens mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Berlin ihren Abschluss findet. "Das Herz lachte uns, als wir zum ersten Mal wieder unsere strammen deutschen Beamten an der Zollstation mit ihrem energischen sicheren Auftreten bewundern konnten." Sein Buch schließt mit drei anscheinend sehr wichtigen Bildbeigaben und dem Satz: "Gerne bin ich bereit, jedem meiner Leser, falls er Lust verspürt, mit dem interessantesten Weltteil nähere Bekanntschaft zu machen, meine Ratschläge zu erteilen und ihn in meinem asiatischen Heim, in dem ich oft von meiner unvergleichlichen schönen Reise, von Pagoden, Buddhas, Tänzerinnen und Geishas  träume, mit einem Glase chinesischen Tees nach echt orientalischer Sitte zu bewirten."

. Publikation: l Rund um Asien .
. Professor Dr. Philipp Bockenheimer
Verlag von Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1909.
Mit 198 Abbildungen und einer Karte. 479 Seiten

 
1908

hat der aus Wiesbaden stammende Alfons Paquet (*1881,1944 ; Biografie) sein Studium der Philosophie, Geographie und Volkswirtschaft mit der Promotion zum Dr. phil. erfolgreich abgeschlossen und unternimmt eine längere Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn quer durch das russische Reich bis in dessen äußersten Osten, nach Wladiwostok. Der bereits als Redakteur und Schriftsteller tätige Paquet (er wird später noch Vorsitzender des Bundes Rheinischer Dichter und eine nicht unerhebliche Anzahl von Gedichten, Erzählungen, Romanen und wissenschaftlichen Studien herausgeben) reist von der Japanischen See weiter nach China und besucht Peking sowie Tsingtau im "deutschen Pachtgebiet Kiautschou". Doch er stimmt dort nicht in den üblichen "Hurra-Patriotismus" seiner Zeit ein, sondern entwirft ein differenzierteres Bild von China. Mit dem alten konfuzianischen Begriff des Li verweist er auf die kulturellen Werte Chinas und erhebt seinen Reisebericht so zu einer anspruchsvollen Reflexion über das "Land der Mitte". Seine wach-kritische Einstellung zum Zeitgeschehen zeigt sich auch später, denn er tritt nach der Machtergreifung Hitlers 1933 aus der Preußischen Akademie aus und verweigert die Solidaritätserklärung.

. Publikationen: l Asiatische Reibungen .
. Alfons Paquet
Verlags-Gesellschaft, München 1909
112 Seiten
. l Li oder Im neuen Osten .
.

Alfons Paquet
Rütten & Loening, Frankfurt am Main 1912
318 Seiten


 
1908

bricht der Deutsche Robert Brunhuber (*1878,1909) im November von Burma zu einer Expedition ins schwer zugängliche tibetische Grenzgebiet am Oberlauf des Salween auf. Das Gebiet gilt wegen der dort ansässigen halbwilden Stämme der Lissu, Karen und Kaschin als äußerst unsicher. In seinem Tagebuch beginnt die Reise mit einem Kapitel "Was mich nach Tibet zog", worin er die bisherigen Ergebnisse der Tibet-Forschung in diesem Gebiet umreißt und die verbliebenen Aufgabestellungen darlegt. Im Januar des nächsten Jahres wird Brunhuber und sein Begleiter Schmitz nahe der tibetischen Grenze von Lutzus, einem besonders gefährlichen Volksstamm am Oberlauf des Salween, ermordet. Eine Strafexpedition findet nur noch das Expeditionsgepäck und die Tagebücher Brunhubers. Hierauf basiert die

. Publikation: l An Hinterindiens Riesenströmen A*
. Dieses Buch
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Robert Brunhuber
Dr. Franz Ledermann, Berlin-Friedenau 1912
Mit einem Vorwort von Sven Hedin, 2 Portraits,
30 s/w Abbildungen und 1 farbige Karte. 120 Seiten

 
1908

verbringt der Maler T. Hodgson Liddell (*1860) von Frühjahr bis Herbst in China, reist von Hongkong nach Kanton, Macao, Shanghai, Soochow, Hangchow, Tientsin und Peking und hält seine Eindrücke in Aquarellbildern fest.

. Publikation: l China. Its Marvel and Mystery. .
.

 
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T. Hodgson Liddell
George Allen & Sons, London 1909
"With 40 Illustrations in Color by the Author". 203 Seiten

 
1908

besucht Henri Borel (*1869,1933) die Hauptstadt des Chinesischen Reiches und berichtet ausführlich über die Kapitale: ihre Sehenswürdigkeiten, das europäische Gesandtschaftsviertel sowie die Begräbniszeremonie nach dem Tod der Kaiserin-Witwe Tz'u-hsi [Cixi]. Borel ist holländischer Dolmetscher für die chinesische Sprache und hat bereits andere Schriften über China publiziert. Nachdenklich registriert er den Wandel im Reich der Mitte.

. Publikation: l Het daghet in den Oosten .
. Henri Borel
L. J. Veen, Amsterdam 1910
Illustriert. 190 Seiten
(Englische Ausgabe:)
 


 

.   The New China. A Traveller's Impressions. .
.   T. Fisher Unwin, London/Leipsic 1912
Mit 58 Abbildungen. 282 Seiten

 
1908

hat der Amerikaner William Edgar Geil die Möglichkeit, die gesamte Länge der Großen Mauer entlang der ehemals chinesisch-mongolischen Grenze zu bereisen, von Shanhaikwan an der Küste des Gelben Meeres bis zu ihrem Ende bei Kiayükwan, dem westlichen Tor nach Chinesisch Turkestan. 

. Publikation: l The Great Wall of China .
.

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William Edgar Geil
John Murray, London 1909
Mit 89 Bildtafeln und einer Karte. 351 Seiten

 
1908

wird Ernst Cordes (*1908,1983) am 16. Oktober in Peking geboren. Sein Vater arbeitet dort als Dolmetscher im Dienste der deutschen kaiserlichen Gesandtschaft und war Augenzeuge, als der deutsche Gesandte Freiherr von Ketteler im Juni 1900 von "Boxern" auf offener Straße ermordet wurde. Spätestens 1919 dürften Ernst Cordes und seine Eltern als Folgen des verlorenen Weltkriegs mit allen anderen Deutschen aus China ausgewiesen worden sein. In den 30er Jahren reist Ernst Cordes des Öfteren nach China und verfasst hierüber etliche Bücher und Berichte.

. Publikationen: l Peking - der leere Thron. Ein Erlebnisbericht aus Nordchina. .
. Ernst Cordes
Rowohlt Verlag GmbH, Berlin 1937
Mit 12 Abbildungen (Ausschnittsvergrößerungen von
Photographien von Heinz v. Perckhammer) und einer Karte.
220 Seiten


 

. l Kleines Volk - Großes Volk. China - Japan.
Eine Gegenüberstellung  japanischer und chinesischer Wesensart in Erlebnisbildern.
.
. Ernst Cordes
Safari-Verlag, Berlin 1939
Mit zahlreichen Abbildungen und einer vergleichenden Zeittafel. 268 Seiten

 
. l Die Lotoslaterne. Erlebnisse in China. .
. Ernst Cordes
Rowohlt Verlag, Stuttgart - Hamburg 1948.
286 Seiten

1908

befindet sich der Franzose Gaston Pageot zusammen mit drei weiteren Reisegefährten auf Weltreise und erreicht am 4. März von Hongkong aus die südchinesische Millionenstadt Canton [Guangzhou]. Mit dem Schiff geht es an der Küste entlang nach Norden bis Shanghai, den Yangzi flussauf bis Hankou und von dort mit der Eisenbahn nach Pékin [Beijing]. Nach nur einem Monat hat man ganz China von Süd nach Nord durchreist und gesehen und zieht weiter nach Japan.

. Publikation: l A travers les pays jaunes .
.

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Gaston Pageot
Bibliothèques des auteurs modernes, Paris 1909
Mit 103 Abbildungen. 308 Seiten

 
1908

starten William Young Fullerton (*1871,1932) und Charles Edward Wilson (*1837,1914), zwei englische Mitglieder der Baptist Missionary Society, von Shanghai aus den Yangzi stromauf nach Hankow [Hankou]. Ihr Ziel sind die Provinzen Shanxi, Shaanxi und Shandong im nördlichen China, wo sie die Missionsstationen ihrer Kirche besuchen wollen. Von T'ai-yuan-fu [Taiyuan] geht es nach Si-an-fu [Xi'an], der Hauptstadt von Shaanxi, und über Peking und Chefoo [Yantai] gelangen sie in einer weiten Schleife in das vom deutschen Kaiserreich annektierte "Pachtgebiet" Kiautschou mit der Hafenstadt Ching Tao [Qingdao], von wo aus sie die Provinzhauptstadt Chi-nan-fu [Jinan] besuchen. Insgesamt werden es vier Monate, bis ihre Reise wieder in Shanghai endet.

. Publikation: l New China. A Story of modern Travel. .
.

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W. Y. Fullerton, C. E. Wilson
Morgan & Scott Ltd., London 1910
Mit 24 Abbildungen und einer Karte. 261 Seiten

 
1908 - 09

leitet der Amerikaner Robert Sterling Clark (*1877,1956) die von ihm finanzierte "Clark Expedition" in Begleitung des Zoologen Arthur de Carle Sowerby (*1885,1954) an. Am Endpunkt der Eisenbahnlinie von Peking wird in T'ai-yüan Fu die Expeditionsausrüstung und Begleitmannschaft zusammengestellt. Zweck der Unternehmung ist eine genaue geographische Routenaufnahme durch die Provinzen Shensi und Kansu nach Lan-Chou Fu am Gelben Fluss. Von dort aus will man dem tibetischen Grenzverlauf nach Süden bis Ch'êng-tu Fu folgen, der Provinzhauptstadt von Ssuch'uan. Die Rückreise soll dann den Min-Fluss entlang bis zum Yangtse nach Shanghai erfolgen. Doch es kommt ganz anders. Nachdem Clark und Sowerby die Provinzhauptstadt Hsi-an [heute: Xian "Westlicher Frieden"] und Umgebung erkundet haben und zur Hauptkarawane zurückgekehrt sind, wird ihr mohammedanischer Topograph und Dolmetscher in Lan-Chou Fu von der misstrauischen chinesischen Bevölkerung umgebracht. Eine Weiterreise ist somit nicht mehr möglich und die Expedition muß abgebrochen werden.

. Publikation: l Through Shên-Kan. The Account of the Clark Expedition in North China, 1908-9. .
.

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Robert Sterling Clark , Arthur de Carle Sowerby
T. Fisher Unwin, London/Leipsic 1912
Mit 6 farbigen Abbildungen, 69 s/w-Abbildungen und zwei Karten. 247 Seiten 

 
1908 - 09

findet unter der Leitung von Pjotr Kuzmitsch Kozlow (*1863,1935) (H*) eine Expedition der Russischen Geographischen Gesellschaft in die Mongolei und nach Nordost-Tibet statt. Über die russische Grenzstadt Kiachta am Baikalsee und die mongolische Hauptstadt Urga führt ihr Weg quer durch die Wüste Gobi zur antiken Ruinenstadt Chara-Choto. Dort lässt Kozlow zehn Tage lang Ausgrabungen durchführen. Anschließend ziehen sie weiter nach Süden in Richtung Ssinin [Xining], der Provinzhauptstadt von Gan-Ssu [Gansu]. Mehrere Wochen verbringt die Expedition dann am Kuku Nor, dem Blauen See, und unternimmt eine Überfahrt auf die von drei Lamas bewohnte Insel in seiner Mitte. Auf der Rückreise nach Russland besucht Kozlow die tibetischen Klöster Lawran [Labrang] und Gumbum, wo sich der von Peking nach Lhasa zurückreisende 13. Dalai Lama aufhält, der ihm eine Audienz gewährt. Abschluss der zweijährigen Expedition bildet der nochmalige Besuch der Ruinenstadt Chara-Choto mit ausführlichen Grabungen.

. Publikation: l Zur toten Stadt Chara-Choto. Die Expedition der Russischen Geographischen Gesellschaft nach der Mongolei, Amdo und Chara-Choto. A*
. Pjotr Kuzmitsch Kozlow 
Verlag Neufeld & Henius, Berlin 1925.
Mit 129 Abbildungen und 4 Karten. 306 Seiten

 
1908 - 12

unternimmt der Zoologe Arthur de Carle Sowerby (*1885,1954), Lehrer am Chinese College in Tientsin [heute: Tianjin] mehrere wissenschaftliche Reisen in China, eine davon ist die zuvor erwähnte Clark-Expedition. Mit dem Duke of Bedford führt ihn eine andere Erkundung nach Nord-Shensi, die Ordos-Wüstengebiete und West-Shansi, alleine reist er später nach Kalgan, an der mongolischen Grenze, und weiter bis nach Lama Miao. 

. Publikation: l Sport and Science on the Sino-Mongolian Frontier .
. Dieses Buch
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Arthur de Carle Sowerby
Andrew Melrose Ltd., London 1918
Mit 34 Abbildungen. 295 Seiten

 
1909

kommt Dorothea Soothill Hosie (*1885,1959), Tochter des englischen Professors William Edward Soothill, nach Peking, und eröffnet als Lehrerin im Oktober 1911 eine Schule für wohlhabende chinesische Mädchen und Frauen. Doch einen Monat später bereits bricht die chinesische Revolution aus, stürzt den Mandschu-Adel und macht alle ihre Pläne zunichte. Die nächste Zeit verbringt sie bei chinesischen Freunden in deren Großfamilie und lernt so noch das alte klassische Familienleben kennen.

. Publikation: l Two gentlemen of China. Anintimate description of the private life of two patrician Chinese families, their homes, loves, religion, birth, sorrow & many other aspects of their family life. .
. Dorothea Soothill Hosie
Seeley, London 1924
(Deutsche Ausgabe:)

. Menschen in China. Die politische und soziale Umwälzung in China von dem täglichen Leben zweier chinesischer Patrizierfamilien aus gesehen. .
. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, Berlin, Leipzig 1926.
Mit 25 Abbildungen. 394 Seiten

 
1909

bekennt der in Singapore lebende Journalist Edwin John Dingle (*1881,1972)"My sole object in going to China was a personal desire to see China from the inside. My trip was undertaken for no other purpose." Er fährt den Yangtse hinauf bis Chung-king [Chongqing], um von hier aus über Land die Grenzstadt Bhamo in Britisch-Burma, zu erreichen. Für die Durchquerung der wenig erschlossenen chinesischen Provinz Yünnan, durch das Gebiet kriegerischer Grenzstämme, in der Zeit kurz vor dem Ausbruch der Revolution, über 1600 Meilen Berg und Tal, mit gebrochenem Arm und Malariaanfällen benötigt er schließlich zwölf Monate. 

. Publikation: l Across China on Foot. Life in the Interior and the Reform Movement. .
. Dieses Buch
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Edwin John Dingle
J. W. Arrowsmith Ltd., Bristol 1911
Mit 106 Abbildungen und einer Karte des Reiseweges.
446 Seiten
1909

kann Commandant de Lacoste fünf Monate lang auf Kosten der französischen Regierung im Gebiet der Mongolei nach Altertümern suchen. Vom sibirischen Kiachta aus startet er im Mai erst nach dem südlich gelegenen Ourga und zieht von dort westwärts über Khara Koroum, Saït Van Kouré und Kobdo, um bei Obi schließlich wieder die Trasse der Transsibirischen Eisenbahn zu erreichen. Man photographiert, gräbt, zeichnet und versucht festzuhalten, was von dem einst so mächtigen Volk der Mongolen noch übrig geblieben ist.

