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Durch Rechtschaffenheit regiere man ein Land,
mit Zurückhaltung führe man ein Heer.
Doch nur durch Uneigennützigkeit gewinnt man ein Reich.
Ist das nicht selbstverständlich?

Je mehr Beschränkungen und Verbote es gibt,
um so schlechter  wird es dem Volk ergehen.
Lebt das Volk im Überfluß,
verlieren Staat und Familie das rechte Maß.

Mit Schlauheit und Erfindungsgabe kommen wunderliche Dinge auf.
Und je schärfer Verbote und Gesetze werden,
um so größer wird die Zahl der Gesetzesbrecher.

Deshalb sagt sich der Weise:
Ich greife nicht ein - und es ergibt sich der natürliche Lauf der Dinge;
ich verhalte mich ruhig - und auch das Volk kommt zur Ruhe;
ich verfolge keine Eigeninteressen - und dadurch geht es allen gut;
ich bin wunschlos zufrieden
- und auch das Volk wird wieder zur rechten einfachen Art zurückfinden.

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