2002
Eduard Maier

(*1951) Diplom-Mathematiker, arbeitet als selbständiger Versicherungsmakler in Karlsruhe. Hat auch an: "No isch de Kines defogloffe. Laozis Daodejing ( Laotses Tao Te King) auf schwäbisch" mitgearbeitet.

Die magische Kraft der Vernunft.
81 Sprüche des Daodejing von Laozi in einer modernen Sprachinterpolation von Eduard Maier.
Verlag Die Blechschachtel, Karlsruhe. 111 Seiten
ISBN 3-936631-03-4

 

"Wer dieses, sein [Laotses] einziges Werk, den Daodejing, ohne des Chinesischen mächtig zu sein, lesen will und verschiedene Übersetzungen heranzieht, für den ist nicht zu übersehen, wie viele Übersetzer vorgeben, die chinesische Sprache zwar zu kennen, aber beim Übertragen in die deutsche Sprache nicht überzeugen. An vielen Stellen wird an den Bildern der chinesischen Sprache und der Silbenschrift festhalten und diese wörtlich wiedergeben, was Unverständnis beim Leser der abendländischen Kultur erzeugt. Aus dieser Tatsache heraus, auch wenn der Verfasser kein Chinesisch beherrscht, sah er die Notwendigkeit und spürte den Mut in sich, die Worte dieses großen Weisen, wer immer er war, mit deutscher Zunge neu zu formulieren.
Nach dem Motto: "je weniger man (von der chinesischen Sprache) weiß, umso deutlicher spricht man (über Laozi) mit dem Herzen". Und wer weiß schon, wen Laozi in den letzten zweitausendfünfhundert Jahren alles inspiriert hat oder inspiriert haben könnte.
... Nun will ich mit dieser Textfassung, ohne originäre chinesische Sprachkenntnisse, Laozis Daodejing aus meiner Seele sprechen lassen und vermehre damit die vielen Übersetzungen um einen weiteren Text aus der Feder eines Menschen deutscher Zunge.
Zur Wahl des Titels "Die magische Kraft (De) der Vernunft (Dao)" wurde ich durch die vielen Kommentare der Übersetzer angeregt. Magie sei als Kunst verstanden, mit dem eigenen Willen die Welt zu gestalten. Diese Kunst besteht darin, seinen objektiven Willen im Einklang mit dem Kosmos auf das eigene Unterbewußtsein und das anderer zu übertragen. ... Für Laozi Metapher "Dao", die die meisten Sinologen für unübersetzbar bezeichnen, habe ich im Text als eine von vielen Möglichkeiten den Begriff "die Gesetze oder Kräfte des Universums" gewählt. An einigen Stellen läßt sich dieses Wort auch als "Zeitgeist" übersetzen. Ich gehe noch weiter und wage, Kapitel 14 regt dazu an, "Dao" mit dem Begriff "En Soph" aus der Kabbala zu identifizieren, was wie eine Quelle der göttlichen Emanationen über der Krone (Kether) der Sephirot thront und als unendliche und unfassbare Kraft hinter der Schöpfung steht. Auf profaner Ebene kann Dao mit dem Begriff "Vernunft" oder einfach "gesunder Menschenverstand" beschrieben werden. Dies sei als weiterer Grund für den von mir gewählten Titel "Die magische Kraft der Vernunft" genannt, denn Worte der Vernunft, wie sie so leise und bescheiden von Laozi vorgetragen werden, wirkten auf die Menschen zu allen Zeiten wie eine magische Beschwörung.
                                                             (Aus dem Vorwort von Eduard Maier)


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