. Publikation: l Au pays sacré des anciens Turcs et des Mongols .
. Commandant de Bouillane de Lacoste
Émile-Paul, Paris 1911
Mit 82 Abbildungen in s/w und 2 in Farbe sowie drei Karten.
232 Seiten
1909

nutzt der deutsche Konsularbeamte Dr. jur. Joachim Schulze einen Auftrag im deutschen Pachtgebiet Kiautschou [Jiaozhou], um auf seiner Rückreise nach Nanking [Nanjing] eine Erkundung des südlich gelegenen Küstenabschnitts im Distrikt Haichou [Haizhou] durchzuführen. Anfangs mit Boy, Mafu und zwei Karren, später mit einem Boot auf dem Kaiserkanal, reist er von der Bahnstation Kao-Mi südwärts bis Yang-Chou-Fu [Yangzhou] und deutet die Ablehnung der Landbevölkerung völlig richtig: "Der Chinese sieht in jedem Fremden einen Eindringling, der gegen China etwas im Schilde führen muß. Der Fremdenhaß ... besteht genau wie vor 10, wie vor 100 Jahren. Der Aufenthalt Fremder im Lande ist in den Augen der Chinesen schon an sich eine Vergewaltigung des Volkes, eine Entweihung des Wohnraumes der »Hundert Familien«. Daß die Aktionen gegen die Fremden in China mit dem Jahr 1900 ihren Abschluß erreicht haben, kann denn auch nicht als wahrscheinlich gelten."

. Publikation: l Von Tsingtau nach Nanking .
. Joachim Schulze
(Privatdruck) Berlin 1911
Mit 50 Abbildungen in s/w und 1 Karte.56 Seiten

1909 - 10

geht Lieutenant Percy Thomas Etherton (*1879) ein ganzes Jahr lang auf Jagd. Von Kaschmir aus führt ihn sein Weg nach Yarkand und Kaschgar in Chinesisch-Turkestan, dann hinein in die Himmelsberge [Tian Shan], entlang der russischen Grenze nach Tschugutschak und auch noch in die mongolischen Ausläufer des Altai-Gebirges, bevor er die russische Grenze überschreitet, um mit der Transsibirischen Eisenbahn wieder nach England zurückzukehren. 

. Publikation: l Across the Roof of the World. A Record of Sport and Travel Through Kashmir, Gilgit, Hunza, the Pamirs, Chinese Turkistan, Mongolia and Siberia. .
. Dieses Buch
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Percy Thomas Etherton
Constable and Company, London 1911
Mit 130 Abbildungen und einer Karte des Reiseweges.
437 Seiten
1909 - 10

unternimmt der französische Historiker, Geograph und Gelehrte Jacques Bacot (*1877,1965) seine zweite Reise durch das chinesisch-tibetische Grenzgebiet, begleitet von dem Tibeter Adjroup Gumbo, den er von seiner ersten Erkundungsfahrt 1907 für ein Jahr mit nach Frankreich genommen hatte. Von Tatsienlou zieht die Expedition westwärts in die Berge, auf der Suche nach dem sagenhaften Königreich Pome oder Poyul, das irgendwo versteckt in den Falten der hohen Gebirge liegen soll. Sie erkunden den Oberlauf des Yangtse, des Mekong und des Salween und finden schließlich die Quelle des Irrawady. 

. Publikation: l Le Tibet révolté. Vers Népémakö, la terre promise des Tibétains. .
 

.

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Jacques Bacot
Librairie Hachette et Cie., Paris 1912
Mit 60 Abbildungen und 7 kolorierten Routenkarten.
365 Seiten

 
1909 - 10 

begleitet der englische Zoologe Francis Kingdon Ward (auch: Frank Kingdon-Ward; *1885,1958) eine Expedition nach Westchina. Um an dieser für ihn ersten Expedition teilzunehmen, lässt er sich von seiner Tätigkeit als Lehrer in Shanghai kurzerhand freistellen und reist im Oktober den Yangtse stromaufwärts. Die vom Duke of Bedford finanzierte zoologische Expedition startet an der Einmündung des Han [Hankou, heute Wuhan] und führt ins nördliche Bergland. Dort macht man sich mit Unterstützung der Einheimischen an eine Bestandsaufnahme der Kleinnagetiere - zum großen Erstaunen der Chinesen, die sich das Aufkaufen von Ratten und Mäusen durch die Langnasigen Teufel nur schwer erklären können. In Xian wird im Dezember kurz Station gemacht, bevor der Weg nach Westen ins tibetische Grenzgebiet über Chengdu und Ta-tsien-lu [Kanding] weiterführt. Nach der Ersteigung des Berges Omi endet die Expedition im September in Chung-king [Chongqing] am Yangzi.

. Publikation: l On the Road to Tibet .
.

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Francis Kingdon Ward
The Shanghai Mercury Ltd., Shanghai 1910
"Reprinted from a series of articles in the Shanghai Mercury". 141 Seiten
1909 - 10

unternehmen der französische Marinearzt Victor Segalen (*1878,1919) und sein Freund Auguste Gilbert de Voisins (*1877,1939) eine Exkursion durch China teil. Während de Voisins mit der Eisenbahn über Sibirien und die Mandschurei nach Pékin [Beijing] kommt, sammelte Segalen bereits ein Jahr zuvor erste Erfahrungen mit China, als er in der Mandschurei medizinische Unterstützung bei einer Pest-Epidemie leistete und sich dann entschied, vor Ort die chinesische Schrift und Sprache zu erlernen. Nun startet er zu einer Reise, bei der er als Übersetzer fungiert und die von Pékin [Beijing] südwestlich über Pao-ting [Baoding] und Tai-yuan [Taiyuan] nach Si-ngang [Xi'an] führt, von dort nach Westen bis Lan-tcheou [Lanzhou] am Gelben Fluss und wieder südöstlich zur Provinzhauptstadt von Sichuan Tcheng-tou [Chengdu]. Silvester erreichen sie Tchong-King [Chongqing] am Yangzijiang und nehmen ein Boot stromab bis Chang-hai [Shanghai], wo die Reise im Februar endet.
Während de Voisins anschließend mit dem Schiff nach Europa zurück reist, bleibt Segalen noch für insgesamt fünf Jahre in China stationiert und lässt seine Familie aus Frankreich nachkommen. Er zieht nach Peking. 1914 wird er erneut für eine geographisch-archäologische Expedition eingesetzt (Expédition Segalen-Lartigue-de Voisins), welche Grabanlagen der Han-Dynastie erforscht. Die Expedition wird jedoch auf halbem Wege durch die deutsche Kriegserklärung an Frankreich abgebrochen. Als sich Frankreich im Jahr 1917 entschließt, Chinesen zur Verstärkung der französischen Bodentruppen anzuheuern, wird Segalen erneut als Übersetzer losgeschickt. Er nutzt die Chance und lässt sich anschließend beurlauben, um Gräberanlagen der Han- und Tang-Dynastie in der Nähe von Nanjing zu studieren. 1918 kehrt er endgültig nach Frankreich zurück.

. Publikation: l Lettres de Chine .
. Victor Segalen
Librairie Plon, Paris 1967
Mit 33 Abbildungen und einer Karte des Reisewegs.
278 Seiten

. l Écrit en Chine .
. Gilbert de Voisins
Floury, Paris 1913
304 Seiten
(Neuausgabe: Les Éditions G. Crés et Cie., Paris 1923/24
2 Bände. Mit 11 bzw. 10 Abbildungen. 230 bzw.195 Seiten)

 
1909

                 
1917,

kommt Karl August Balser (*1887,1957) als Dolmetscheraspirant an die deutsche Gesandtschaft nach Peking. Bis zum Jahr
als China auf Druck der Westmächte dem deutschen Kaiserreich den Krieg erklärt, bleibt Balser im diplomatischen Dienst.

. Publikation: l Ost- und westliches Gelände. Unser Leben in Ost und West den Enkeln erzählt. .
. Marie Balser  
Von Münchowsche Universitätsdruckerei, Giessen 1958 
Mit mehreren Fotografien und einer Karte. 195 Seiten

 

1910. Der 13. Dalai Lama ist gerade aus seinem mongolischen Exil nach Lhasa zurückgekehrt, als chinesische Truppen weite Teile Ost-Tibets besetzen und danach auch Lhasa einnehmen. Der Dalai Lama flieht diesmal unter britischem Schutz nach Darjeeling in Indien. Die Tibeter können die Chinesen schließlich wieder vertreiben. Als Folge dieses Vorfalls findet eine spürbare Verbesserung der Beziehung zwischen Tibet und England statt.

1910                 

kommt Lic. Johannes Witte (*1877,1945) im Auftrag des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins zu einer Inspektionsreise in den Fernen Osten. "Die Welt des Ostens hat die sittlichen Kräfte des Christentums nicht, es herrschen dort Religionen, die in ihrer müden Lebensverneinung dem Emporringen und Vorwärtsstreben ihrer Völker keine lockenden Ziele geben und den Völkern nicht herausgeholfen haben aus dem Tiefstand der Gebundenheit in unedle und schlechte Gewohnheiten, die das Mensch- und Völkerleben vergiften und verderben." Mit der Eisenbahn quer durch Russland, Sibirien und die Mandschurei erreicht der Lizentiat Anfang Dezember Peking, verbringt längere Zeit im deutschen Schutzgebiet Kiautschou, reist dann ein Stück den Yangtse hinauf nach Nanking und Schanghai, bevor es dann nach Japan weitergeht. Sein Interesse an Asien entspringt ganz unverhohlen der Sorge, es "brechen die schwarzen Gestalten aus ihren dunklen Höhlen hervor und verheeren das eben aufsprossende junge Grün der Aussaat unserer westlichen Kultur." Oder noch schlimmer: "Wenn da draußen sich eine äußere Scheinkultur aufbaut, in der die Lebenskräfte des Christentums fehlen, in der die schlimmen Laster des Osten sich ungehemmt ausbreiten, wenn diese Flut des schlechten Geistes der gelben Rasse dann zu uns herüberdringt mit elementarer Wucht, wenn sie alle jungen Söhne unserer Völker in ihre so lockenden und doch tödlichen Arme schließt, dann werden diese Völker uns ein Verderben sein." Nun ja .... Dieses und Mehr nachzulesen in seiner

. Publikation: l Die Wunderwelt des Ostens. Reisebriefe aus China und Japan. .
. H. Witte
Protestantischer Schriftenverlag, Berlin-Schöneberg 1912.
Mit 22 Bildern nach eigenen Photographien des Verfassers. 166 Seiten

 
1910                 

trifft Julius Dittmar im Rahmen seiner Weltreise in der Mandschurei ein. Ein halbes Jahr vor Ausbruch der Revolution besucht er Mukden, Tientsin, Peking, Kiautschou, Shanghai, Hong Kong und Kanton und beobachtet den offensichtlichen Niedergang des Reichs der Mitte.

. Publikation: l Im neuen China. Reiseeindrücke von J. Dittmar. .
. J. Dittmar
Hermann & Friedrich Schaffstein, Cöln [o.J. 1912]
Reihe: Schaffsteins Grüne Bändchen
Mit 22 Photographien. 118 Seiten


 
1910

macht sich der Amerikaner Robert Sprague (*1869) auf die Heimreise nach San Francisco. Ein Jahr lang war er als Lehrer an einer kaiserlichen chinesischen Schule in Chengdu angestellt, nun verlässt er aufgrund der unsicheren politischen Situation die Hauptstadt der Provinz Sichuan. Erst mit dem Tragstuhl, dann auf einem Bambusfloß und schließlich mit Dschunke und Dampfer geht es über Chungking [Chongqing] und Hankou den Yangzijiang flussab nach Shanghai.

. Publikation: l From Western China to the Golden Gate. The Experiences of an American University Graduate in the Orient. .
.

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Robert Sprague
Lederer, Street & Zeus Co., Berkeley 1911
Mit Frontispiz und 29 Abbildungen. 128 Seiten

 
1910

gelangt die Engländerin Emily Georgiana Kemp (*1860,1939) Anfang Februar mit der Transsibirischen Eisenbahn zur chinesischen Grenzstation im Norden der Mandschurei. Wie bereits bei ihren früheren Reisen befindet sich die mutige Reisende auch trotz der zunehmend unruhigen Zeiten nur in weiblicher Begleitung und hält die Reiseeindrücke ihrer viermonatigen Fahrt in Wort und Zeichenskizzen fest. Über Harbin unternimmt sie mehrere Exkursionen in die Umgebung von Moukden [Shenyang] und fährt dann weiter Richtung Korea (sowie in einem weiten Bogen noch durch Sibirien und Russisch Turkestan).

. Publikation: l The Face of Manchuria, Korea & Russian Turkestan .
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Emily Georgiana Kemp
Chatto & Windus, London 1910
(identisch mit: Duffield & Company, New York 1911
ebenso: The Musson Book Company, Toronto 1911)
Mit 24 farbigen Abbildungen und einer Karte. 248 Seiten


 
1910 - 11

führt Douglas Carruthers eine Expedition ins unbekannte und entlegene Gebiet der Westmogolen und Dsunganen durch, an der Grenze der Mongolei zu Sibirien. Es ist ein faszinierender Landstrich der Extreme: Dschungel und Sümpfe, Wüsten, Gletscher und Hochgebirgssteppen liegen hier dicht beieinander, russische Einflüsse durchdringen die chinesischen und mohammedanischen Siedlungen, zwischen denen sich die mongolisch- en Nomaden mit ihren Herden bewegen. Ein Schmelztiegel der Völker, kurz vor dem Zusammenbruch sowohl des Russischen wie auch des Chinesischen Reiches. "It may safely be wagered that this book describes the two happiest years of his life", schreibt Lord Curzon, ehemaliger englischer Vizekönig von Indien, in seinem Vorwort. Schwerpunkt der Forschungsreise bildet der Oberlauf des Flusses Yenisei. Carruthers erforscht und kartographiert den nordwestlichen Zipfel der Mongolei mit viel Hingabe und Akribie: Flora und Fauna, geologische und ethnographische Fakten, alles wird registriert und aufgezeichnet. Man reist mit Kamel, Pony und Esel, zu Fuß, im chinesischen Ochsenkarren und russischen Pferdegespann, manchmal zu Boot, manchmal auch auf Erkundung per Kanu. Eine beeindruckende Leistung, mit langer Anreise durch Russisch Sibirien und mühsamem Rückweg über Chinesisch Turkistan, den Karakorum, Ladakh und Indien. Die Royal Geographical Society sieht das ähnlich und verleiht ihm 1912 für seine Forschungsarbeit die Goldmedaille.

. Publikation: l Unknown Mongolia. A Record of Travel and Exploration in North-west Mongolia and Dzungaria. .
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Douglas Carruthers
Hutchinson & Co., London 1913
2 Bände mit zusammen 168 Illustrationen, Photopanoramen, Zeichnungen und 6 Karten. 318 / 341 Seiten

 
1910









                   1911

wird Sir Alexander Hosie (*1853,1925) damit beauftragt, die Reduzierung des Opiumanbaus in China zu kontrollieren. Vier Jahre zuvor war vom Kaiserhaus der Erlass verkündet worden, dass der Opiumanbau in China in zehn Jahren völlig verboten sei und die Anbauflächen in diesem Zeitraum jedes Jahr um ein Zehntel reduziert werden müssen. Sir Hosie hat nun die Aufgabe, diesen Rückbau zu kontrollieren - doch nicht im Auftrag Chinas sondern für die englische Regierung. Denn diese hatte sich im Gegenzug dazu verpflichtet, auch den britischen Export von indischem Opium nach China im gleichen Verhältnis zu reduzieren. Auf diesen einträglichen Geschäftszweig will man aber nur verzichten, wenn sich in China dadurch auch wirklich etwas ändert! Als erstes bereist Sir Hosie die Provinzen Shansi, Shensi und Kansu, im Jahr
dann die südlicheren Hauptanbaugebiete in Szechuan, Yünnan und Kueichou. Seine Inspektionsreise ergibt, dass die offiziellen Berichten der Provinzgouverneure zwar alle geschönt sind, der Opiumanbau aber doch deutlich zurückgegangen ist. (Durch den unmittelbar darauf stattfindenden Sturz des Kaiserhauses werden jedoch all diese Erfolge wieder zunichte gemacht.)  

