1963
Wilhelm Folkert


(Biographische Angaben liegen nicht vor)

LAOTSE. TAOTEKING
Arkana-Verlag, Ulm/Donau. 84 Seiten 


"Die vielfachen deutschen Übersetzungen des Taoteking, angefangen von Strauß um die Mitte des vorigen Jahrhunderts bis auf die von Wilhelm und Eckardt - man muß es leider sagen -, tun an sehr vielen Stellen unserer Sprache Gewalt an. Wer kann schon mit dem Wort TAO etwas anfangen? Die Gedanken Laotses in ansprechende deutsche Form zu bringen, ist leider bisher niemandem gelungen. Dieser wunderbare Denker kann uns auch heute in jeder Weise beraten. Aber nur wenn wir nicht an ihm herumzudeuteln brauchen, machen wir uns mit ihm vertraut. Daher habe ich es mir vor zwei Jahrzehnten - leider unkundig der chinesischen Schriftzeichen - zur Aufgabe gemacht, den Inhalt neu zu formen. Aber auch die Übersetzer sind sich keineswegs immer über alle Wendungen einig. So reiche ich dieses herrliche Werk zum Nachdenken weiter."                            (Aus dem Nachwort von Dr. Wilhelm Folkert)

"Die Gedanken Laotses in ansprechende deutsche Form zu bringen, ist leider bisher niemandem gelungen." Das ist für 1963 eine durchaus MUTIG zu nennende Aussage, denn immerhin liegen zu diesem Zeitpunkt bereits über 30 deutsche TaoTeKing-Bearbeitungen vor, darunter auch einige der besten. Erstaunlich ist auch die Aussage: "Wer kann schon mit dem Wort TAO etwas anfangen?" - darin bestände eigentlich die zentrale Aufgabe für den Bearbeiter des TaoTeKing, seine Übertragung so zu gestalten, dass dem Leser die Bedeutung von TAO durch den Text klar vor Augen tritt. Denn - wie es der allererste Satz des TaoTeKing schon deutlich sagt - mit KEINEM Wort ist TAO besser auszudrücken. Auch nicht mit dem "unbegreifbar Geistigen", "dem Gesetz der Harmonie" oder "dem weiten Sinn im All", mit dem es Folkert versucht.
  

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