1992
Hubert Braunsperger


(*1928) Dr. Hubert Braunsperger studierte Germanistik und Geschichte, Dissertation über "Anarchie und Ordnung bei Ernst Jünger". Berufliche Tätigkeit bei Verlagen und Zeitungen. 1955 österreichischer Pressereferent. Erweiterung des Interesses auf Naturwissenschaften, vor allem Astrophysik und Evolutionstheorie, ferner Religionsgeschichte und Kulturmorphologie samt dem Versuch einer Verbindung zwischen Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft. (Angaben im Bucheinband)

Innere Geborgenheit durch Tao Te King. Dialog mit Laotse.
Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei, Wien. 245 Seiten.
ISBN 3-7046-0295-7


          "Der vorliegenden Version der 81 Sprüche Laotses liegt im wesentlichen die Übertragung von Alexander Ular zugrunde, die zuerst im Jahr 1903 in 625 numerierten Exemplaren unter dem Titel "Die Bahn und der Rechte Weg des Laotse" im Insel-Verlag erschienen ist. (...)
          In der vorliegenden Ausgabe der Sprüche des Laotse wird der Versuch unternommen, sie für den Menschen unserer Zeit unmittelbar verständlich und brauchbar zu machen. Es wird weder Wert auf eine möglichst wortgetreue Übersetzung gelegt - die ohnedies aufgrund der Struktur der ganz anders organisierten chinesischen Sprache nicht möglich ist -, noch soll bei der Interpretation die historische Authentizität im Vordergrund stehen. Dies wird durch zahlreiche andere Arbeiten über das Tao Te King gewahrt. Die darin ausgesprochenen Gedanken sollen nicht als ein interessantes Objekt der Geistesgeschichte angesehen werden, etwa als eine wertvolle literarische Antiquität, sondern sie werden hier als geistige Herausforderung aufgefaßt, die über die Jahrtausende hinweg aufgenommen werden soll, um unseren eigenen Geist daran zu messen und sie auf diese Weise für uns sinnvoll werden zu lassen."
(Aus dem Vorwort)

Wie es der Untertitel schon sagt ("Dialog mit Laotse"), liegt der Schwerpunkt dieser Publikation nicht in einer neuen Textfassung des TaoTeKing sondern in der beigefügten Interpretation. Die von Alexander Ular 1903 aus fremden Übersetzungen entworfene Textversion liest sich heute etwas eigen. Im vorliegenden Text bietet Braunsperger eine ungewöhnliche Mischung aus mehrzeiligem wortwörtlichen Zitat und eigener Umformulierung. Manch rätselhafter Begriff von Ular wird übernommen ("das Allüberall", "Wurzel des All"), andere antiquierte Formulierungen werden an den heutigen Sprachgebrauch angepasst und ersetzt. Für den Begriff des TAO verwendete Ular den deutschen Begriff einer Bahn, was stets in einem übertragenen Sinne gemeint ist. Braunsperger ersetzt Bahn durch Pfad. Diesem Wort fehlt jene übertragene Bedeutung. Bei der fast wortwörtlichen Textübernahme im 50. Kapitel unterläuft dann gar ein Zeilensprung.
  

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