. Publikation: l On the Trail of the Opium Poppy. A Narrative of Travel in the Chief Opium-Producing Provinces of China. .
. Den 1. Band
Den 2. Band
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Alexander Hosie
George Philip & Son, London 1914
(Identisch mit: Small Maynard & Company, Boston 1914)
1. Band: Mit 26 Abbildungen und einer Karte. 300 Seiten
2. Band: Mit 15 Abbildungen und einer Karte. 308 Seiten

 
1910

                  
1911

                  
1912

reist Heinrich Friedrich Hackmann (*1864,1935) im Oktober von Berlin nach Moskau und weiter mit dem Zug nach Kiachta, Urga, Kalgan bis Peking. Das Jahr
verbringt er mit Reisen in Schantung, fährt nach Schanghai und Hankou, zum Hengschan, Wutaischan, von Hongkong aus dann nach Siam und kehrt
wieder per Schiff nach Triest zurück. 

. Publikation: l Welt des Ostens .
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Heinrich Hackmann
Verlag von Karl Curtius, Berlin 1912. Mit 1 Landkarte.
448 Seiten

 
1910
 










                   1912

schlägt sich die "Mission A.-F. Legendre" durch Chinas Süden. Im Auftrag der französischen Regierung soll der Militärarzt Aimé-François Legendre (*1864) das Yalong-Becken im Grenzgebiet zu Tibet erkunden. Die Teilnehmer, darunter der Leutnant Jean Dessirier (1915), haben sich weit gespannte Ziele gesetzt, denn neben geographischen, morphologischen und geologischen Aufgaben interessiert man sich ebenso auch fürs Ethnologische, die Flora und die Fauna. Mit der Eisenbahn gelangt man vom Hafen Haiphong in Französisch-Indochina nach Yun Nan Sen, der Hauptstadt der südchinesischen Provinz Yunnan. Während die Expedition in den nächsten Monaten von der Welt völlig abgeschieden ihren Aufgaben nachgeht, gerät China durch den Zusammenbruch der Kaiserdynastie außer Kontrolle. Aufständische und Banditenbanden durchziehen das Land und liefern sich schließlich auch mit der Expedition erbitterte Kämpfe, woraufhin
der Rückzug angetreten wird. 

. Publikationen: l Mission A.-F. Legendre. Au Yunnan et dans le massif du Kin-Ho (Fleuve D'Or). .
. A.-F. Legendre
Plon-Nourrit et Cie., Paris 1913
Mit 20 Abbildungen und einer Karte. 437 Seiten

 
. l A travers les marches révoltées. Ouest-Chinois; Yun Nan - Se-Tchouen - Marches Thibétaines. .
. Jean Dessirier
Plon-Nourrit et Cie., Paris 1923
Mit 61 Abbildungen. 316 Seiten

1910 - 42  

verbringt der Deutsche Carl Emmo Vissering (*1888,1916) mit kurzen Unterbrechungen in China, anfänglich in Kanton, dann in Schanghai. Fragmente aus seinen Tagebuchaufzeichnungen veröffentlicht er später in seiner

. Publikation: l Aus dem Erleben eines China-Deutschen .
. Carl Emmo Vissering
Eigenverlag des Verfassers, Peking 1943
242 Seiten

 

Das Jahr 1911 stürzt China in die Revolution. Nachdem regionale Proteste der Bevölkerung vom mandschurischen Militär brutal niedergeschlagen werden, entwickelt sich eine landesweite Erhebung, in deren Verlauf sich bis Jahresende siebzehn Provinzen von der Kaiserdynastie lossagen und ihre Unabhängigkeit erklären. Ein mächtiger Feldherr, von der Mandschu-Regierung herbeigerufen, entscheidet sich in letzter Minute für die Seite der Aufständischen. Damit endet eines der wesentlichsten Merkmale der chinesischen Kulturgeschichte: Das Regierungssystem der Kaiserdynastien. Die Abdankung des letzten Kaisers erfolgt offiziell am 12. Februar 1912.
Sun Yat-sen gründet im gleichen Jahr als Revolutionsregierung die Nationale Volkspartei (Kuomintang) und wird erster Präsident der von ihm ausgerufenen "Chinesischen Republik".
Mit dem Zusammenbruch des mandschurischen Kaiserhauses erklärt der 13. Dalai Lama die Unabhängigkeit Tibets von China. Die chinesischen Truppen werden aus Tibet vertrieben und der Dalai Lama kehrt 1913 aus Nordindien nach Lhasa zurück. Die Konferenz von Simla, in der Tibeter, Briten und Chinesen eine friedliche Lösung über Gebietsstreitigkeiten entlang der tibetisch-chinesischen Grenze verhandeln, scheitert am Einspruch Chinas.

1911 

hat sich Lieutenant Frederick Marshman Bailey (*1882,1967) schon zwei Jahre vom Dienst in der britischen Armee beurlauben lassen "and while I spent my savings faster than was wise", bereitet er sich darauf vor, um auf eigene Faust jenes unbekannte Stück Gebirge zwischen dem tibetischen Tsangpo und dem indischen Brahmaputra in Assam zu erkunden, das ihn seit Jahren schon reizt und das immer noch als weißer Fleck in allen Himalaya-Karten verzeichnet ist. Mit der Transsibirischen Eisenbahn reist er nach China, fährt mit dem Boot den Yangtze bis Wanhien hinauf und kämpft sich über Chengtu und Tatsienlu nach Batang durch, ins tibetische Grenzgebiet der Provinz Yünnan. Doch das Schicksal ist gegen ihn. Durch den Sturz der Mandschu-Dynastie brechen heftige Kämpfe zwischen Tibetern und Chinesen aus, so daß seine Pläne nicht durchführbar sind. 

. Publikation: l China - Tibet - Assam. A Journey, 1911. .
. F. M. Bailey
Jonathan Cape, London 1945
Mit 10 Abbildungen und einer Karte. 175 Seiten

 
1911 

besucht die Engländerin Sybil Ready auf Einladung ihres Bruders, der beim chinesischen Seezolldienst beschäftigt ist, die kleine chinesische Hafenstadt Kong-Moon [Jiangmen]. Erst im Jahr 1902 wurde die Stadt in der südchinesischen Provinz Guangdong auf Druck der Westmächte für den Handel geöffnet. Zwischen Canton [Guangzhou] und Hongkong gelegen, ist sie Zentrum des südchinesischen Piratenunwesens, worüber die Autorin berichtet.

. Publikation: l My Visit to China and Japan .
. Sybil Ready
Charpentier Ltd., Portsmouth 1937
Mit Zeichnungen der Autorin. 155 Seiten

 
1911 

rüstet sich die Amerikanerin Elizabeth Kimball Kendall (*1855,1952) Anfang April für eine sechsmonatige Reise durch Westchina. Von Hong Kong aus wählt sie den Weg über Haiphong und Hanoi in Französisch Tonkin, wo sie die neue französische Eisenbahnlinie sehr bequem durch das südliche Yunnan in die Provinzhauptstadt Yunnan-Fu [Kunming] bringt. Von dort aus erkundet sie die nähere Umgebung im Sedan-Tragestuhl und reist weiter nach Nordwesten, durch das chinesisch-tibetische Grenzgebiet bis Tachienlu. Sie besteigt den Omei-Shan [Emei Shan] und nimmt später eine Dschunke von Chungking [Chongqing] den Yangzi hinab bis Hankow [Wuhan]. Doch ihre Reiselust ist damit noch nicht gestillt. Mit der Eisenbahn fährt sie nach Norden, besucht Peking, die Große Mauer und erhält in der nordchinesisch Grenzstadt Kalgan [Zhangjiakou] einen ersten Eindruck von der Mongolei. So entscheidet sie sich, ihre Rückreise nach Europa mit der Durchquerung der Wüste Gobi anzutreten. Sie erreicht die Hauptstadt Urga [Ulanbaatar] und in Irkutsk, am Baikal-See, dann die Linie der Transsibirischen Eisenbahn. Den Turbulenzen des Zusammenbruchs des Mandschu-Kaiserreichs entgeht die couragierte Einzelreisende so unwissentlich um Haaresbreite.

. Publikation: l A Wayfarer in China. Impressions of a Trip across West China and Mongolia. .
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Elizabeth Kendall
Houghton Mifflin Company, Boston / New York 1913
Mit 37 Abbildungen und 2 Karten. 338 Seiten

 
1911

erreicht der Naturforscher Francis Kingdon Ward (auch: Frank Kingdon-Ward; *1885,1958) via Burma die chinesische Provinz Yünnan, wo er für englische Auftraggeber neue unbekannte Pflanzen sammeln soll. Noch ist es ruhig in China, als er im Februar von T'eng-yueh aus startet und die nächsten Monate damit verbringt, langsam nach Norden zu ziehen, hinein in jenes Gebiet, in dem die großen Ströme Asiens - Mekong, Salween und Yangtzekiang - nur wenige Meilen voneinander entfernt in tief eingeschnittenen Tälern dahinströmen. Den nördlichsten Punkt seiner Reise erreicht er mit Batang, der chinesischen Grenzstadt zu Tibet. Als er zurückreist, beginnt jede Ordnung zusammenzubrechen: Mit dem Ausbruch der Revolution und dem Sturz des mandschurischen Kaiserhauses trudelt China ins Chaos.

. Publikation: l The Land of the Blue Poppy. Travels of a Naturalist in Eastern Tibet. .
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F. Kingdon Ward
University Press of Cambridge, Cambridge 1913
Mit 39 Abbildungen und 5 Karten. 283 Seiten

 
1911

begleitet der schottische Großwildjäger Harold Frank Wallace (*1881,1962) eine Expedition, die im Auftrag des British Museum Jagd auf das seltene Takin machen soll. "The takin is a strange beast inhabiting a strange country. No animal that I have ever seen is so difficult to describe." Ziel der Expedition ist das chinesisch-tibetische Grenzgebiet um den Kuku-Nor See bei Lanchow, in der westchinesischen Provinz Kansu. Von Shanghai aus erfolgt der erste Teil der Anreise auf den Yangtze bis Hankow, dann mit der Eisenbahn nordwärts bis Chengchow und von dort wieder nach Westen am Gelben Fluss entlang bis Sianfu [Xian]. Am 22. Oktober werden sie vom chinesischen Volksaufstand überrascht, der sich rasch ausbreitet und zum Sturz der mandschurischen Kaiserdynastie führt. Die öffentliche Ordnung beginnt sich aufzulösen und die Expedition beeilt sich, durch die Wüste Gobi die russische Grenzstadt Chuguchak zu erreichen.

. Publikation: l The Big Game of Central and Western China. Being the Account of a Journey from Shanghai to London Overland Across the Gobi Desert. .
.

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Harald Frank Wallace
John Murray, London 1913
"With a frontispice, ten full-page and twelve half-page illustrations from drawings by the author, and thirty-eight photographs". Zwei Übersichtskarten. 318 Seiten

 
1911
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
                   1912

startet der englische Missionar John Charles Keyte (*1875,1942) im November von Peking aus zu einer gefährlichen Rettungsaktion. Durch den Sturz der mandschurischen Kaiser-Dynastie herrscht fast überall im Land Anarchie und Chaos. Die Wut der chinesischen Bevölkerung, der Han-Chinesen, richtet sich nicht nur gegen die verhassten Mandschu, sondern auch gegen die im ganzen Land tätigen Ausländer, meist europäische und amerikanische Missionare, Kaufleute und Diplomaten. Diese hatten die Zeichen der Zeit nicht rechtzeitig erkannt und sitzen nun tief im Landesinneren fest. Viele werden ermordet. Auch aus Taiyüanfu [Taiyuan], Hauptstadt der chinesischen Provinz Shansi [Shanxi], dringt der Hilferuf einer Gruppe von vierzig Engländern und Schweden. Keyte kann sich mit der Eisenbahn bis zu ihnen durchschlagen und bringt die Gruppe dann in einem weiten Bogen über Sianfu [Xian] und Honanfu [Luoyang] Ende Januar
nach Peking in Sicherheit. 

. Publikation: l The Passing of the Dragon. The Story of the Shensi Revolution and Relief Expedition. .
.

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John Charles Keyte
Hodder and Stoughton, London/New York/Toronto 1913
Mit Frontispiz, 37 Abbildungen une einer Karte. 307 Seiten

 
1911 - 12

reist der amerikanische Reeder und Präsident der Handelskammer von San Francisco Robert Dollar (*1844,1932) mit einer 42-köpfigen Gruppe sechs Monate lang durch China, um sich über die wirtschaftlichen Möglichkeiten sowie die soziale Situation direkt vor Ort zu informieren. Stationen der Reise sind Shanghai, Nanking [Nanjing], Hankow [Hankou], Peking [Beijing], Amoy [Xiamen] und Canton [Guangzhou].

. Publikation: l Private Diary of Robert Dollar on his Recent Visits to China .
.

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Robert Dollar
Robert Dollar Company, San Francisco 1912
Mit Frontispiz und 18 Abbildungen. 210 Seiten

 
1911 - 14

wird der junge deutsche Diplomat Martin Fischer (*1882,1961) von Peking aus als neuer Mitarbeiter des deutschen Konsuls in Chengdu nach Szetschuan [Sichuan] entsandt. Er hat es nicht eilig und nimmt sich zweieinhalb Monate Zeit für die Reise den Yangtse stromauf bis Chungking [Chongqing] und von dort über Land bis zur Provinzhauptstadt Chengdu. Schon bald löst er den Konsul ab und erlebt auf seinem Posten die letzten Jahre des chinesischen Kaiserreichs. Bis 1947 bleibt er in China.

. Publikation: l Szetschuan. Diplomatie und Reisen in China während der letzten drei Jahre der Kaiserzeit.
Aus den Papieren des Gesandten
.
.

 

Martin Fischer
R. Oldenbourg Verlag, München und Wien 1968
Mit einer Karte im Vorsatz. 171 Seiten

 
1911
 
 

 
                   1916
                   1931
                   1935

                   1946

kommt der Engländer William Herbert Evans Thomas (*1886,1979) im Januar - und somit noch in den letzten Monaten des chinesischen Kaiserreichs - in der nordchinesischen Hafenstadt Tientsin [Tianjin] an. Als Angestellter eines englischen Bankhauses verbringt er hier die nächsten Jahre in der rund fünfhundertköpfigen internationalen Ausländergemeinde, wechselt
nach Peking und wohnt dort im Gesandtschaftsviertel.
wird er in die Filiale nach Shanghai versetzt, danach nach Hong Kong und schließlich zum Leiter der Bankfiliale in Tientsin ernannt.
Nach seiner Pensionierung übernimmt er noch einmal für drei Jahre bis
eine offizielle Tätigkeit als Berater in Chungking [Chongqing]. Wegen der japanischen Invasion der chinesischen Küstengebiete erfolgt die Anreise dorthin mit dem Flugzeug von Calcutta aus mit Zwischenstopp in Kunming, Hauptstadt der südchinesischen Provinz Yunnan.

