1999
James A. Autry
Stephen Mitchell


James A. Autry (*1933) war zuletzt als Chefredakteur der Zeitschrift Better Homes and Gardens tätig. Seit seiner Pensionierung ist er als Unternehmensberater tätig.

Stephen Mitchell wurde 1943 in New York geboren und studierte am Amherst College sowie an den Universitäten von Paris und Yale. 14 Jahre lang befasste er sich mit Zen-Philosophie. Er ist Autor und hat zahlreiche Klassiker, darunter Rilke, ins Amerikanische übertragen.


Die Illusion der Kontrolle. 
Das Tao-Te-King für Führungskräfte. 
Fischer Media AG, Bern. 182 Seiten.
ISBN 3-85681-424-8

Die Übersetzung der amerikanischen Originalausgabe besorgten Pier Hänni und Thomas Mennichen.

"Als Berater und Firmenchef habe ich das Tao-Te-King immer wieder in Vorträgen und Managementseminaren zitiert (...) Die tiefen und fundamentalen Aussagen des Tao-Te-King sind im Prinzip auch heute noch aus sich selbst heraus verständlich und für alle Bereiche des Lebens gültig. Will man es jedoch auf die Anforderungen der Geschäftswelt anwenden, sind ab und zu ein paar ergänzende Deutungen erforderlich. Als ich daher von Stephen Mitchell, dessen englische Übersetzung des Tao-Te-King als "maßgeblich für unsere Zeit" bezeichnet wird, gefragt wurde, ob ich Lust hätte, mit ihm zusammen einen Kommentar zu diesem Werk für Menschen in leitender Funktion zu schreiben, packte ich diese Gelegenheit beim Schopf (...)
          Das Tao-Te-King, das vielleicht tiefgründigste Buch, das je über die Kunst der Menschenführung geschrieben wurde, behandelt Prinzipien, die auch jedem wirklich erfolgreichen Betrieb zugrunde liegen (...) Obgleich das Tao-Te-King ein sehr alter Text ist, ist man erst vor relativ kurzer Zeit auf die Idee gekommen, die darin enthaltenen Lehren auf das Feld der Unternehmensführung anzuwenden. Die Lehren des Tao-Te-King beziehen sich auf ewige menschliche Wahrheiten und können daher für jeden Lebensbereich gelten.
          In meinen Kommentaren zum Tao-Te-King habe ich versucht, Lao-tses Gedanken zur Regierungs- und Kriegskunst auf Situationen anzuwenden, mit denen Führungskräfte im Unternehmen konfrontiert werden. Die Kommentare in diesem Buch drehen sich daher um Personalabbau, Abfindungen, Empfehlungsschreiben, Ausbildung, Einstellungen, Konkurrenzkampf und viele weitere Themen aus der Wirtschaft."                                           (Aus dem Vorwort von James A. Autry)

Dieses Buch zähle ich zur Rubrik der "Lebensberater" á la Dale Carnegie und Joseph Murphy. 49 Fragmente aus dem TaoTeKing (nur fünf Kapitel sind vollständig wiedergegeben) dienen lediglich als Aufhänger für längere Reflexionen. Nicht das TaoTeKing steht hier im Vordergrund, sondern seine Auslegung und Interpretation im Hinblick auf die berufliche Situation von Führungskräften. Wie der Autor ganz richtig schreibt, hat man vor einigen Jahren entdeckt, dass sich das TaoTeKing auf nahezu alle menschlichen Bereiche anwenden lässt - vor allem Sachbuchautoren zählen zu diesen Entdeckern. Und so gibt es bereits "Das TaoTeKing für Eltern" und der Fülle an weiteren Publikationen ist keine Grenze gezogen ("Das TaoTeKing für Lehrer/Politiker/Investment-Bänker" ...). Obwohl eine solche Umsetzung dem Grundgedanken des TaoTeKing nicht widerspricht, fragt sich aber jeder ernsthaft am TaoTeKing Interessierte, warum die Autoren für ihre erteilten Ratschläge denn überhaupt Parallelen zum TaoTeKing ziehen. Böse Zungen behaupten, die Verbindung mit dem berühmten chinesischen Werk würde nur deshalb hergestellt, um allgemeine Einsichten publikumswirksam aufzuwerten und damit besser vermarkten zu können ...
  

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