1985
Hans Knospe
Odette Brändli

Hans Knospe:
(*6.12.1940) Schriftstellerische und künstlerische Tätigkeit. Vielerlei Ausstellungen im In- und Ausland. 1978-83 Aufenthalt in den USA und Mexiko. Lebt seit 2002 in Damlos/Ostholstein, Gründungsmitglied im "Kreis der Künste e.V." in Eutin.

Odette Brändli war lediglich als Ko-Übersetzerin begleitend tätig.


Lao Tse. Tao-Te-King.
Diogenes Verlag, Zürich 1985.
ISBN 3-257-05528-5

" ... ist festzustellen, daß der Taoismus im Westen nicht jene Bedeutung fand, die man dort den Lehren des Konfuzius entgegenbrachte. Hierbei mögen zwei Gründe mitgespielt haben, die interessanterweise mit Vorbehalten gegenüber dem Taoismus in China selbst übereinstimmen. Dort wie später auch im Westen galt der Taoismus als Lebensphilosophie von mehr oder weniger charmanten Außenseitern, ja von gesellschaftlichen Aussteigern. Zum anderen hat das wenig günstige Image des sogenannten Volkstaoismus den Taoismus überhaupt in Mißkredit gebracht. Dieser Volkstaoismus, dem man auch heute noch in den altchinesischen Gesellschaften außerhalb der Volksrepublik China begegnen kann, stellt eine merkwürdige Mischung aus Resten der alt-asiatischen Schamanenreligion mit späteren magischen Zutaten, Wahrsagerei und einem tropischen Götterhimmel dar. ... Die Frage der Übersetzung der taoistischen Literatur spielt überhaupt eine zentrale und durchaus konfliktträchtige Rolle in der Rezeptionsgeschichte des philosophischen Taoismus im Westen. Die an den Inhalten Interessierten waren und sind in der Regel des Chinesischen nicht mächtig, während den Sinologen im allgemeinen das Interesse am Taoismus abgeht. Allerdings gab und gibt es unter den Sinologen Ausnahmen; für den deutschen Sprachraum seien nur Wilhelm und Forke oder Schwarz und Ulenbrook genannt. Die eigene Art der chinesischen Sprache gibt zudem Veranlassung und reiche Gelegenheit, ja zwingt oft dazu, in noch stärkerem Maße als ohnehin bei Übersetzungen unumgänglich, interpretativ zu übersetzen. Das hat zur Folge, daß faktisch alle Übersetzungen des Tao-Te-King voneinander abweichen, teilweise sogar erheblich. ...                                           (Aus dem Nachwort von Knut Walf)
 

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