. Publikation: l Vanished China. Far Eastern Banking Memories. .
. W. H. Evans Thomas
Thorsons Publ. Ltd., London [s.a., ca. 1952]
350 Seiten

 
1912

"REISEN - das ist nicht die zeitvergeudende Beschäftigung geistig verkümmerter Menschen, die mit der Eisenbahn Kontinente durchkreuzen und die in die Speisesäle der großen Hotels jenen faden Alltagsgeruch hineintragen, den Snobismus für das Aroma Wohlerzogener hält. Ich rede hier nicht nur von der genugsam bekrittelten Spezies der Globetrotter, auf deren Naivität sich allerwärts sehr fruchtbare und amüsante Bluffindustrien aufgebaut haben, sondern auch von dem ebenfalls nicht kleinen Bruchteil jener sich und anderen gegenüber anspruchsvoll auftretenden Kulturbeflissenen, die unfehlbar, sobald sie einen großen Ozeandampfer betreten oder ihn im Hafen verlassen, in eine wahre Einsamkeitsfurcht und den erbärmlichsten Mitläufer-Schlendrian verfallen, der sie aller abenteuerlichen Zufälle, des einzigen Reizes künstlerischen Reisens, beraubt."
Friedrich Perzynski reist demzufolge auf andere Art. Er mietet sich in Klöstern nahe Peking ein, besucht die kaiserliche Residenz in Jehol und stöbert in den Ichou-Grotten in Chili, er recherchiert am 'Drachen-Tor' in Honan, versucht auch hin und wieder, alte Heiligenstatuen direkt von Grabräubern zu erstehen; erzählt vom Grottentempel in Yünkang, lässt auch mal die eine oder andere Kleinigkeit vor Ort mitgehen, besucht das Grab Yo-feis in Hangchou und schildert sein Tun und Treiben in Kanton und Macao. Und das zugegebenermaßen ganz unterhaltsam, in seiner

. Publikation: l Von Chinas Göttern. Reisen in China. .
. Dieses Buch
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Friedrich Perzynski
Kurt Wolff Verlag, München 1920
Mit 80 Bildtafeln, davon 2 mit Goldbronze verziert.
261 Seiten

 
1912

erhält ein deutscher Biologe von der Schulabteilung des Außwärtigen Amtes den Auftrag, sich nach Kanton in Südchina zu begeben, um dort eine deutsche Schule zu übernehmen. Vor Ort stellt sich jedoch heraus, dass es diese Schule noch gar nicht gibt.  ... Einige Jahre später ... Ma Lamm Kuei (seinen wirklichen Namen - Rudolf Mell - nennt der Autor im Buch nicht), ist in einen 2 qkm großen Nutzgarten übergesiedelt und widmet sich nach dem Unterricht privaten Studien zur heimischen Fauna - in jedweder Form. Seine Menagerien umfassen Schlangen und Affen, Kragenbären, Wildschwein und Fischotter, dazu Muntjacks, allerlei Vögel und ein Schuppentier. Über seine Abenteuer bis zur Ausreise infolge der Kriegserklärung Chinas an das deutsche Kaiserreich berichtet er in seiner äußerst vergnüglich zu lesenden

. Publikation: l Mußestunden am Tropenrande. Ein Biologe erlebt China. .
. Ma Lamm Kuei [Rudolf Mell]
Condor-Verlag, Berlin-Frohnau 1947
Mit 120 Originalaufnahmen des Verfassers und zahlreichen Zeichnungen im Text. 237 Seiten

 
1912

unternimmt der Journalist und Publizist Fritz Secker von Schanghai aus eine Reise im Auftrag des Ostasiatischen Lloyd auf der neu eröffneten Bahnstrecke von Pukou nach Tientsin. Das englisch-deutsche Joint-Venture verbildet Nordchina mit dem Yangtsebecken und Secker erkundet auf der Reise mit einem Abstecher nach Schantung die Handelsmöglichkeiten für die deutsche Wirtschaft. 

. Publikation: l Zwischen Yangtse und Peiho. Reiseeindrücke und wirtschaftliche Studien.

. Fritz Secker
Verlagsanstalt Walter Schmidt, Tsingtau 1913
95 Seiten


 

1912

reist Erich von Salzmann (*1876,1941), Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Peking, von dort aus mit der Eisenbahn im Sommer nach Hankau [Wuhan] und weiter nach Changsha, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Hunan. Kanton [Guangzhou], Macao und Hongkong werden besucht, bevor es an der Küste entlang über Swatau [Shantou],  Amoy [Xiamen] und Futschau [Fuzhou] zurück nach Norden geht. Er beobachtet die Veränderungen durch den Sturz der Kaiserdynastie und steht den bisherigen Reformen der jungen Republik eher skeptisch gegenüber.

. Publikation: l Aus Jung-China. Reise-Skizzen nach der Revolution. August bis Oktober 1912. .
. Erich von Salzmann
"Tageblatt für Nord-China, A.-G.", Tientsin 1912
Mit Buchschmuck und einer Karte. 146 Seiten

 
1912

wird der britische Regierungsbeamte G. M. Young damit betraut, auf dem Rückweg von seiner Reise nach Gartok, ein Handelsplatz im südwestlichen Tibet nahe der indischen Grenze, auch den Ort Tsaparang zu besuchen. Dort, in der damaligen Hauptstadt des Königreichs Guge, leitete der Jesuit Antonio de Andrade von 1624-27 eine katholische Missionsstation und durfte mit königlicher Erlaubnis sogar eine Kirche errichten. Seitdem konnte kein Europäer mehr den Ort besuchen. Im Juni erreicht Young im Tal des Satlej-Flusses zuerst das Kloster Toling, das er besichtigen darf, und gelangt von dort weiter zur nur 10 Kilometer entfernte Ortschaft Tsaparang. Von den Überresten einer christlichen Kirche ist jedoch nichts mehr zu finden.

. Publikation: l A Journey to Toling and Tsaparang in Western Tibet .
. G. M. Young
In: "Journal of the Panjab Historical Society",
Punjab Historical Society, Calcutta 1911
Band 7, Heft 2, Seiten 177-198
Mit einem Lageplan. 22 Seiten

 
1912

nutzt der englische Schriftsteller, Historiker und Philosoph Goldsworthy Lowes Dickinson (*1862,1932) die großzügige Stiftung Bourses Autour du Monde des französischen Bankiers und Multimillionärs Albert Kahn, der es jungen Akademikern so ermöglicht, für ein Jahr um die Welt zu reisen und darüber anschließend in Gesprächskreisen zu berichten. Parallel dazu verfolgt Kahn das ehrgeizige Projekt einer globalen ethnologischen Bestandsaufnahme, für die er eigenes Fotografen und Kameraleute ausschickt, die mit dem völlig neuen Farbbildmaterial ausgestattet werden. Über Indien gelangt Dickinson nach Kanton, von dort weiter mit dem Schiff die Ostküste nordwärts bis nach Nanking [Nanjing]. Auf dem Yangzi entgeht er nur knapp einem Schiffsuntergang. Letzte Station vor der Weiterfahrt nach Japan und Amerika wird der Besuch der Hauptstadt Pekin [Beijing] und ein Abstecher mit der Eisenbahn zum Tai Shan in der Provinz Shandong.

. Publikation: l Appearances. Notes of travel, East and West. .
.

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Goldsworthy Lowes Dickinson
Doubleday, Page & Co., Garden City (NY) 1914
221 Seiten
Englische Ausgabe:
Appearances. Being Notes from a travel.
J.M. Dent & Sons Ltd., London, Toronto 1914
233 Seiten

 



1912
 
   
 
 
 
 
 
 
                   1913

reist die Schweizer Erzieherin Lina Boegli (*1858,1941) von Korea aus über Land nach China ein und macht in der alten Mandschu-Hauptstadt Mukden [Shenyang] erste Bekanntschaft mit der fremden chinesischen Kultur. Über Peking [Beijing], Tientsin [Tianjin], die deutsche Kolonie Tsingtau [Qingdao] und Shanghai findet sie schließlich in Nanking [Nanjing] eine Anstellung als Sprachlehrerin. Ein halbes Jahr verbringt sie dort, besucht Hankau [Hankou], Yangchau [Yangzhou] und Umgebung, kann sich aber mit dem turbulenten und auch unsicheren chinesischen Leben im ersten Jahr der neu gegründeten Chinesischen Republik nicht anfreunden und verlässt das Reich der Mitte deshalb mit dem Schiff Ende Mai
von Shanghai aus.

. Publikation: l Immer vorwärts .
.

 

Huber & Co., Frauenfeld 1915
"Mit einem Bildnis der Verfasserin". 343 Seiten
1913

reist Georg Schweitzer mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau über Charbin nach Peking und weiter nach Tsinanfu, Tsingtau und Shanghai. 

. Publikation: l China im neuen Gewande. Kultur und Wirtschaft im fernen Osten. .
. Georg Schweitzer
Verlag von Karl Siegismund, Berlin 1914
243 Seiten

 
1913

starten die englischen Offiziere Frederick Marshman Bailey (*1882,1967) und Morshead zu einem besonderen Auftrag: Sie sollen endlich den genauen Verlauf jenes Flusses erforschen, der sich im Osten Tibets als Tsangpo gemächlich fließend ins Unbekannte verliert und im Süden mit umgekehrter Fließrichtung das Himalaya-Gebirge als mächtiger Brahmaputra verlässt. Noch kein Forscher war in das zwischen diesen Flussabschnitten liegende unwirtliche Gebiet vorgedrungen - von denen, die es versuchten, wurden nicht wenige von wilden Bergstämmen umgebracht. Die Expedition macht sich im Mai auf den Weg und schlägt sich bis in den nordöstlichsten Zipfel Indiens durch - um dort dann zu erfahren, dass die eigene Regierung aus politischen Gründen eine Grenzüberschreitung nach Tibet im Augenblick nicht für ratsam hält. Die britischen Offiziere reißen daraufhin kurzerhand eine Brücke hinter sich ein und sind so gezwungen, ihre "Rückreise" doch durch Tibet anzutreten. Vielleicht auch aus diesem Grund erscheint erst 43 Jahre später die spannende

. Publikation: l No Passport to Tibet .
. F. M. Bailey
Hart-Davis, London 1957
Mit 8 Übersichts- und Streckenkarten. 294 Seiten

 
1913

macht sich der englische Hauptmann und begeisterte Bergsteiger John Baptist Lucius Noel (*1890) in Verkleidung (und ohne Erlaubnis seiner Regierung) von Sikkim aus auf den Weg, um heimlich die tibetische Grenze zu passieren und einen geeigneten Zugang zum Mount Everest auszukundschaften. Bis auf 65 Kilometer kann er sich dem Berg nähern, gerät dann aber mit bewaffneten Tibetern aneinander und wird nach einem Feuerwechsel zur Umkehr gezwungen.  

. Publikationen: l A Journey to Tashirak in Southern Tibet, and the Eastern Approaches to Mount Everest .
. John Baptist Lucius Noel
The Royal Geographical Society, London 1919
In: The Geographical Journal, Vol. LIII , 5/1919.
Seiten 289-308. Mit 10 Photographien und 2 Karten.

 
. l The Story of Everest .
. John Noel
London 1927
1913

ist Heinrich Schmitthenner (*1887,1957), außerordentlicher Professor der Geographie an der Universität Heidelberg "als Reisebegleiter meines lieben Lehrers und Freundes Alfred Hettner" ein Jahr durch China gereist und gibt deshalb anschließend eine kleine Landeskunde heraus.

. Publikation: l Chinesische Landschaften und Städte .
. Heinrich Schmitthenner
Strecker und Schröder, Stuttgart 1925
Mit 58 Abbildungen auf Tafeln und 12 Karten. 304 Seiten

 
1913

         

reist Captain Francis Kingdon Ward (auch: Frank Kingdon-Ward; *1885,1958) mit der Eisenbahn nach Nordburma, um von dort aus die Grenze zu überschreiten und im ethnographischen Tibet ausgiebig zu botanisieren. Er zieht die eng beieinander liegenden Schluchten des Mekong, Salween und Jangtzekiang entlang und schildert seine Eindrücke in diesem relativ unerforschten Grenzgebiet, das er ein Jahr lang bereist.

. Publikation: l The Mystery Rivers of Tibet. A description of the little-known land where Asia's mightiest rivers gallop in harness through the narrow gateway of Tibet, the peoples, fauna, & flora. .
. F. Kingdon Ward
Seeley Service & Co. Ltd., London 1923
Mit 22 Abbildungen und 4 Karten. 316 Seiten

 
1913

         

macht sich Miss Beatrix Bulstrode von Peking aus auf den Weg, um die Wüste Gobi Richtung Urga zu durchqueren. Eine heikle Angelegenheit, denn China liegt mit der Mongolei im Krieg und umherziehende Banditenbanden machen das Land unsicher. Nachdem sie zwei Wochen in Ta-Bol, am Rand der Wüste festsitzt, muss die couragierte Engländerin ihren Plan aufgeben. Nach Peking zurückgekehrt trifft sie Mr. Edward Manico Gull, Angestellter im chinesischen Seezolldienst, "who, like myself, undeterred by the question of risks, was keenly desirous of crossing the Gobi and of visiting Urga." Man beschließt, Urga von Norden her zu erreichen und umfährt die Mongolei über Mukden und Harbin mit der Eisenbahn. Von der sibirischen Grenzstadt Kiachta aus erreichen beide schließlich mit dem Pferdewagen die Hauptstadt der Mongolei. Und noch mehr: Ihren Reisebericht publiziert die Autorin bereits unter Mrs. Edward Manico Gull..

. Publikation: l A Tour in Mongolia .
. Dieses Buch
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Beatrix Bulstrode (Mrs. Edward Manico Gull)
Methuen & Co. Ltd., London 1920
Mit 48 Photographien der Autorin und einer Karte. 237 Seiten

 
1913

         

reisen die Ärztin Gabrielle M. Vassal (*1880,1959) und ihr Mann von ihrem Arbeitsplatz in Haiphong [Französisch Tonking] für einen einmonatigen Sommerurlaub mit der Bahn über die chinesische Grenze hinweg nach Yunnan Fou, der Hauptstadt der gleichnamigen südchinesischen Provinz.

. Publikation: l In,  and Round Yunnan Fou .
. Dieses Buch
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Gabrielle M. Vassal
William Heinemann, London 1922
Mit 43 Abbildungen und einer Karte. 187 Seiten

 
1913

verschafft sich Erich von Salzmann (*1876,1941), Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Peking, im Sommer einen Eindruck von den Kriegsschauplätzen im nördlichen China. Im Juni erreicht er die chinesisch/mongolische Grenzstadt Kalgan [Zhangjiakou], danach reist er anscheinend ohne große Bedenken mit der Eisenbahn von Tientsin [Tianjin] weiter ins südliche Schantung [Shandong], wo die Armee des neu gewählten Präsidenten der Republik, Yuan Shikai, gegen lokale Heeresführer und Weggefährten der Kantoner Guomindang-Partei kämpfen.

. Publikation: l Das revolutionäre China .
. Erich von Salzmann
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin 1913
Mit 61 Abbildungen und vier Karten. 171 Seiten

 
1913







                   1914

kommt die australische Reiseschriftstellerin Mary Eliza Bakewell Gaunt (*1861,1942) von England aus mit der vor zwei Jahren fertig gestellten Transsibirischen Eisenbahn über Manchuria [Manzhouli] und Kharbin [Harbin] nach China. Sie durchstreift Peking und die Umgebung, um auch diese Reise aus dem Erlös eines neuen Buches zu finanzieren, besichtigt die Große Mauer und die ehemalige kaiserliche Sommerresidenz in Jehol [Chengde]. Im Jahr darauf beschließt sie, nicht mit der Eisenbahn oder dem Schiff nach Europa zurückzukehren, sondern den abenteuerlichen Überlandweg durch die westlichen chinesischen Provinzen bis nach Russland zu wählen.
macht sie sich deshalb von Pao Ting Fu [Baoding] durch die Provinz Shanxi in Richtung Gelber Fluss auf den Weg. Doch es zeigt sich schnell, dass durch den Zusammenbruch der Staatsführung und den überall herumziehenden Warlords an eine Weiterreise nicht mehr zu denken ist. Am Ufer des Gelben Flusses gibt Mary Eliza Bakewell Gaunt ihre Reisepläne deshalb auf. Doch ihre Rückfahrt wird noch abenteuerlich genug: Am 1. August ist auch Russland in den Ersten Weltkrieg eingetreten.

