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Aus noch Unvollkommenem kann sich Vollkommenes entwickeln;
was gebeugt wurde, hat Potential, sich aufzurichten;
was leer ist, kann sich füllen
und das Verbrauchte steht zur Erneuerung an.

Wo ein Zuwenig herrscht, wird hinzugefügt;
wo ein Zuviel besteht, wird weggenommen.

So besinnt sich der Weise auf das Wesentliche
und ist dem Volk dadurch ein Vorbild.
Er ist bescheiden und wird gerade dafür verehrt;
er ist selbstgenügsam und gerade dadurch glaubwürdig;
er ist uneigennützig und gerade dadurch erfolgreich;
er ist nicht eitel und gerade darin zeigt sich seine charakterliche Größe.

Da er mit anderen nicht in Konflikt liegt, liegen auch andere mit ihm nicht in Konflikt.

Was man früher mit dem Spruch "Nur das Unvollkommene wird vollkommen" meinte,
war also kein dummes Gerede!
Hierin liegt die ganze Wahrheit.

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