1924
Elisabeth Hahn


(Biographische Angaben liegen nicht vor) Im gleichen Verlag erschien von Elisabeth Hahn die Publikation Das Buch des Lebens; ein Ruf an die Lebendigen und die Toten in dem die Verfasserin als christlich engagierte Frauenrechtlerin auftritt. 

LAOTSE / WOLLEN OHNE WAHL
Die Grundweisheit des Tao-Te-King in freier Umschöpfung vergegenwärtigt
Rudolstadt, Greifenverlag. 63 Seiten 

 

"Meine Umdichtung von 41 dieser Sprüche, die als Uebersetzung natürlich weder angesehen noch gewertet werden kann - überdies verstehe ich kein Wort chinesisch - ist ohne alle Absicht entstanden aus einer tiefen Liebe zu Laotse und einer völligen Durchdrungenheit von seiner Weisheit, die ihn mir so zu eigen gab, daß er wiedergeboren in meinem Herzen neu erstand in deutschem Wort - und aus einer nicht minder tiefen Liebe zu meinem Volk und zu meiner Zeit, für die jedes einzelne Wort des Laotse, sofern sie nur willfährig erfunden wird, es aufzunehmen, Lebensbrot bedeutet. Daß meine Umdichtung überflüssig, wenn nicht ärgerlich ist für die Seltenen, die das Glück haben zum Urwort selbst durchdringen zu können, sowie für die auch nicht eben Zahlreichen, die imstande sind an Hand einer der möglichst wortgetreu gehaltenen Uebertragungen (ich gebe von den mir bekannt gewordenen den Vorzug der von R. Wilhelm, Jena, Diederichs - weil ich ihr gegenüber am stärksten das Gefühl der Echtheit und der Ehrfurcht vor dem Grundtext habe) sich wie an einem Ariadnefaden durch das Labyrinth dieses für die Ewigkeit hingestellten Granitbaus hindurch zu finden, darüber bin ich nicht einen Augenblick im unklaren. Aber wenn ich für die vielen, denen das, was bisher an Verdeutschungen des Laotse vorliegt, nichts ist als eine durch merkwürdige Assoziationen bewirkte Wortfolge, einen Sinn in diese Wortreihen bringe, indem ich sie mit neuem Odem belebe und so wiederschaffe zum Wort in seiner Urbedeutung, dann ist das zugleich der Sinn meiner Umdichtung."
                                                          (Aus dem Nachwort von Elisabeth Hahn)
                                                           

Eine gereimte und sehr freie fragmentarische Nachdichtung, die ihrerseits recht "merkwürdige Assoziationen" bietet. Der eine mag es als lyrisch empfinden, der andere als unangebracht. Hinzu kommt eine stark schwärmerisch christliche Interpretation: "Welches ist der Inhalt des Tao-Te-King? In ein Wort gefaßt: Gott."
Eine stark subjektive Bearbeitung des TaoTeKing.

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