. Publikation: l A Woman in China .
. Dieses Buch
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Mary Gaunt
T. Werner Laurie Ltd., London [1914]
Mit 129 Abbildungen. 390 Seiten

. l A broken Journey. Wanderings from the Hoang-Ho to the Islands of Saghalien and the Upper Reaches of the Amur River. .
. Dieses Buch
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Mary Gaunt
T. Werner Laurie Ltd., London [1919]
Mit 61 Abbildungen. 295 Seiten

1913 - 14

leitet Albert von Le Coq (*1860,1930), mittlerweile Direktor des Berliner Völkerkundemuseums, die 4. Deutsche Turfanexpedition. Ein Mordanschlag auf seinen Helfer Bartus, das wenig kooperative Verhalten der chinesischen Behörden, finanzielle Schwierigkeiten und eine schwere Erkrankung Le Coqs behindern die Expedition erheblich. Die von ihm sechs Jahre zuvor zusammen mit Professor Grünwedel entdeckten Wandgemälde in Kyzil, läßt er nun abnehmen und nach Berlin transportieren. Sie werden dort während des II. Weltkriegs zum größten Teil durch Bomben zerstört.

. Publikation: l Von Land und Leuten in Ostturkistan. Berichte und Abenteuer der 4. Deutschen Turfanexpedition. .
.

Albert von Le Coq
Verlag der J. C. Hinrichs'schen Buchhandlung, Leipzig 1928
Mit 156 Abbildungen auf 48 Tafeln. 183 Seiten


 
1913




                   1915

ist der amerikanische Biologe Arthur de Carle Sowerby schon längere Zeit für das Smithsonian Institution des United States National Museum in China unterwegs, als er das Projekt einer Bestandsaufnahme der gesamten Fauna und Flora in der Mandschurei übertragen bekommt. Das Projekt ist auf vier Jahre angesetzt, doch schon
verdächtigen ihn die Behörden in der zunehmend russisch kontrollierten Mandschurei wegen seines deutsch wirkenden Vornamens und blonder Haare der Spionage als  "Yermanski spion". Er wird inhaftiert und muss alle Forschungen aufgeben.

. Publikation: l The Naturalist in Manchuria .
.

Arthur de Carle Sowerby
Tientsin Press Limited, Tientsin 1922
Mit 60 Abbildungen und einer Karte. 347 Seiten


 
1914

startet der deutsche Gelehrte Hermann Francke im Mai zu einer Reise ins indisch-tibetische Grenzgebiet. Er durchquert Zentralasien und erreicht am 15. Juli Kaschgar in Chinesisch-Turkestan als Zwischenstation. Versehen mit den erforderlichen Reisepapieren des chinesischen Gouverneurs von Turkestan und mit Erlaubnis des englischen Konsul in Kaschgar für die Einreise nach Britisch-Indien, reist Francke einen Monat später südwärts Richtung Ladakh. Als er am 10. September in Leh ankommt, erfährt er vom Kriegsausbruch in Europa und wird von den englischen Behörden sofort interniert.

. Publikation: l Durch Zentralasien in die indische Gefangenschaft .
.

Dr. Hermann Francke
Verlag der Missionsbuchhandlung, Herrenhut 1921
Mit 14 Abbildungen, 12 Zeichnungen und 3 Karten
172 Seiten


 
1914

noch vor Ausbruch des Weltkriegs, bekommt der deutsche Oberleutnant Gunther Plüschow (*1886,1931) im heimatlichen Schwerin den Befehl, sich nach China zu begeben, um dort, im "deutschen Schutzgebiet Kiautschou", der erste Marineflieger der Kolonialtruppe zu werden. Mit der Transsibirischen Eisenbahn  (das Flugzeug folgt zur See) geht es quer durch Russland, die Mandschurei und an Peking vorbei nach Tsingtau, dem Stützpunkt der deutschen Kolonie am Gelben Meer. Als das deutsche Kaiserreich am 1. August Russland, Frankreich und England den Krieg erklärt, nehmen die Japaner kurz darauf Tsingtau ein. Plüschow kann mit seinem Flugzeug in letzter Minute entkommen, macht Bruchlandung im chinesischen Hinterland, schlägt sich nach Nanking durch und von da aus nach Schanghai, wo er den tollkühnen Plan fasst, quer durchs feindliche Amerika und England in die Heimat zurückzukehren. Gleich einem frühen Peter Voss schlüpft er durch alle feindlichen Linien und wird bei seiner Rückkehr in Deutschland als der berühmte "Flieger von Tsingtau" gefeiert.

. Publikation: l Die Abenteuer des Fliegers von Tsingtau. Meine Erlebnisse in drei Erdteilen. .
. Dieses Buch
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Gunther Plüschow
Verlag Ullstein, Berlin 1916
Mit 15 Aufnahmen und einem Bild des Verfassers als Fronispiz. 236 Seiten

 
1914

führt Walther Stötzner (*1882,1965) von Januar bis August seine privat finanzierte Expedition nach Osttibet durch. Die Anreise erfolgt über Shanghai und geht den Yang tse kiang hinauf nach Tschöng tu fu, zur Hauptstadt der chinesischen Provinz Szetschwan. Von hier aus startet man nach Westen und schlägt einen Halbkreis über Kwanhsien und Moukungting durch die Berge des chinesisch-tibetischen Grenzlandes bis Tatsienlu. Zusammen mit den Teilnehmern Funke (Insekten), Dr. Israel (Geographie, Meterologie, Geologie), Secker, Dr. Max Hugo Weigold (*1886,1973)(Ornithologie und Zoologie) und Dr. Wolfgang Limpricht als Botaniker werden in den durchreisten Fürstentümern Wogsche und Wassu umfangreiche Sammlungen angelegt. Der Ausbruch des 1. Weltkriegs führt zum vorzeitigen Abbruch der Expedition. Stötzner bleibt noch bis 1917 an der deutschen Botschaft in Peking. Dann erfolgt für alle die Deportation aufgrund der chinesischen Kriegserklärung an Deutschland.

. Publikationen: l Ins unerforschte Tibet. Tagebuch der deutschen Expedition Stötzners 1914. A*
. Walther Stötzner
Verlag von R. F. Koehler in Leipzig 1924
Mit zahlreichen Photographien und 2 Karten. 316 Seiten

 
. l Botanische Reisen in den Hochgebirgen Chinas und Ost-Tibets A*
.

Wolfgang Limpricht
Verlag des Repertorium, Dahlem bei Berlin 1922
Mit 9 Karten und 30 Abbildungen auf Tafeln. 515 Seiten


 
1914 -15

unternimmt Reginald Farrer (*1880,1920) seine Exkursion in die westliche chinesische Provinz Kansu, um neue alpine Pflanzen für europäische Gärten zu suchen. Der britische Pflanzensammler reist mit seinem Helfer William Purdom (*1880,1921) von Sian Fu aus an die chinesisch-tibetische Grenze und von dort aus immer nach Norden bis Lan-chou Fu am Gelben Fluss. Nach einer Winterpause widmen sie sich im zweiten Jahr den Hochgebirgsregionen in der Umgebung der Stadt Si-ning und des Koko-Nor ("Blauer See").

. Publikationen: l On the Eaves of the World .
. Reginald Farrer
Edward Arnold, London 1917
Two Volumes: Mit 34/30 Abbildungen und einer Karte.
311/328 Seiten

. l The Rainbow Bridge .
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Reginald Farrer
Edward Arnold, London 1921
Mit 16 Abbildungen und einer Karte. 380 Seiten


1914/15

unternimmt Ferdinand Emmerich-Hoegen (*1858,1930) "eine Reise, die an Gefahren, Abenteuern, Unglücksfällen und politischen Verwicklungen alles erfüllte und übertraf, wovor ich gewarnt worden war, um deren Forscherausbeute mich der Ausbruch des Weltkrieges brachte und die mir dennoch ein unermeßlich reiches und großes Erleben schenkte!" Die Expedition führt von Birma aus über die chinesische Grenze hinweg ins Stromgebiet des Mekong und Jangtsekiang und dient der Erforschung des tibetischen Amdogebirges sowie dem Zusammentragen von Sammlungen für mehrere wissenschaftliche Institute. Der Publikation ist die Abbildung eines Empfehlungsschreibens der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften beigefügt und auch der chinesische Reisepass erweist sich nach eingehender Prüfung als echt. Zweifel an der Authentizität ergeben sich lediglich aus dem gänzlichen Fehlen aller nachprüfbaren Fakten und aus dem Umstand, daß der Autor vorwiegend Jugendbücher voller bunter Abenteuer publiziert hat. 

. Publikationen: l Kulis, Tiger, Krokodile. Von Birma nach Tibet I. A*
. Ferdinand Emmerich
Ernst Staneck Verlag GmbH, Leipzig o. J. (1935)
Mit 4 Abbildungen und 1 Karte des Reiseweges. 241 Seiten
. l Auf Schleichwegen nach Tibet. Von Birma nach Tibet II. A*
. Ferdinand Emmerich
Ernst Staneck Verlag GmbH, Leipzig 1936
Mit drei Illustrationen. 248 Seiten

 
1914 - 18

führt Freiherr Heinrich von Handel-Mazzetti (*1882,1940), Kustos an der Botanischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien, seine Reise nach West-China aus, um dort, vorwiegend im tibetisch-chinesischen Grenzgebiet, unbekannte neue Pflanzen zu sammeln.

. Publikation: l Naturbilder aus Südwest-China. Erlebnisse und Eindrücke eines österreichischen Forschers während des Weltkrieges. A*
. Dr. Heinrich Handel-Mazzetti
Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst, Wien und Leipzig 1927
Mit einer Karte und 148 Bildern nach Aufnahmen des Verfassers, darunter 24 Autochromen. 380 Seiten

 
1914
 
 
 
 
 
 
                   1927

folgt die frisch verheiratete Amerikanerin Alice Tisdale Hobart (*1882,1967) ihrem Ehemann in die Mandschurei, wo dieser für die Standard Oil Company beruflich tätig ist. Bereits vier Jahre zuvor hatte sie in Hangzhou als Lehrerin zu unterrichten begonnen, später ziehen die Eheleute in die zentralchinesische Provinz Hunan nach Changsha um. Durch den chinesischen Bürgerkrieg und damit verbundene nationalistische Bestrebungen gegen ausländische Unternehmen in China werden sie gezwungen, China
zu verlassen. Alice Tisdale Hobart verarbeitet ihre Erfahrungen in mehreren Büchern über China, weltweit am bekanntesten wird ihr Roman Oil for the Lamps of China (Öl für die Lampen Chinas).

. Publikation: l Pioneering where the World is old (Leaves From a Manchurian Note-Book) .
. Dieses Buch
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Alice Tisdale Hobart
Henry Holt and Company, New York 1917
Mit Frontispiz und 20 Abbildungen. 227 Seiten

.

 

l By the City of the Long Sand. A Tale of New China. .
. Dieses Buch
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Alice Tisdale Hobart
The Macmillan Company, New York 1926
Mit Buchschmuck und 17 Abbildungen. 329 Seiten
.

 

l Within the Walls of Nanking .
.   Alice Tisdale Hobart
Jonathan Cape, London 1928
Mit Frontispiz, Abbildungen und Karten. 243 Seiten
1915,

im Oktober, könnte es ungefähr gewesen sein, als der französische Arzt und Hochschullehrer Albert Gervais mit seinem Kollegen Morel in Schanghai an Land geht. Nach kurzem Aufenthalt fahren sie mit dem Dampfboot den Yangtse hinauf bis Tschung-king [Chongqing] und reisen von dort mit dem Tragstuhl weiter bis nach Tschentu [Chengdu], der Hauptstadt der westlichen chinesische Provinz Szetschuan [Sichuan], um dort "chinesische Studenten in der Medizin zu unterrichten". Doch das Unverständnis der Bevölkerung hinsichtlich der westlichen Medizin ist groß und der Bürgerkrieg führt schließlich zur Aufgabe ihrer Lehrtätigkeit.

. Publikation: l Aesculape en Chine .
. Albert Gervais
Edition Gallimard, Paris 1933
Mit zahlreichen Abbildungen. 251 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)
. Ein Arzt erlebt China
Wilhelm Goldmann Verlag, Bern, Leipzig, Wien 1935.
Mit 24 Abbildungen. 258 Seiten

1915

gerät der deutsche Oberleutnant Franz Wlad in russische Kriegsgefangenschaft, wird nach Sibirien transportiert und kann in Tschita, nahe der mongolischen Grenze, schließlich fliehen. Dank russischer Sprachkenntnisse gelingt es ihm, sich teils zu Fuß, teils mit der Eisenbahn, quer durch die Mandschurei nach Peking durchschlagen. Als Russe verkleidet reist er durch die Vereinigten Staaten und erreicht über England noch vor Jahresende wieder das deutsche Kaiserreich.

. Publikation: l Meine Flucht durchs mongolische Sandmeer .
. Franz Wlad
Verlag Ullstein & Co., Berlin / Wien 1918
Reihe: Ullstein-Kriegsbücher. Mit einer Karte. 247 Seiten

 
1915

führt eine Inspektionsreise den österreichischen Erzabt Dr. Petrus Klotz O. S. B. nach China. Von Hongkong aus besucht er das nahe gelegene Kanton, macht einen Sprung hinauf in die (noch) deutsche Kolonie Kiautschou, besucht das Grab des großen Konfuzius in Küfu und reist weiter nach Peking und zur Großen Mauer. 

. Publikation: l Unter Tempeln und Pagoden. Reisebilder aus Ostasien. .
. Dr. Petrus Klotz O. S. B.
Herder & Co. GmbH Verlagsbuchhandlung, Freiburg 1929
Mit 19 Bildern und einer Karte. 173 Seiten

 
1915

unternimmt Ferdinand Lessing (*1882,1961) von Peiping [Peking] aus eine Reise Richtung Mongolei und besucht Jehol. Den Rückweg wählt er durch die hügeligen Ausläufer des mongolischen Hochlandes Richtung Küste, wo er wieder die Eisenbahn Richtung Tientsin und Hauptstadt nimmt. Seine Reiseeindrücke veröffentlicht er erst wesentlich später mit weiteren Berichten über die Südmongolei.

. Publikation: l Mongolen. Hirten, Priester und Dämonen. .
. Ferdinand Lessing
Klinkhardt & Biermann, Berlin 1935
Mit 80 Abbildungen und einer Karte. 211 Seiten

 
1915 - 17

unternimmt der deutsche Reiteroffizier Egon von Stern zwei Fluchtversuche aus der russischen Kriegsgefangenschaft in Sibirien. Seine Flucht führt ihn durch die Mongolei und die Mandschurei.

. Publikation: l In die Freiheit! Eine abenteuerliche Flucht durch Mongolei und Mandschurei. .
. Egon von Stern
R. Eisenschmidt, Berlin 1927
Mit 6 Abbildungen und einer Kartenskizze. 224 Seiten

 
1916








                   1917

erreicht der aus russischer Kriegsgefangenschaft geflohene Deutsche Bernhard Waurick (*1889) chinesisches Gebiet und schlägt sich über die Mandschurei bis nach Peking durch. Dort erhält er von der bereits in Auflösung befindlichen deutschen Gesandtschaft das Angebot, auf deren Kosten über Land ins verbündete Afghanistan zu reisen, um die dortige deutsche Mission zu verstärken. Waurick nimmt an, fährt erst mit dem Zug nach Taiyuan, der Hauptstadt der Provinz Shansi, und weiter zu Pferd nach Kansu. Von dort aus zieht er mit tatarischen Handelskarawanen gen Westen, passiert das letzte Tor der Großen Mauer und wählt den südlich der Takla Makan Wüste verlaufenden Handelsweg über Charklik und Cherchen nach Khotan. Als er 
schließlich sein Reiseziel erreicht, hat sich Afghanistan jedoch mit England verbündet und Waurick wird von den Briten sofort interniert.  

. Publikation: l Von Sibirien durch China nach Indien. 
Eine ungewöhnliche Reise in den Jahren 1915-1917.
.
. Bernhard Waurick
Museum für Völkerkund, Leipzig 1973
Mit 14 Abbildungen und einer Karte. 105 Seiten

 
1916










                   1917

tritt der deutsche Offizier Werner Otto von Hentig  (*1886,1984) als Legations- sekretär die gleiche Reise an, wie sein Landsmann Waurick im zuvor genannten Reisebericht, nur in umgekehrter Richtung. Um die afghanische Regierung als politischen Verbündeten gegen England und Russland zu gewinnen, wurde er nach Kabul entsandt. Mit ihm reist ein indischer Prinz, der einen Aufstand in Britisch Indien inszenieren soll. Für die Ausreise aus Afghanistan steht nur noch der Weg durch das neutrale Chinesische Reich offen und so macht sich Hentig quer durch Chinesisch Turkistan ostwärts auf den Weg Richtung Schanghai. Während Waurick die Wüste Takla Makan südlich umgeht, wählt Hentig die nördliche Karawanenstraße über Yarkent, Kaschgar und Ansi nach Lantschou, wo er den Zug nach Hankau am Jangtsekiang besteigt und am 1. April
schließlich in Schanghai ankommt. Drei Monate später erreicht er über die Vereinigten Staaten, Kanada und Norwegen wieder Berlin.

. Publikation: l Meine Diplomatenfahrt ins verschlossene Land .
. Dr. Werner Otto von Hentig
Ullstein & Co., Berlin-Wien 1918
Mit einer Karte. 246 Seiten
(Neuauflage:)

 

. Von Kabul nach Shanghai. Bericht über die Afghanistan-Mission 1915/1916 und die Rückkehr über das Dach der Welt und durch die Wüsten Chinas.
. Hans Wolfram von Hentig (Hrsg.)
Verlag Libelle, Lengwil (Schweiz) 2003
Mit 18 Abbildungen und einer Karte. 284 Seiten


1916

beginnt der Amerikaner Josef Washington Hall (*1894,1960) seine Tätigkeit als Korrespondent in China, reist von Peking aus durchs Land und berichtet über die turbulente Zeit des Bürgerkriegs.

. Publikation: l In the Land of the Laughing Buddha. The Adventures of An American Barbarian in China. .
. Dieses Buch
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Josef Washington Hall (Upton Close)
G. P. Putnam's Sons, New York & London 1924
Mit 34 Abbildungen. 359 Seiten

 
1916

kommt die recht couragierte Janet B. Montgomery McGovern von Japan aus nach Keelung, der nördlichen Hafenstadt von Formosa. Die Ethnologin ist die erste weiße Frau, die sich nicht nur ins Gebiet der Urbewohner Formosas vorwagt, sondern die Sitten und Gebräuche der Kopfjäger auch gezielt erforschen will. Zwei Jahre verbringt sie mit Studien vor Ort.

. Publikation: l Unter den Kopfjägern auf Formosa .
. Janet B. Montgomery McGovern
Verlag Strecker und Schöder in Stuttgart / 1923
Mit 27 Abbildungen und einer Übersichtskarte. 122 Seiten
1916

startet die Nord-China-Expedition unter Leitung von Walther Stötzner (*1882,1965), der seit Rückkehr von seiner letzten Tibet-Expedition die deutsche Gesandtschafts- wache in Peking übernommen hat. Mit ihm reisen die Herren Heinrich Friedrich Hackmann (*1864,1935), Wegner und Funke sowie Michael Steinle. Letzterer berichtet von der Expedition sehr kritisch und schließt mit den Worten: "Nach Stötzners Rückkehr nach Deutschland ... fiel er nach den in Peking eingetroffenen Nachrichten auf den Feldern Flanderns. Es hatte beim Bekanntwerden der Nachricht niemand ein bedauerndes Wort." (Doch diese Zeitungsmeldung entpuppt sich als echte "Peking-Ente": Walther Stötzner wird nach dem I. Weltkrieg nach China zurückkehren und dann seine "Heilungjiang-Expedition" in die Mandschurei durchführen.)

. Publikation: l Mit der Nord-China-Expedition. Reiseerlebnisse, Sitten und Gebräuche der Chinesen und Mongolen. .
. MichaelSteinle
Weltbund-Verlag, Hamburg o.J. (1921)
Mit 2 Zeichnungen und einem Bild des Verfassers. 156 Seiten

 
1916

ist Eric Teichman (*1884,1944) als britischer Konsul im Nordwesten Chinas in den Provinzen Shensi und Kansu unterwegs und hat ein Auge auf den regionalen Opiumanbau, denn dieser ist unter der neuen chinesischen Regierung seit 1912 verboten und Shensi und Kansu gelten seit alters her als Hochburgen der Mohnkulturen. 1916 ist davon jedoch nichts mehr zu sehen und Teichman stellt fest, dass die Verbote eingehalten werden. Doch als er seinen Bericht vier Jahre später publiziert, ist dies schon wieder Schnee von gestern: Die junge chinesische Republik hat gerade ihren ersten Putsch hinter sich und regionale Warlords bekämpfen sich gegenseitig; der Opiumanbau ist für sie das einfachste Mittel, um sich innerhalb Jahresfrist mit neuen finanziellen Mitteln auszustatten.

. Publikation: l Travels of a Consular Officer in North-west China .
.

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Eric Teichman
University Press, Cambridge 1921
Mit 63 Abbildungen und 4 Karten. 219 Seiten

 
1916

reitet Oliver Coales von der chinesischen Grenzstadt Tachienlu nach Osttibet ein und besucht dort die Provinzhauptstadt Chamdo. 

. Publikation: l Eastern Tibet .
. Oliver Coales
The Royal Geographical Society, London 1919
In: The Geographical Journal, Vol. LIII , 4/1919.
Seiten 228-253. Mit 12 Photographien und einer Karte.

 
1916

befindet sich der deutsche Ornithologe Dr. Max Hugo Weigold (*1886,1973) immer noch in China. Nach Beendigung der Tibet-Expedition von Walther Stötzner im Vorjahr ist an eine Rückreise nach Deutschland wegen des dort immer noch tobenden Ersten Weltkriegs nicht zu denken. So nutzt der passionierte Vogelkundler die Zeit für eine Exkursion in die Provinz Jehol, nordöstlich von Peking.

. Publikation: l Als Ornithologe in Jehol .
. Max Hugo Weigold
R. Friedländer & Sohn, Berlin 1935
In: Journal für Ornithologie, 83. Jahrgang: 1935
Mit 17 Abbildungen. 94 Seiten

 
1916 - 19

führt der amerikanische Zoologe Roy Chapman Andrews (*1884,1960) in den ersten beiden Jahren die "First Asiatic Expedition of the American Museum of Natural History, New York City" ins südchinesische Yün-nan an die Grenze zu Tibet und Burma. Im darauf folgenden dritten Jahr dann die "Second Asiatic Expedition ..." in die Mongolei, zusammen mit seiner Frau "who is ever my best assistant in the field"

. Publikationen: l Camps and Trails in China. A Narrative of exploration, adventure, and sport in little-known China. .
. Dieses Buch
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Roy Chapman Andrews
D. Appleton and Company, New York 1918
Mit 58 Abbildungen und 2 Karten. 334 Seiten
.

 

l Across Mongolian Plains. A Naturalist's Account of China's "Great Northwest". .
. Dieses Buch
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Roy Chapman Andrews
D. Appleton and Company, New York 1921
Mit 39 Aufnahmen und einer Karte. 276 Seiten
(Auch: Blue Ribbon Books (D. Appleton), New York 1921
Mit (nur noch) 2 Aufnahmen (und ohne Karte). 276 Seiten

 
1917

wird der englische Konsulatsangestellte B. G. Tours mit einer Inspektionsreise durch die chinesischen Provinzen Kweichow und Ost-Yunnan beauftragt, um zu kontrollieren, ob das im Englisch-Chinesischen-Opium-Abkommen vereinbarte Verbot des Opiumanbaus vor Ort auch wirklich eingehalten wird. Die Landreise beginnt in Chungking am Yangtse im März und endet drei Monate später in Haiphong in Französisch-Tonking. Die Rückreise erfolgt per Schiff über Hongkong und Shanghai nach Ichang.

. Publikation: l Notes on an Overland Journey from Chungking to Haiphong .
. B. G. Tours
The Royal Geographical Society, London 1923
In: The Geographical Journal, Vol. LXII , 2/1923.
Seiten 117-132. Mit 8 Photographien und einer Karte.

 
1917

arbeitet Chester Fritz (*1892) bereits seit zwei Jahren als Repräsentant der Fisher Flouring Mills Company in Hong Kong, als er am 14. Februar zu einer längeren Reise durchs südliche China aufbricht. Von Hanoi in Französisch Tonkin nimmt er die erst kürzlich fertig gestellte Eisenbahnlinie in die benachbarte chinesische Provinz Yunnan.  Zu Pferd geht es quer durch die Provinz Kweichow nach Chungking am Yangtze und von dort aus weiter mit dem Tragstuhl ins chinesisch-tibetische Grenzgebiet des westlichen Szechwan. Insgesamt sechs Monate dauert die Reise inkl. Rückfahrt auf dem Yangtse über Shanghai.

. Publikation: l China Journey. A Diary of Six Months in Western Inland China. .
. Chester Fritz
University of Washington, Washington 1981
Mit 30 Photographien und 3 Karten. 187 Seiten

 
1917

unternimmt Lieutenant-Colonel Sir Walter Buchanan von Sikkim aus eine kurze Reise das Chumbi-Tal hinauf bis zur tibetischen Stadt Phari.

. Publikation: l A Recent Trip into the Chumbi Valley, Tibet .
.

Sir Walter Buchanan
The Royal Geographical Society, London 1919
In: The Geographical Journal, Vol. LIII , 6/1919.
Seiten 403-410. Mit 5 Photographien.

 
1917

reist der Amerikaner Victor Murdock (*1871,1945) zuerst von Shanghai aus den Yangtse hinauf, besucht Hankow, Chung-King und Wanhsien und gelangt später dann nach Peking.

. Publikation: l China the Mysterious and Marvellous .
.


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Victor Murdock
Fleming H. Revell Company, New York/Chicago 1920
Mit 11 Abbildungen. 310 Seiten

 
1917

unternimmt der gebürtige Österreicher Emil Sigmund Fischer (*1865,1945) Ende Februar von Shanghai aus eine neunmonatige Reise nach Szechwan [Sichuan]. Bereits ab 1894 hatte er vier Jahre in Shanghai für die Deutsch-Asiatische-Bank gearbeitet, dann nach einem Amerikaaufenthalt ab 1906 wieder in Tientsin gelebt. Bevor er nun erneut in die USA umzieht, erfüllt er sich seinen lang gehegten Traum einer umfangreichen Exkursion ins tibetische Grenzgebiet. Durch die Schluchten des Yangzi geht es bis Chungking [Chongqing], von dort aus zur Provinzhauptstadt Chengdu und weiter nach Ta Tsien Lu [Kanding], der Grenzstadt zu Tibet. Die Rückreise wird mit der Besteigung des buddhistischen heiligen Berges Omei verbunden und führt über Chengdu und Xian nach Tientsin [Tianjin].

. Publikation: l Travels in China 1894 - 1940 .
. Emil S[igmund] Fischer
The Tientsin Press Ltd., Tientsin 1941
Mit zahlreichen Abbildungen und Karten. 343 Seiten

 
1917
 


            
                   1942

beginnt der Amerikaner John Benjamin Powell (*1888,1947) als Assistent bei der gerade neu gegründeten Review of the Far East in Shanghai, die er fünf Jahre später kauft und in The China Weekly Review umbenennt. Als Verleger und Journalist verfolgt er von Shanghai aus die Entwicklungen in Fernost. 1941 wird er von den Japanern inhaftiert und muss China daraufhin 
gesundheitlich angeschlagen verlassen.

. Publikation: l My twenty-five years in China .
.

 
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John Benjamin Powell
The Macmillan Company, New York 1945
436 Seiten

 

1918 nimmt Mao Tse-tung in Peking erste Kontakte zu marxistischen Intellektuellen auf und wird Mitglied der Nationalen Volkspartei Kuomintang.

1918

- kurz vor der Ausweisung deutscher Staatsbürger aus China - unternimmt der deutsche Schriftsteller Norbert Jacques (*1880,1954) Ende des Jahres noch eine Fahrt den Jangstekiang hinauf; von Shanghai über den Tuntingsee, Tschangscha, durch die drei Schluchten bis nach Tschunking.

. Publikation: l Auf dem chinesischen Fluss .
. Norbert Jacques
S. Fischer Verlag, Berlin 1921.
Mit 24 Fotos nach Aufnahmen des Verfassers. 265 Seiten

 
1918

befindet sich der Engländer Eric Teichman (*1884,1944) als britischer Konsul im entlegenen Tachienlu, einer kleinen Stadt fast an der tibetischen Grenze im westlichen Szetschuan. Einen Großteil seiner Zeit verbringt er mit ausgiebigen Streifzügen ins sino-tibetische Grenzgebiet, an den Oberlauf des Mekong und des Yangtzekiang, er photographiert, kartographiert und verfasst seine zweite

. Publikation: l Travels of a Consular Officer in Eastern Tibet. Together with a History of the Relations between China, Tibet and India. .
.

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Eric Teichman
The University Press, Cambridge 1922.
Mit 64 Aufnahmen des Verfassers und 8 Karten. 248 Seiten

 
1918

ist die Französin Alexandra David-Néel (*1868,1969) bereits 6 Jahre in Asien und gerade im osttibetischen Kloster Kumbum angekommen, wo sie drei Jahre bleiben wird. Es war ihr ursprünglicher Plan, von hier aus nach Lhasa zu reisen, doch vorerst gelangt sie noch nicht über Nordost-Tibet hinaus. (Ob sie überhaupt nach Tibet gereist ist, wird durch die Recherchen des belgischen Sprach- und Geschichtsforschers Philippe van Heurck völlig in Frage gestellt. Große Teile der Reiseberichte sind wahrscheinlich gefälscht bzw. stark verfälscht.)

. Publikationen: l Au pays des brigands gentilshommes .
. Alexandra David-Néel
Librairie Plon, Paris 1933
Avec 26 gravures et une carte. 356 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

 
. Mönche und Strauchritter. Eine Tibetfahrt auf Schleichwegen. A*
. F. A. Brockhaus, Leipzig 1933.
Mit 29 Abbildungen und einer Karte. 290 Seiten
. l Mythos und Wirklichkeit. Alexandra David-Néel.
Philippe von Heurck
Fabri Verlag, Ulm 1995
Mit einigen Abbildungen. 174 Seiten

1918

bricht der Amerikaner Edwin Gilbert Schary (*1893) vom indischen Bundesstaat Kaschmir zu einer kaum vorstellbaren Reise durch Tibet auf. Seit Jahren interessiert er sich für die religiösen Lehren Indiens und versucht mit jugendlichem Eifer "to proceed to India and find some of those Sanyasis or Mahatmas whom I had read about and who were reported to live secluded somewhere in the country, and there to become one of their disciples". Aufgrund einer geträumten Vision vermutet er die Weisen irgendwo in Tibet und meint, dorthin am besten allein und mit möglichst wenig hinderlichem Gepäck aufbrechen zu sollen. Illegal überquert er im Juli die tibetische Grenze und macht sich auf den Weg nach Westen, entlang dem Nordrand des Himalayas. In seinem Buch schildert Schary, wie er durch glückliche Umstände ohne Sprach- und Ortskenntnis, wenig Geld und Gepäck, dazu allein und ohne Lasttier die rund 1.000 Kilometer in extremer Höhe, Hitze und Kälte bis zur südtibetischen Stadt Gyantse zurücklegt, wo er sich am 23. Oktober erschöpft bei der britischen Handelsniederlassung meldet. Dort wird sein Erscheinen offiziell protokolliert, er kann sich für kurze Zeit erholen und wird dann aber nach Sikkim ausgewiesen.

. Publikation: l In Search of the Mahatmas of Tibet .
. Edwin Gilbert Schary
Seeley, Service & Co., London 1937.
Mit 16 Abbildungen und einer Karte. 312 Seiten

 

1919 erfolgt die Gründung der Kommunistischen Partei Chinas, nachdem die Oktober-Revolution in Russland zwei Jahre zuvor erfolgreich Pate gestanden hat.
1919 erklärt die Mongolei ihre Unabhängigkeit von China.

1919

wird Sir Reginald Fleming Johnston (*1874,1938) die Stelle des persönlichen Tutors für den abgedankten 13jährigen Mandschu-Kaisers Pu Yi angetragen. Der gebürtige Schotte ist Magister der Literatur der Universität Oxford und verdankt die Tutorentätigkeit ausschließlich dem Umstand, dass sich das Hofamt hiervon einen zusätzlichen Schutz vor Übergriffen auf den jungen Kaiser verspricht. Als ihn der Ruf ereilt, ist Johnston amtierender Gouverneur des britischen Pachtgebietes Weihaiwei und war davor von 1900 bis 1902 Privatsekretär des Gouverneurs von Hong Kong. Den schottischen Orientalisten verbindet eine tiefe Zuneigung zu China: "Wie er mir selbst erzählte, lebte er schon mehr als 20 Jahre in Asien, hatte sämtliche Provinzen Chinas bereist, seine berühmten Berge und großen Ströme aufgesucht und seine historischen Stätten und Kulturdenkmäler gesehen. Auch in chinesischer Geschichte war er sehr beschlagen und kannte die Sitten und Verhältnisse des Landes. Sein Chinesisch war außerordentlich gut. Er hatte sich eingehend mit Konfuzianismus, Moismus, Buddhismus und Taoismus beschäftigt. Seine besondere Vorliebe galt der altchinesischen Poesie. Wenn er Tang-Gedichte rezitierte, wiegte er den Oberkörper hin und her wie meine Chinesischtutoren" schreibt Pu Yi später in seiner Autobiogaphie. Um die Sicherheit des Kaisers besorgt, organisiert Johnston 1924 die Übersiedlung Pu Yis ins exterritoriale Gesandtschaftsviertel von Tientsin. Doch die Lust auf Restauration überwiegt jede Einsicht: Der abgedankte Kaiser erliegt den Einflüsterungen der Japaner, unter seiner Regentschaft eine neue Mandschu-Dynastie in der von Japan besetzten Mandschurei zu gründen: Mandschuguo.

. Publikationen: l Twilight in the Forbidden City .
.

Reginald F. Johnston
Victor Gollancz Ltd., London 1934
Mit Widmung, 43 Abbildungen. 486 Seiten

. l Wo-ti ch'ien-pan sheng .
. Aisin-Gioro Pu Yi
Beijing 1964. Drei Bände
(Deutsche Ausgabe:)
. Pu Yi. Ich war Kaiser von China.
Vom Himmelssohn zum Neuen Menschen.
.
. (Richard Schirach und Mulan Lehner, Hrsg.)
Carl Hanser Verlag, München 1973
Mit 59 Abbildungen

 
1919

reist die Amerikanerin Blanche Sellers Ortman (1870,1948) von New York über Japan und Korea nach China. Sie besichtigt Mukden [Shenyang] und Peking mit Umgebung.

. Publikation: l New York to Peking

. Dieses Buch
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Blanche Sellers Ortman
(Privately printed) San Francisco1921
Mit Frontispiz und 4 Abbildungen. 146 Seiten
.
 
1919 - 30

ist der Amerikaner David W. Swift im Auftrag der amerikanischen Standard Oil Company in China tätig. Anfänglich in Mukden [Shenyang], Dairen [Dalian] und Harbin eingesetzt, dann in Wanshien [Wanxian] am Yangtse, hat er erst mit den Schwierigkeiten des chinesischen Bürgerkriegs zu kämpfen, muss seine Arbeit dann aber wegen der zunehmenden militanten japanischen Präsenz aufgeben.

. Publikation: l Ninety Li a Day .
. David W. Swift, Jr.[Hrsg.]
The Chinese Association for Folklore, Taipei 1975
Mit 35 Abbildungen, Faksimilee und zwei Karten. 301 Seiten

1919 
 







                   1943

reist Maurice Lécorché als Inspekteur der Compagnie Français des Chemins de Fer de L'Indochine et du Yunnan von Frankreich nach Französisch Tonkin. Dort tritt er seinen neuen Posten auf der Eisenbahnlinie von Hanoi nach Yunnan, Hauptstadt der gleichnamigen südchinesischen Provinz an. Eine wildromantische Trassenführung, die auf 450 Kilometern rund 2000 Meter Höhenunterschied überwindet, ist hier durch die Bergwelt verlegt. In seinen Tagebuchaufzeichnungen schildert Lécorché seine Kämpfe mit marodisierenden Banditenbanden im unzugänglichen südchinesischen Bergland, mit der Invasion der Japaner und schließlich auch noch mit seinem eigenen Vorgesetzten, der ihn
seines Postens enthebt. 

. Publikation: l Vingt-cinq ans d'Indochine et de Yunnan. Souvenirs (1919 - 1943) .
. Maurice Lécorché
Édouard Privat & Cie., Toulouse 1950
Mit zahlreichen Photographien und zwei Karten. 286 Seiten

 
1920

sieht sich der Weißrusse Pavel Stepanovich Nazároff endgültig gezwungen, sein Exil in Kaschgar zu verlassen, nachdem sich der Einfluss der Rotgardisten auch nach Chinesisch Turkestan hinein erstreckt. Das Land seiner Träume ist Indien und so flüchtet er über Yarkand und die Gebirgszüge des Karakorum hinweg nach Kaschmir.

. Publikation: l Moved On! From Kashgar to Kashmir. .
. Dieses Buch
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Pavel Stepanovich Nazároff
Georg Allen & Unwin Ltd., London 1935
Mit 33 Abbildungen und einer Karte. 317 Seiten 

 
1920

ist das Missionarsehepaar Mr. und Mrs. Howard Taylor (d. i. Geraldine Taylor, bzw. Mary Geraldine Guinness; *1865,1949) bereits seit unbestimmter Zeit in China und von Si-ngan [Xian] auf dem Weg nach Lan-ts [Lanzhou]. "Uns lockte die Einsamkeit der Missionsstationen, die sechs bis dreizehn Tagereisen abseits lagen, am Rande der Zivilisation und des eigentlichen Chinas. Man dachte sich fast außerhalb der Welt, und die wenigen fremden Missionare wie begraben in ferner Einsamkeit." Als die Taylors Lanzhou besuchen, ereignet sich im Dezember 1920 das große Erdbeben, das die ganze Provinz Kansu verwüstet und über 100.000 Menschen das Leben kostet. Trotzdem machen sich beide auf in Richtung Nordwesten, durchqueren bis Kulang die Ausläufer des Erdbebengebiets und erreichen nach einer siebentägigen Reise ziemlich erschöpft Liang-ts. Über Pingfan geht es zurück, um sich südlich übers Gebirge nach Sining (Xining) durchzuschlagen, wo sie eine Weile als Gäste der dortigen China-Inland-Mission aufgenommen werden. Die letzte Etappe bildet dann der Besuch des berühmten Kosters Kumbum zur Zeit des "Butter-Festes".

. Publikation: l The Call of China's Great North-West or Kansu and Beyond .
. Mrs. Howard Taylor (d.i. Geraldine Taylor)
China Inland Mission, London 1923
Mit Abbildungen und einer Karte. 215 Seiten

(Deutsche Ausgabe)

 

. Auf uralten Pfaden in des Meisters Dienst. Der Millionenruf aus Nordwest-China.  A*
. "Die Aue", Verlag in Wernigerode (um 1924)
Mit 12 Abbildungen, darunter der 13. Dalai Lama als Frontispiz. 224 Seiten


 
1920

wird Sir Charles Alfred Bell (*1870,1945) für ein Jahr englischer Repräsentant in Lhasa und aufgrund der persönlichen Einladung des 13. Dalai Lama somit auch der erste offizielle europäische Diplomat in Tibet. Bell, der bereits seit 1891 im Indian Civil Service gearbeitet hat und jahrelang in Bhutan und Sikkim tätig war, wird diese Stelle aufgrund der guten persönlichen Beziehungen zum 13. Dalai Lama übertragen, den er während seines Exils 1910 in Indien zwei Jahre lang persönlich betreute. Beweis für die enge Verbundenheit ist das von Sir Charles aufgenommene Portrait des 13. Dalai Lama, das von einem tibetischen Künstler erst handkoloriert und dann vom Dalai Lama eigenhändig unterschrieben und gesiegelt wird. Als Frontispiz zu sehen in seiner

. Publikation: l Tibet. Past and Present .
. Sir Charles Bell
Claredon Press, London 1924
Mit 93 Abbildungen und zwei Karten. 326 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

 
. Tibet einst und jetzt . A*
. F. A. Brockhaus, Leipzig 1925
Mit 91 bunten und einfarbigen Abbildungen und einer Karte. 335 Seiten

 
. l A Year in Lhasa .
. Sir Charles Bell
Edward Stanford, London 1924
In: The Geographical Journey. Vol. LXIII (2-1924)
Mit 11 Photographien und 2 Karten. Seiten 89-105

 
. l The People of Tibet .
. Sir Charles Bell
The Clarendon Press, Oxford 1928
Mit 75 Abbildungen und 3 Karten. 319 Seiten

 
1920

reist die amerikanische Malerin und Schriftstellerin Emily Georgiana Kemp (*1860,1939) sechs Monate lang durch China. Vor allem die südchinesischen Provinzen Yünnan und Kweichow [Guizhou] haben es ihr angetan.

. Publikation: l Chinese Mettle .
. Dieses Buch
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Emily Georgiana Kemp
Hodder and Stoughton Ltd., London 1921
Mit 19 Farbabbildungen und Buchschmuck. 227 Seiten

 
1920

besucht der Amerikaner William Edgar Geil die fünf Heiligen Berge Chinas, den Tai Shan in der östlichen Provinz Shandong, den Heng Shan (Nan Yo) im Süden, den Hua Shan im Westen, den Heng Shan im Norden und den zentralen Song Shan.

. Publikation: l The Sacred 5 of China .
. William Edgar Geil
John Murray, London 1926
Mit 56 Bildtafeln. 355 Seiten

 
1920 - 21

verbringt der französische Schriftsteller Abel Bonnard (*1883,1968) in China. Von Peking aus reist er nach Shanghai, den Yangtse hinauf und besucht später Kanton, Macao und Hongkong im Süden. 

. Publikation: l En Chine (1920-1921) .
. Abel Bonnard
Arthème Fayard & Cie., Paris 1924
362 Seiten

 
1920 - 24

ist Waldemar Oehlke (*1879,1949) als Ordinarius der deutschen Sprache und Literatur an der chinesischen Reichs-Universität in Peking tätig. Mit seiner Frau bewohnt er eines der klassischen chinesischen Hofhäuser in den Hutong-Vierteln und bereist die Umgebung.

. Publikation: l In Ostasien und Nordamerika als deutscher Professor. Reisebericht 1920-26.  .
. Waldemar Oehlke
Ernst Hofmann & Co., Darmstadt und Leipzig 1927
Mit 3 Abbildungen. 150 Seiten.

 
1920










                

                   1929

glückt dem ungarischen Ingenieur Joseph Geleta die Flucht aus der russischen Kriegsgefangenschaft in Sibirien. Über die Mongolei hofft er weiter nach China und von dort aus zurück nach Europa zu gelangen. Doch die innenpolitische Situation der Mongolei ist chaotisch und fremdenfeindlich und nur sein Hinweis, dem "Bruder"-Volk der Magyaren anzugehören, verhilft dem Mittellosen zur Aufenthaltsgenehmigung. So gerät er mitten hinein in die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Bolschewisten, chinesischen Truppen und den marodierenden Freischärlern des weissgardistischen Barons Ungern-Sternberg, wird an die russisch-mongolische Grenze zurückgetrieben, versucht sich in der Folgezeit als Pelzhändler, eröffnet eine Wurstfabrik und macht sich dann an die Herstellung von Landminen für die chinesische Armee, bis er von der neu gebildeten mongolischen Nationalregierung schließlich mit der Errichtung eines Elektrizitätswerks beauftragt wird. Acht Jahre verbringt er daraufhin im mongolischen Staatsdienst, bis er im Sommer
über Kalgan und Tientsin doch nach Europa zurückkehrt.

. Publikation: l A megújhodott Mongolia .
. László Forbát
Budapest 1934 
239 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

 
. Die neue Mongolei. Nach Joseph Geleta's Tagebuch. .
. Ladislaus Forbath
Schützen-Verlag, Berlin (1937)
Mit 54 Abbildungen. 327 Seiten

 
1920,





                  
1932

Ende Dezember, kommt die 25jährige Amerikanerin Nora Waln (*1895,1964) im verschneiten Peking an. Ihr Großvater, der Quäker J. S. Waln aus Philadelphia, bezog zu Beginn des 19. Jahrhunderts Waren von dem Hong-Kaufmann Lin aus Kanton. Nora Waln besucht nun die Nachkommen der Familie Lin und lebt in deren Haushalt in der Nähe von Peking. 1922 heiratet sie einen Engländer und lebt mit ihm weiterhin in China. 1928 reist sie über Sommer in die Mongolei. Die Ausreise erfolgt Anfang
auf Druck der politischen Ereignisse, nachdem Japan die Mandschurei besetzt hat und Übergriffe auf chinesische Gebiete innerhalb der Großen Mauer beginnen.

. Publikationen: l The House of Exile .
. Nora Waln
Little, Brown & Co. Boston 1933
Mit 15 Abbildungen. 337 Seiten
(Deutsche Ausgabe)
. Süsse Frucht, bittre Frucht China   .
. Wolfgang Krüger Verlag, Berlin 1935.
Mit einer Karte. 326 Seiten
. l Sommer in der Mongolei .
. Nora Waln
Wolfgang Krüger Verlag, Berlin 1936.
Mit 21 Abbildungen. 278 Seiten

 

1921 reist Mao Tse-tung nach Schanghai zur Gründung der Kommunistischen Partei Chinas.

1921

reist Miss Gretchen Mae Fitkin nach China und macht sich dann nach kurzem Aufenthalt in Shanghai daran, auf eigene Faust den Großen Sohn des Meeres hinaufzufahren, den Yangtze Kiang. Das ist für diese Zeit äußerst selbstbewusst und mutig, denn es herrscht Bürgerkrieg, mehrere Provinzen befinden sich im Aufstand, Banditenbanden ziehen plündernd umher und in den noch wenig erschlossenen chinesisch-tibetischen Grenzgebieten sind Stammeskämpfe an der Tagesordnung. Eine alleinreisende Frau zählt nichts inmitten dieser Wirren, auch nicht als Weiße. Doch irgendwie scheint es ihr gelungen zu sein, sich durch die Strudel des Stroms und der Zeit hindurchzulavieren, denn sie erreicht Chungking wohlbehalten und berichtet von der Reise in ihrer

. Publikation: l The Great River. The story of a voyage on the Yangtze Kiang. .
. Dieses Buch
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Gretchen Mae Fitkin
North-China Daily News & Herald, Ltd. ; Kelly & Walsh, Ltd., Shanghai 1922
Mit 28 Abbildungen. 153 Seiten

 
1921

haben die guten Kontakte von Sir Charles Bell bereits dafür gesorgt, dass erstmals in der Geschichte Tibets eine offizielle Einreisegenehmigung an ausländische Bergsteiger vergeben wird - natürlich für ein britisches Team! Schon seit langem ist das Interesse der internationalen Gipfelstürmer auf einen 1852 im östlichen Himalaya entdeckten Berggipfel gerichtet, der am Anfang nur unter der prosaischen Bezeichnung "Gipfel XV" in den Karten rangierte. Und da dieser Berg den Tibetern nicht heilig ist, erteilt der 13. Dalai Lama sogar persönlich die Erlaubnis für seine Besteigung. Eine erste Expedition erkundet die beste Anmarschroute über das Chumbi-Tal und dann westwärts über Kampa Dzong und Tingri Dzong, unter Umgehung des für Ausländer gesperrten Nepal. Zwei Jahre später folgt die eigentliche Gipfelbezwingung. Doch der Versuch endet tragisch: Beim Anlegen der einzelnen Höhenlager lassen viele Sherpas ihr Leben und auch die Bergsteiger George Mallory und Andrew Irvine kommen vom letzten Aufstiegsversuch nicht zurück - sie werden zuletzt noch 200 Meter unterhalb des Gipfels vom Expeditionsphotographen John Noel gesichtet. Spätestens jetzt ist der Name des Berges international in aller Munde: Mount Everest. 

. Publikationen: l Mount Everest. The Reconnaissance 1921. .
. C. K. Howard-Bury
Edwars
Arnold & Co., London 1922
With Illustrations and maps. 356 Seiten
(Deutsche Ausgabe:)

 
. Mount Everest. Die Erkundungsfahrt 1921. .
. Verlag von Benno Schwabe & Co., Basel 1922
Mit 33 Bildern und 3 Karten. 299 Seiten
. l Mount Everest. Der Angriff 1922. .
. C. G. Bruce
Verlag
von Benno Schwabe & Co., Basel 1924
Mit 35 Bildern und 2 Karten. 299 Seiten

 
. l Bis zur Spitze des Mount Everest. Die Besteigung 1924. .
. E. F. Norton
Verlag
von Benno Schwabe & Co., Basel 1926
Mit 24 s/w Bildern, 8 farbigen Abbildungen und 2 Karten. 255 Seiten

 
. l Through Tibet to Everest .
. John Baptist Lucius Noel
Edward Arnold & Co., London 1927
Mit 22 Photographien und 4 Zeichnungen. 302 Seiten

 
1921

erreicht der englische Journalist und Verleger Alfred Charles William Harmsworth, 1st Viscount Northcliffe (*1865,1922) mit der Eisenbahn von Korea aus die Hauptstadt der Mandschurei, Mukden [Shenyang]. Er befindet sich im vierten Monat seiner Weltreise, die ihn ostwärts rund um den Globus führt. In nur 10 Tagen durcheilt er das Reich der Mitte, findet aber in Peking noch die Zeit, sich über seine Hotelrezeption sechs Backsteine aus der berühmten Großen Mauer zu bestellen, die ihm auch prompt per Kurier besorgt werden. (Der englische Baron hatte sie bereits vor Reiseantritt verschiedenen Bekannten als Souvenir versprochen ...)

. Publikation: l My Journey round the World .
. (Cecil & St. John Harmsworth, Hrsg.)
John Lane The Bodley Head Ltd., London 1923
Mit Frontispiz, Buchschmuck und einer Karte des Reisewegs. 326 Seiten

1921

















                   1923

vollbringt der englische Brigadier-General George Edward Pereira (*1865,1923) eine bewundernswerte Leistung: Innerhalb kurzer Zeit reist er von Peking ins chinesisch-tibetische Grenzgebiet, überquert das 'Dach der Welt' und gelangt über Lhasa nach Indien; von dort reist er nach Burma und schlängt sich durch den Urwald Indochinas bis an die chinesische Ostküste durch und reist als dritte Etappe sogleich von Shanghai aus ohne Aufenthalt via Hongkong ins tropische Haiphong, um von hier aus eine Routenaufnahme bis in den Norden der Mongolei zu beginnen. Die dabei zu übersteigenden Gebirgspässe liegen oft über 5000 Meter; es herrschen mitunter Temperaturen unter -30°C; die Gegend ist unwegsam, wild und menschenfeindlich; in manchen Teilen des chinesischen Reiches herrscht Bürgerkrieg; tibetische Räuberbanden machen weite Teile des Landes unsicher; zudem ist Pereira körperbehindert. Und Pereira ist 56 Jahre alt. Mit der Durchquerung Tibets und dem Erreichen Lhasas ist er nicht nur der erste Europäer, dem dies nach 1904 gelingt, sondern überhaupt der erste, dem dies von der tibetischen Regierung auch ausdrücklich erlaubt wird. Bei seinen kartographischen Aufnahmen von Haiphong nach Norden in die Mongolei wird er vom Arzt und Missionar H. Gordon Thompson begleitet, der die Höhenbestimmungen übernimmt und die Expedition photographisch festhält. Auf dem Weg durch die chinesische Provinz Yünnan stirbt George Pereira dann
überraschend an einem Magengeschwür. Thompson beerdigt Pereira vor Ort, setzt den Weg fort und wird aber kurz vor Ende der Reise noch von Banditen gefangen genommen. Nach einer achttägigen Gefangenschaft gelingt ihm durch glückliche Umstände die Flucht.

. Publikationen: l Peking to Lhasa. The Narrative of Journeys in the Chinese Empire made by the late Brigadier-General George Pereira. .
. (Sir Francis Younghusband, Hrsg.)
Constable and Company, London 1925
Mit 33 Abbildungen und 2 Karten. 293 Seiten

 
. l From Yunnan-Fu to Peking Along the Tibetan and Mongolian Borders, including the last journey of Brig.-Gen. George E. Pereira. .
. H. Gordon Thompson
Edward Stanford, London 1926
In: The Geographical Journal of The Royal Geographical Society; Vol. LXVII. (1-1926)
Mit 14 Photographien und 2 Karten. Seiten 2 - 27.

 
1921 - 24

unternimmt der amerikanische Naturwissenschaftler und Forscher Frederick Roelker Wulsin (*1892,1961) zusammen mit seiner Frau Janet January (Elliott) Wulsin (*1894,1963) zwei ausgedehnte Forschungsreisen in den Norden und Westen von China. Für das Agassiz Museum of Comparative Zoology der Harvard Universität durchstreifen sie mehrere Monate die Provinz Shanxi. Im Auftrag der National Geographic Society führt sie dann eine zweijährige Expedition durch die Innere Mongolei, Ningxia und Gansu in das nordöstliche tibetische Siedlungsgebiet um die Klöster Kumbum und Labrang. Mit 28 Kamelen, mehreren mongolischen Bediensteten und zehn Chinesen als wissenschaftlichen Helfer tragen die Wulsins große Sammlungen an Pflanzen und Tieren zusammen und fotografieren alles ausführlich - für die Mitgliederzeitschrift des Auftraggebers. 

. Publikation: l Vanished Kingdoms. A Woman Explorer in Tibet, China & Mongolia 1921 - 1925. .
. Mabel H. Cabot
Aperture Foundation, Inc., New York 2003
Mit zahlreichen s/w-Abbildungen und 29 handkolorierten Fotografien sowie zwei Karten. 192 Seiten
ISBN 1-931788-08-1

1921








                   1925

kommen achtzehn Tonnen Gepäck, etliche Personenwagen der Marke Dodge sowie mehrer amerikanische Fulton Lastwagen in Peking an und stellen die Vorhut des amerikanischen Zoologen Roy Chapman Andrews (*1884,1960) dar, der trotz der Wirren des chinesischen Bürgerkrieges von Peking aus zu paläontologischen Forschungsarbeiten in die mittlere und westliche Gobi aufbrechen will. Für die Vorbereitungen benötigt er ein weiteres Jahr. Am 21. April 1922 setzt sich der Konvoi von Kalgan, an der chinesisch-mongolischen Grenze, in Bewegung und erreicht über Ulan-Bator, der neuen Hauptstadt der Mongolei, das erste Standlager am westlichen Rand der Wüste Gobi. Bis
werden noch zwei weitere Expeditionen in diesem Gebiet durchgeführt, in deren Verlauf neben Knochenfunden von Urtieren vor allem die Entdeckung von umfangreichen Lagern von Dinosauriereiern für Aufsehen sorgt.

. Publikation: l On the Trail of Ancient Man. A Narrative of the Field Work of the Central Asiatic Expeditions. .
. Dieses Buch
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Roy Chapman Andrews
G. P. Putnam's Sons, New York / London 1926
Mit 58 Photographien und einer Karte. 375 Seiten 
(Deutsche Ausgabe:)
. Auf der Fährte des Urmenschen. Abenteuer und Entdeckungen dreier Expeditionen in die mongolische Wüste. .
.

F.A. Brockhaus, Leipzig 1927
54 Abbildungen nach Aufnahmen (des Lichtbildners und Expeditionsteilnehmers) J.B. Shackelford und 2 Karten.
288 Seiten


 
1921







                   1932

reist der Amerikaner Marion Herbert Duncan (*1896) im Auftrag der China Inland Mission mit seiner Frau nach China und den Yangtzekiang hinauf, um über Chungking und Tachienlu in sein neues Missionsgebiet an der tibetischen Grenze zu gelangen. Sie übernehmen ein Missionshaus und gründen eine Missionsschule. Duncan unternimmt etliche Streifzüge in die weitere Umgebung, nördlich bis Jyekundo, südlich bis nach Mandalay in Burma. Doch die Zeiten werden zusehends unsicherer. Durch den chinesischen Bürgerkrieg gärt es auch in der schon immer unruhigen chinesisch-tibetischen Grenzregion.
kommt es schließlich zu so schweren Gefechten, dass auch die Mission beschossen wird und die Missionare gezwungen sind, wieder nach Amerika auszureisen.

. Publikationen: l The Mountain of Silver Snow .
. Marion Herbert Duncan
Powell and White, Chicago 1929
Mit s/w-Abbildungen. 240 Seiten
. l The Yangtze and the Yak .
.

Marion Herbert Duncan
(Eigenverlag), Alexandria (Virginia) 1952
Mit 96 Abbildungen und fünf Karten. 353 Seiten


 
1922

kommt der Schwede Osvald Sirén zum ersten Mal nach China und wird sich in den nächsten Jahren damit befassen, mehrere Dokumentationen über verschiedene Aspekte der chinesischen Kunst zusammenzutragen - darunter auch eine Bestandsaufnahme der noch vorhandenen Bauwerke und der klassischen chinesischen Gärten. 1929 und 1935 besucht vor allem die kaiserlichen Anlagen in Peking sowie die Privatgärten in Suzhou. Seine beeindruckende Photodokumentation gerät zu einer Elegie des Untergangs.

. Publikationen: l The Walls and Gates of Peking. Researches and Impressions. .
. Osvald Sirén
John Lane the Bodley Head Ltd.,London 1924
Mit 109 Photographien und 50 Architektur-Zeichnungen. Großformat. 239 Textseiten + Bildtafeln

 
. l Gardens of China .
. Dieses Buch
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Osvald Sirén
The Ronald Press Company, New York 1949
Mit 208 Abbildungen in Kupfertiefdruck, manche davon doppelseitig, zahlreichen farbigen Bildreproduktionen alter chinesischer Drucke, Karten und Zeichnungen. Großformat.
363 Seiten

1922

werden die Geologen Henry Hubert Hayden und César Cosson von der tibetischen Regierung mit Forschungsaufträgen betraut. Sie reisen deshalb zuerst von Darjeeling über Gyantse nach Lhasa, um Vorbereitungen für eine zweieinhalb Monate dauernde Erkundung des nordwestlichen Tschangtang-Hochlandes zu treffen. Danach folgt eine einmonatige Exkursion an den südöstlichen Tsangpo.

. Publikation: l SPORT and TRAVEL in The HIGHLANDS of TIBET .
. Sir Henry Hayden and César Cosson
Richard Cobdon-Sanderson, London 1927
Mit 87 Abbildungen und einer Karte. 262 Seiten

 
1922

haben sich John Walter Gregory (*1864,1932) und Sohn C.J. Gregory von der burmesischen Hafenstadt Rangoon zur chinesischen Grenze nach Bhamo begeben, um von hier aus ihre Expedition quer durch Yünnan zu starten. Ihre Forschungen betreffen Fragen der Gebirgsfaltung östlich des Himalaya. So überqueren sie den Salween, dann den Oberlauf des Mekong und kämpfen sich vier Monate lang bis zur Erschöpfung durch die Indo-Malaischen-Bergzüge. Insgesamt 1500 Meilen legen sie dabei - hauptsächlich zu Fuß - zurück.

. Publikation: l To the Alps of Chinese Tibet. An Account of a Journey of Exploration up to and Among the Snow-Clad Mountains of the Tibetan Frontier. .
. John Walter Gregory , C.J. Gregory
Seeley, Service & Co. Limited, London 1923
Mit 26 Abbildungen, 7 Karten und Zeichnungen. 321 Seiten
1922

nimmt sich der Amerikaner Harry Alverson Franck (*1881,1962) zwei Jahre Zeit und durchstreift China von Nord nach Süd.

. Publikationen: l Wandering in Northern China .
. Dieses Buch
online ansehen
Harry Alverson Franck
Century Co., New York & London 1923
Illustrated with 171 unusual photographs by the author. 
With a map
showing his route. 502 Seiten

 
. l Roving Through Southern China .
.

 

Harry Alverson Franck
Century Co., New York & London 1925
Illustrated with 171 unusual photographs by the author. 
With a map
showing his route. 649 Seiten
1922

ist Francis Kingdon Ward (auch: Frank Kingdon-Ward; *1885,1958) wieder im tibetisch-chinesischen Grenzland von Yünnan unterwegs, zieht vom Bhamo zum Botanisieren über Tengyueh nach Tali und Likiang, von dort den Yangtze hinauf nach Norden und dann wieder südwärts über die burmesische Grenze hinweg durchs Land der Kachins an den Irrawady.

. Publikation: l From China to Hkamti Long .
.

 

Frank Kingdon Ward
Edward Arnold, London 1924
Mit 20Photographien und einer Karte. 312 Seiten
1922

wird Leonard Halford Dudley Buxton (*1889,1939) über die Albert Kahn Foundation die Möglichkeit einer einjährigen Reise um die Welt geboten. Den Reiseabschnitt durch Japan und China, wo er Peking und Umland, die Innere Mongolei sowie den Yangtzekiang und Amoy besucht, beschreibt er in seiner

. Publikation: l The Eastern Road .
.

 

Leonard Halford Dudley Buxton
Kegan Paul, Trench, Trubner & Co., London 1924
Mit 37 Abbildungen. 268 Seiten
1922

unternimmt die in Shanghai lebende Amerikanerin Florence Wheelock Ayscough (*1878,1942) im Mai eine Bootsreise den Yangzijiang stromauf über Nanjing und Hankou bis Chongqing. Die in